Eben habe ich eine neue Kategorie auf Spiegel Online entdeckt - Spam. Dahinter: Eine satirische Rubrik der Nachrichtenseite. Eine eigene Redaktion kümmert sich darum. Zum Start macht “Spam” mit einem Bild über Afghanistan auf, das Angela Merkel und Putin zeigt. Außerdem gibt es eine Fotostrecke mit sechs “entlastenden Schockfotos” von Bundeswehrsoldaten, sowie ein Video, das angeblich von einem Korrespondenten aus Kabul (Afghanistan) stammt. Ob man in den Bildern gestellte Soldaten mit Plastikgliedern zeigen muss, sei dahingestellt. “Spam” wird sich beweisen müssen. Die ersten Leserreaktionen reichen von “dämlich und geschmacklos” bis “weiter so!”.

Diese Zeitumstellung …

30. Oktober 2006

Ich mag es ja, wenn der Schnee draußen liegt, die Busfahrt jeden Morgen zu einem kleinen Problem wird - und gegen die Dunkelheit habe ich dann auch nichts. Jetzt haben wir 18 Uhr und es ist bereits stockdunkel. Danke, Winterzeit! Die Umstellung ist für mich jedes Jahr ein Problem - in den ersten Tagen nach dem Ende der Sommerzeit.

Normalerweise mache ich jetzt den Fernseher an, um eine - ja, ich stehe dazu! - Telenovela zu schauen. Aber da muss ich mich jetzt noch eine Stunde gedulden …

Reformationstag

30. Oktober 2006

Morgen ist Reformationstag. Die evangelische Kirche feiert die Reformation der Kirche, eingeleitet unter anderem durch Martin Luther.

Israelis bedrohen Bundeswehr

29. Oktober 2006

Der Libanoneinsatz der deutschen Bundeswehr ist umstritten gewesen, gewiss. Jetzt steht er aber auf der Kippe. Nicht nur, dass der Einsatz recht weit eingeschränkt ist, im Gegensatz zu den Verlautbarungen, die es von der Bundesregierung gab. Jetzt fangen auch die Israelis an, deutsche Hubschrauber und Schiffe der Marine zu bedrohen. Nachdem man Raketen als Warnung auf ein deutsches Schiff diese Woche feuerte, übten sich die Israelis erst einmal darin, alles herunterzuspielen. Nicht mit den Deutschen - die haben das Ganze gefilmt; ein Videobeweis soll die israelische Luftwaffe überführen. Nur wenige Tage später, heute, gibt es wieder eine Meldung. Diesesmal wurde ein deutscher Hubschrauber von F-16-Abfangjägern bedroht. Schade, dass Israel den guten Willen Deutschlands derartig “belohnt”.

afri cola die bessere Cola?

28. Oktober 2006

Gerade trinke ich mal wieder afri cola. Mir schmeckt sie besser als die “originale” Cola (Coca Cola), oder aber Pepsi. Schade, dass man afri cola nicht überall bekommt - ganz abgesehen von Restaurants, wo allenfalls noch Pepsi vorrätig ist.

Die Feier geht weiter: Nach dem erfolgreichen dritten Platz bei der WM (”Weltmeister der Herzen”), muss die deutsche Nationalmannschaft derzeit in der EM-Qualifikation bestehen. Nach dem grandiosen 13:0 gegen San Marino tritt die Mannschaft am Samstagabend gegen Georgien an. Das allerdings ist lediglich ein Freundschaftsspiel, welches dem Trainer die Möglichkeit gibt, neue Spieler zu testen (Timo Hildebrand darf in den Kasten); vor allem aber, um das Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen die Slowakei vorzubereiten.

Ein weiterer Höhepunkt der Tage: Sönke Wortmanns (”Das Wunder von Bern”) “Deutschland. Ein Sommermärchen“. Er durfte vor und während der WM die Mannschaft mit einer Kamera begleiten und bringt Bild und Ton in die Kinos. Nach der Premiere am Dienstag für ausgewählte Personen, darf ab heute auch das Volk den Film sehen. Ich gehe am Samstagmittag rein. Meinen Eindruck werde ich, selbstredend, danach auf diesem Weblog schildern.

Aber erstmal müssen die Fahnen und sonstige Fanutensilien wieder rausgeholt und am Haus zur Schau gestellt werden. Wie bei der WM!

Die verlorene Ehre der Katharina Blum” ist ein Buch vom Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, welches wochenlang in den Bestseller-Liste weit oben stand. Böll erzählt darin, wie die junge Blum von einer unscheinbaren Frau zur Mörderin wurde.

Katharina Blum verliebte sich in Ludwig Götten, der wegen Raubmordes gesucht wurde. Sie verhalf ihm mehrmals zur Flucht, sodass die Polizei ihn nicht fassen konnte. So geriet die Blum selber in das Fadenkreuz der Ermittler. Die ZEITUNG (eine Anspielung auf die BILD-Zeitung) stellte Katharina fortan an Schwerverbrecherin hin. Das machte die Dame, die ein sauberes Leben führte, nervlich fertig. Zudem Werner Tötges, damaliger Redakteur bei der BILD, Zitate von Blum-Bekannten im Blatt falsch darstellte; außerdem wird er vielerseits als Mörder von Katharinas Mutter beschuldigt. Obwohl von ärztlicher Seite untersagt, soll Tötges sich Zugang zu Frau Blum verschafft haben, um sie über ihre Tochter auszufragen. Die Konfrontation mit dem Journalisten soll ihr - quasi - den Rest gegeben haben.

Bei einem Interviewtermin zwischen Blum und Tötges griff Katharina dann zur Waffe und schoss auf ihn - mehrmals, wie sie später sagte. Sie stellte sich einem Polizisten freiwillig.

Böll erzählt die Geschichte teils objektiv, teils mit seiner (subjektiven) Meinung. Ein insgesamt lesenswertes Buch.

“Rettet dem Deutsch!”

4. Oktober 2006

Die aktuelle Ausgabe des SPIEGELs widmet sich im Titel einem Thema, dessen Idee von mir hätte sein können: Die Deutsche Sprache. Unter dem Titel “Rettet dem Deutsch! - Die Verlotterung der Sprache” beschreibt Kultur-Autor Mathias Schreiber brillant, wie SMS-Abkürzungen und die englische Sprache dem Deutschen zum Garaus werden. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der spricht, wie man schreibt, fordert in einem Interview, die EU müsse alle Texte in deutscher Sprache vorlegen. Außerdem soll Deutsch in unserer Verfassung, in das Grundgesetz fest verankert werden. Immerhin leitet sich der Name unseres Landes (Deutschland) von der Sprache ab, die unser Volk spricht. Eine Forderung, die ich unterstütze - übrigens, laut Lammert, auch alle Fraktionen. Ich bin gespannt und werde als Mitglied des Verein Deutsche Sprache den Herrn Präsidenten beim Wort nehmen.

Ach, war des en scheenes Wochenende - in Österreich! Von Freitag bis zum Brückentag am vergangene Montag war ich im Kurzurlaub im schönen Alpenland, in der Ramsau zum Wandern. Zu meiner großen Freude war parallel die Nationalratswahl, bei dieser die ÖVP der SPÖ unterlag, beide Volksparteien jedoch voraussichtlich in eine Große Koalition gehen, wie bei uns Deutschen die CDU mit der SPD - nur das bei unseren Nachbarn nicht die Christdemokraten, sondern die Sozialdemokraten die Wahl gewonnen haben.

Angetreten war auch ein Herr Hans-Peter Martin (Artikel in DER ZEIT, 31. August). 1957 in Bregenz geboren, war der promovierte Jurist Korrespondent für das deutsche Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Später kanidierte Martin für die SPÖ bei der Europawahl (1999) als Spitzenkandidat; seit dem ist er Mitglied des Europaparlaments. Den Sozialdemokraten trat er jedoch nie bei.

Bei der diesjährigen Nationalratswahl in “Austria” versuchte er sich mit einer eigenen “Partei”, der so genannten “Liste Dr. Martin”. 2004 hatte er bereits Erfolg mit ihr: 13,98 Prozentpunkte der Stimmen sicherten ihm einen weiteren Platz ohne die SPÖ im Europaparlament. Bei den diesjährigen Wahlen jedoch unterlag er - deutlich. Nur 2,83 Prozentpunkte verwehren seiner Liste den Einzug nach Wien.

Und wer ist schuld an dieser Niederlage? Ja, natürlich - der ORF ist schuld! Man habe ihm nicht die Möglichkeit gegeben, die Wähler zu erreichen. Und, vor allem: Zehn Millionen Euro hat er auch nicht. Zehn Millionen! Die braucht man, um in den Nationalrat einzuziehen, so Herr Dr. Martin am Sonntagnachmittag im ORF 2-Interview, kurz nach den ersten Wahlergebnissen. Die ORF-Moderatorin, schier verzweifelt, hätte am liebsten das Gespräch wegen den Vorwürfen gegen den ORF beendet, musste versuchen, den Demokraten zu bändigen. Sie überlebte das Gespräch. Die Vorwürfe bleiben.

Ob Herr Martin bei der nächsten Wahl noch einmal Glück hat? Oder wird der böse, böse ORF (Öffentlich-Rechtlich) entlarft, dass er der Liste keine Stimme gegeben hat? Mh…?