Das wBB, die User und ihre Gewohnheiten
14. August 2006
Die Menschheit lebt von Gewohnheiten. Wer verzichtet schon darauf, jeden Morgen seine Kellogs um Punkt 7.00 Uhr zu essen - und keine Minute später? Ähnlich verhält sich das mit Software. Im konkreten Fall: Das WoltLab Burning Board (wBB). Seit letzten Montag ist bekanntlich die erste öffentliche Demo zur dritten Generation zu bestaunen. Die Resonanz ist geteilt: Die eine Hälfte findet es gut, die andere nicht. Wie soll es sonst auch sein?
Das schönste am wBB 3 ist allerdings, dass es neue Wege geht. Nicht nur eine andere Struktur, das ein oder andere neue “Feature”. Nein, es wird vieles ganz anders gemacht. Das ist gut. Ich sage deshalb, wenn ich über das wBB 3 rede, gerne, “Qualität vor Quantität” zeichnet die Forensoftware aus. Das wird (wie soll es auch sein) von manchen Personen WoltLab als Schwäche ausgelegt.
Die Mehrheit scheint gar keinen großen Gefallen daran gefunden haben, dass das wBB 3 Neuerungen fördert - gerne auch Innovationen genannt. So wird die Forenansicht ungewöhnlich gestaltet. Der Fokus liegt dabei deutlich auf der Usability. Der Großteil der Community allerdings möchte lieber ein Forum haben, das wie das wBB 2 (die aktuelle “stable”-Version) ist. Da kann ich nur den Kopf schütteln.
Als aktuelles Beispiel möchte ich die Anzeige des letzten Beitrages nennen. Sie wird auf der Startseite angezeigt. Im wBB 2 findet sich diese auf der rechten Seite. Im wBB 3 war die Anzeige bislang unter dem Forennamen (und der -beschreibung) angezeigt. Der Druck zahlreicher User hat allerdings Arian “Cyrus” Glander dazu veranlasst, die letzten Beiträge wieder rechts anzugeben. Testweise, wie er betont. Er möchte die Resonanz der User abwarten. Die werden, da bin ich mir ziemlich sicher, die rechte Seite bevorzugen - immerhin war das bislang immer so.
Ich finde es sehr schade, dass der Großteil der Community nicht bereit ist, Neuerungen mit zu tragen. WoltLab möchte neue Wege bestreiten, muss auf Druck der User aber immer mehr auf das Klassische zurückkehren. Ein Rückschritt. Schade.
14. August 2006 um 19:06
Nicht immer sind Neuerungen der beste Weg. Manch altbewährtes hat auch seine Berechtigung. Letztendlich entscheidet nicht woltlab, was den Usern gefällt.
Gruß Logge
14. August 2006 um 19:11
WoltLab zieht seine Schlüsse entweder über die Kundenumfrage, oder über die Usability.
14. August 2006 um 19:55
Auf einige Dinge möchte man eben nicht verzichten. Dazu zähle ich jetzt nicht, ob die Beiträge links oder rechts angezeigt werden, sondern altbewährte Dinge die in der aktuellen Open Alpha des wBB3 nicht vorhanden sind.
14. August 2006 um 23:55
Also ich find es klasse was Woltlab macht. Nach so einer Boardsoftware war ich schon lange am suchen. Endlich nur die nötigsten Funktionen. Was man zusätzlich benötig kann optional installiert werden. Und wie ich es schon mehrmals sagte, wer es nicht man kann immernoch beim WBB2 bleiben!
18. August 2006 um 12:19
Hallo,
auch ICH bin immer offen für Neuerungen. Das Wort “ich” habe ich bewußt groß geschrieben. Aber was auf mich als Admin eines Forums zutrifft, muss nicht auf die User, die es nutzen und brauchen, zutreffen.
In meinem/unserem Forum z. B. sind u. a. auch sehr viele ältere Leute angemeldet, die froh sind, wenn sie den PC starten können, sich in I-neit einwählen können und die Forensoftware so bedienen können, dass sie dort auch was Schreiben können.
Sie alle haben sich, nach langen Probestunden nun an das WBB2 gewöhnt und sind glücklich.
Wenn ich denen jetzt das WBB3 zeigen würde, würden alle laut “Hilfe” scheien und drum betteln, dass sie ihr altes, lieb gewonnenes Forum wieder zurück bekommen.
Und da macht auch schon so eine Kleinigkeit viel aus, dass z. B. die Anzeige der neuen Beiträge nun in der Forenbeschreibung steht und nicht mehr an seinem gewohnten Platz an der rechten Seite ;-)
Wie gesagt, ich selbst freue mich auf das WBB3, vor allem wegen der vielfältigen Funktionen, hoffe aber, dass es “nach Außen” nicht zu gravierende Funktonsänderugen zeigt. Denn ich muss schon auch Rücksicht auf die User nehmen.
Warten wir es ab wie es kommt.
VG
Birgit
27. August 2006 um 22:26
Prinzipiell sind Neuerungen natürlich nicht verkehrt, und wie eben schon weiter oben erwähnt - Altbewährtes hat hier und da auch Vorteile. So war es schon immer, und so wird es auch bleiben. Das wBB ist eben ein Produkt. Wenn man das Produkt verkaufen möchte, wird man Kunden dafür suchen. Wenn man Musik produziert, Bücher publiziert, Artikel schreibt… jeder buhlt um die Gunst, gekauft, gehört, gelesen zu werden. Bei wBB ist es nicht anders. Ich denke, man muss nicht über Meinungen diskutieren. Man kann Meinungen einfach stehen lassen. Denn diejenigen, die sich dafür interessieren, werden es nutzen, kaufen, whatsoever, und die anderen eben nicht. Es ist ein idealistischer Standpunkt, den Woltlab vertritt, und das ist okay so. Was am Ende für wBB dabei raus springt, es wird sich zeigen. Sonys PS3 und Nintendos Wii beschreiten ja auch unterschiedliche Wege, und trotzdem werden beide Konsolen Käufer und Benutzer haben, da bin ich mir sicher.
In der heutigen Zeit benötigt man Ideen und muss sie umsetzen. Hat man sie umgesetzt, muss man zusehen, dass ihnen Aufmerksamkeit zuteil wird.
7. Mai 2007 um 22:58
[...] wie Frederic Schneider im August in seinem gelungen Blogeintrag sagte und die Kritiker kritisierte. Zurecht meiner Meinung nach, warum muss alles beim alten bleiben, man muss sich ändern; auch mal offen für neues sein. [...]