Es gibt Journalisten, die gibt es nicht. Hans-Jürgen Jakobs ist so einer. Jakobs verantwortet das Medien-Ressort der “Süddeutsche Zeitung”.

Am 26. November began ein Artikel von ihm folgendermaßen: “Der 31. August 2006 war ein besonderer Tag für Ulrich Wickert (…)” Ein anderer, über Nina Ruge, am gleichen Tag so: “Der 3. Februar 1997 war ein besonderer Tag für Nina Ruge (…)”

Man könnte jetzt sagen, ihm war langweilig, oder er war müde, vielleicht wollte er auch nur witzig sein. Aber nein, letztes Jahr schrieb er über den Börsengang von Premiere: “Mittwoch war ein besonderer Tag für ARD und ZDF (…)”

Und es gibt noch mehr solche Sätze. Das hört sich stark so an, als ob Jakobs gerade das Formulieren lernt. Oder so, wie es “la deutsche vita” auf der Seite von Stefan Niggemeier formulierte: “Ein Glück, dass Herr Jakobs nicht über den 11. September schreiben musste.”

Nach einem langen Hin und Her - auch auf juristischer Ebene - hat Fraport (endlich) einen Schlussstrich gezogen: Der börsennotierte Flughafenbetreiber kaufte das Gelände des Chemiekonzerns Ticona und macht damit den Weg für den Ausbau des Frankfurter Flughafens frei. Ein guter, aber auch teurer Schachzug (siehe Bericht auf hr-online). Fraport hätte diesen Weg nur früher gehen müssen, so hätten sie sich viel Ärger gespart.

Es sollte das große Comeback werden: Axel Schulz zurück im Boxring. Mit großem Tam-tam zelebrierte RTL heute Abend den Kampf im “Gerry Weber Stadion” - und den nervigen Werbeunterbrechungen zwischen jeder Runde. Aber schon in Runde vier war Schulz fertig, in der sechsten gab er auf - sein Gegner Brian Minto war zu stark, obwohl der nicht einmal nur Weltelite gehört. Tja, das war wohl nix!

“Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür.” Oh wie schön, die Weihnachtszeit steht vor der Tür! Kalt wird es zwar nicht wirklich - im Gegenteil. Dafür haben wir kommenden Sonntag den ersten Advent (3. Dezember 2006). Langsam bin auch ich in richtiger Weihnachtsstimmung.

Heute habe ich mir die Weihnachtsklassiker “Last Christmas” (Wham!) und “Wonderful Dreams” (Melanie Thornton, verstorben 2001) gekauft. Hach, wie schön.

Das Thema “Killerspiele” scheint die Menschen zu interessieren. Nicht nur, dass es am Montag und Dienstag (ergo: zwei Tage hintereinander), jeweils das Topthema bei den ARD “Tagesthemen” und dem ZDF “Heute Journal” war. Nein, auch viele andere Medien haben inzwischen unzähliche Beiträge gebracht - stern.de, zeit.de, vor allem Spiegel Online und die Netzeitung. Ganz zu schweigen vom Internet-Angebot der GameStar, die täglich Interviews bringen. Inzwischen findet die Spielebranche auch in den General Interest-Medien Gehör. Auch mein Kommentar “Amoklauf und Killerspiele?” ist beliebt. Er erschien neben GamePorts und diesem Weblog auch auf exalo.eu und der Readers Edition - inklusive einigen Kommentaren. Andere Meldungen von mir wurden zwischen 400 und über 1 000 Mal auf GamePorts geklickt, eine Meldung erschien darüberhinaus auf onlinezeitung24.de. Das ermuntert mich gleich, das Thema weiter zu behandeln. Leider beharren immer noch viele Politiker auf ein Verbot von so genannten “Killerspielen”.

Nach dem gestrigen Amoklauf in Emsdetten herrscht das große Chaos im deutschen Land. Sind die “Killerspiele” schuld? Ein Kommentar.

Sie schreien alle laut. Nicht, weil ihnen weh getan wurde, sondern weil es ihre Pflicht ist. Berufspolitiker und Vertreter namhafter Verbände fordern nach dem gestrigen Amoklauf in Emsdetten ein Verbot von so genannten “Killerspielen”. Nicht zum erstenmal! Die Debatte kocht immer wieder hoch. Die Medien berichteten schon mehrmals über Beiträge von Politikern. Durch das Ereignis gestern im Münsterland scheint die Debatte aber wieder die Agenda in den Medien und damit unter der Bevölkerung zu bestimmen. Jedes Medium - von ARD, über SPIEGEL ONLINE, bis hin zu den lokalen Radiostationen: Alle sagen, die Computerspiele wären schuld. Oder sie haben zumindest eine Mitschuld.

Fakten? Der junge Mann brachte sich mit seinen 18-Jahren gestern in seiner ehemaligen Schule um. An seinem Körper hatte er Sprengsätze - manche davon verteilte er auf dem Schulgelände. Er ballerte wild um sich, schoss eine Lehrerin und einen Hausmeister an. Polizisten erlitten eine Rauchvergiftung, da er Rauchbomben zündete. Wahrlich ein schreckliches Ereignis, welches zurecht besprochen wird.

Aber weshalb muss Counter Strike herhalten? Der Shooter von Valve Software zeichnet sich dadurch aus, dass der Spieler taktisch vorgehen muss: Bomben entschärfen, und ein Teammitglied anzuschießen, wird bestraft.

Der Junge jedoch hatte keine Freunde, nicht wirklich. In seinem Abschiedsbrief, der mir vorliegt, beschreibt er seine Gefühle. Er zeigt sich von unserer Gesellschaft enttäuscht, man würde ihm die Chance verwehren, sein Individuum auszuleben. Er wollte nicht arbeitslos werden, und wenn er einmal ein Haus aufbaut, so würde es irgendwann kaputt geben. Kinder, die er zeugt, würden irgendwann sterben. Ihm fehlte der Sinn des Lebens. Er war verzweifelt.

Nicht aber, weil er Counter Strike spielte, sondern …

… weil er in seiner Schule gemobbt wurde. Er erzählte in einem Beratungsforum, in der siebten Klasse wollte ihn ein Hauptschüler schlagen. Und er sei zweimal sitzen geblieben. Er war von sich selber enttäuscht und flüchtete in seine eigene Welt, in der auch der Computer eine Rolle spielte.

Aber spielt er die Hauptrolle?

Im Internet lassen sich Beiträge (die meisten wurden nach dem Vorfall inzwischen schnell entfernt) lesen, in denen er erzählte, in Counter Strike habe er seine Schule nachgebaut, in einem Level. Er fand das anscheinend interessant. Er wollte Rache, Blutrache, das schrieb er in seinem Abschiedsbrief. Aber dass ihn Counter Strike zu dieser Tat bewog, darf stark bezweifelt werden.

Gestern Abend in den ARD-Tagesthemen um 22:15 Uhr beschrieb ein Experte treffend, Computerspiele könnten Aggressionsverstärker, wohl aber weniger -verursacher sein. Das ist ein Punkt, an dem Medien und Politiker ansetzen sollten.

Der Amokläufer war schier verzweifelt, sah sich als Verlierer. Es liegt nun an unserer Gesellschaft, aus Verlierern Gewinner zu machen. Man sollte aber vielen nicht ihre Spiele, die ihnen Spaß, oftmals als einzige Sache Spaß machen, wegnehmen. Und man sollte überlegen, ob wirklich Counter Strike immer für die “Killerspiele”-Debatte herhalten muss.

Die BILD-Redaktion behauptet ja gerne immer wieder, BILDblog sei ihr egal. Ein Screenshot auf bild.de hingegen macht deutlich, dass ein BILD-Mitarbeiter das Weblog als Favorit in seinem Browser gespeichert hat - zwischen “SPIEGEL” und “Agenturen”. Peinlich!

Skandal? Nach dem der Notar den neuen Rekord beim Domino Day (4 079 381) bekannt gab, beendete RTL plötzlich die Sendung und schaltete auf Hennes Bender um. Sehr seltsam … Bei fernsehtalk.de läuft inzwischen schon eine Diskussion.

Dem ZDF-Magazin “Frontal 21″ gelang es mit Materialien aus dem Duty-Free-Bereich eine Sprengstoffbombe zu bauen. Nach dem Versuch auf dem Frankfurter Flughafen wurde die Bombe unter fachmännischer Aufsicht zur Explosion gebracht, welche im Test einen Mittelklassenwagen schwer beschädigte. Einen Bericht darüber strahlt “Frontal 21″ am morgigen Dienstag ab 21 Uhr aus.

Zahlreiche Leser von ZEIT Online haben sich in dieser Woche wegen einer neuen Werbeform beschwert: Eine Vorschaltseite. Bevor der User also die eigentliche Seite sehen darf, muss er seine volle Aufmerksamkeit auf ein einzelnes Unternehmen (hier: O2) richten. Nach 15 Sekunden soll er weitergeleitet werden, oder er klickt (manuell) auf einen Link, der ihn weiterführt. Solche Werbeformen sind mir ansonsten nur von Spieleseiten bekannt - auf einer renomierten Seite wie ZEIT Online aber eher fehlplatziert.

Im “Meckerblog” von ZEIT Online diskutieren seitdem einige Leser der Internetseite. Eingeschaltet haben sich auch Chefredakteur Gero von Randow und der ZEIT-Geschäftsführer. Diverse ZEIT-Abonnenten kündigten an, die Online-Ausgabe nicht mehr zu besuchen. Verständlich.

Heute ist übrigens keine Vorschaltseite geschaltet.