mtv.de gehackt
Website von MTV manipuliert: Haben Albaner die Unabhängigkeit Kosovos gefordert? Screenshot von mtv.de.

Anscheinend haben Albaner (nach eigenen Aussagen) Zugriff auf den Server von MTV: Die Startseite wurde durch ein “Independence for Kosova”-Hinweis ersetzt - bereits vor gut zwei Stunden.

Nachtrag, 00:53 Uhr: Inzwischen hat MTV reagiert und die Startseite wiederhergestellt. Via mtv.de gelangt man weiterhin auf die manipulierte Seite.

Nachtrag, 01:02 Uhr: Wer auch immer seine Finger in diesem traurigen Hin und Her im Spiel hat, aber inzwischen ist die Forderung nach Unabhängigkeit durch “FUCK DAMN Kosova!” ersetzt worden. Anscheinend haben andere “Hacker” die manipulierte Seite verändert.

Nachtrag, 01:05 Uhr: Da geben sich wohl ein paar Menschen ein lustiges Spiel zu später Uhrzeit. Inzwischen wird die Unabhängigkeit wieder gefordert, und der Webmaster von mtv.de als Anfänger bezeichnet: “WEBMASTER, NOT OUR FAULT YOURE A N00B” Ich gehe ins Bett.

Wer auf die “Deutsche Journalistenschule” darf, hat es geschafft. Er gehört mit zur Elite des journalistischen Nachwuchses. Die Schule ist zusammen mit der Henri-Nannen-Schule in Hamburg die populärste Lehrstätte für Schreiberlinge. Günther Jauch lernte einst sein Handwerk in München, Sandra Maischberger auch, oder Ulrich Wilhelm, der derzeitige Chef des Bundespresseamtes.

Stefan Niggemeier, Jahrgang 1969, in Harderberg (Landkreis Osnabrück) geboren, darf sich mit zu den “renommierten Journalisten” zählen, die Wikipedia auflistet. Er ist vor allem ein Mensch, der lieber über Menschen schreibt, die selbst schreiben. Quasi der Kontrolleur der Kontrolleure. Medienjournalisten haben wenig zu befürchten, sie können frei schreiben, was sie von ihren Kollegen halten - und das ist meist etwas Schlechtes, Lob kommt selten. Niggemeier durfte das einst bei der Süddeutschen Zeitung praktizieren. Heute gehört ihm mit einem Kollegen das BILDblog, sein eines Standbein. Das andere: Freier Mitarbeiter für die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (FAS).

Mehr als 40.000 Menschen lesen täglich das BILDblog, lesen, welche Fehler die BILD-Zeitung während ihrer Arbeit macht. 2004 wurde die Seite dafür von der Deutschen Welle ausgezeichnet, 2005 folgte der Leuchtturm-Preis des Netzwerk Recherche, vor wenigen Woche haben Stefan Niggemeier und Konsorten den dritten Platz des “LeadAwards” belegt, für das “beste Weblog des Jahres”. Und, nicht zu vergessen: 2005 der Grimme Online Award.

Apropos Grimme: Im letzten Jahr muss es gewesen sein, als plötzlich Niggemeiers privates Blog in der Öffentlichkeitswirkung ähnlichen Zuspruch genoss wie das BILDblog. Für den diesjährigen Online Award wurde Niggemeier privat vorgeschlagen.

Sein Erfolgsrezept: Medien kritisieren, stets dran bleiben, auch mal Themen herausnehmen, die skandalträchtig sind. “Kurz korrigiert” heißt das in der Niggemeier-Sprache, der “Nachtrag, UHRZEIT” ist ebenfalls ein Markenzeichen des Medienjournalisten. Kurz: Stefan Niggemeier hat die Zeichen der Zeit erkannt, sahnt einen Preis nach dem anderen ab, sitzt plötzlich in jeder Jury - kürzlich bewertete er Brickfilme, von denen er zuvor nie etwas gehört hatte.

Nachdem er die BILD-Zeitung bearbeitet hat, folgt nun ein neues Ziel: 9Live und das gesamte System von “HotButton”-Abzockern. Erst kürzlich gab es einen Schlagabtausch via der FOP-Achse: Fernsehen-Online-Print. Niggemeier legte sich mit Max Schradin an, der live in 9Live eine Kolumne aus der FAS vorgelesen hatte. Derartige Aktionen machen Niggemeier kult - und zum ersten, wahren Gewinner der Blogosphäre in Deutschland.

Wie per Zufall veröffentlichte die österreichische Tageszeitung “Die Presse” pünktlich zu meinem 19. Geburtstag einen Blogeintrag vom Dienstag - mein erster Artikel im “Fangnetz”. Danke für dieses Geschenk, liebe “Die Presse”!

Die Presse
Der Anfang meines Artikels in der heutigen Ausgabe von “Die Presse”. Rechts daneben: Ein anderer Blog.

Das “onezblog” hat heute den ersten politischen Blog-Karneval angekündigt. Es geht darum, dass in den nächsten Wochen Blogger über ein bestimmtes Thema aus der Politik schreiben, das noch bekannt gegeben wird. Ich beteilige mich zusammen mit einigen anderen netten Menschen daran. Weitere Informationen lesen Sie hier - dort finden Sie auch einen Ansprechpartner, sofern Sie sich beteiligen möchten.

Der Blogger Helge Fahrnberger schrieb kürzlich einen Beitrag, der den Tenor “Blogger sind keine Journalisten” hat. Widerspruch! Blogger können Journalisten sein - und zwar gute. Anders formuliert: Sie sind die Journalisten der Zukunft!

Schon seit längerem haben hauptberufliche Journalisten das Potential von Blogger entdeckt. Sie sind manchmal informativer als jede Zeitung, weil sie Geschichten entdecken (können), an die ein normaler Redakteur nicht kommt - trotz guten Kontakten. Sie sind meist näher am Geschehen dran oder selbst die Beteiligten einer Szene. Sie sind an mehr Orten als berufliche Schreiberlinge und manchmal versuchen sie auch, richtig journalistisch zu sein. Zugegeben: Oftmals wird der Blogeintrag vermischt mit einem Kommentar, sodass “Kommentar” oder - meinetwegen - “Kolumne”, allenfalls eine “Reportage” als Beitragsform eher passen würde. Leider - oder “Gott sei Dank”? - steht “Blog” drüber.

Trotzdem: Auch Journalisten schreiben Kommentare, Kolumnen und Reportagen. Weblogs sind genauso Journale wie die Tageszeitung.

Natürlich fehlt meist die gute Schreibe oder das Gegenchecken von Informationen. Daran kann man noch arbeiten. Bürgerjournalismus wird hingegen salonfähig, zum Beispiel auf der “Readers Edition”, die nichts anderes ist als ein Weblog, geformt als Magazin. Allerdings basiert sie auf Wordpress und somit auf der populärsten Blogsoftware überhaupt.

Näher dran sein am Geschehen, bürgernahe Geschichten - das ist das Potential von Blogger, die auch Journalisten sein können. Bestimmt.

Ein schönes Motiv habe ich heute nur unweit meines Zuhaues gefunden. Durch Eschborn fließt der so genannte “Westerbach”, der dann in die Nidda mündet.

Westerbach
Foto: Frederic Schneider

Star Wars die Dritte

20. Mai 2007

Heute Abend Demnächst zeigt ProSieben Episode 4 von “Star Wars” (20:15 Uhr). In den beiden vergangenen Wochen strahlte der Sender aus Bayern die ersten zwei Episoden aus. Von der dritten habe ich im freien Fernsehen allerdings noch nichts gesehen.

Warum? “Star Wars: Die Rache der Sith” kam vor fast genau zwei Jahren in die Kinos, die DVD ist ebenfalls längst erhältlich. Liebes ProSieben: Zeigt Episode III!

Ich muss gestehen: Im Kino habe ich mir die Science-Fiction-Filme noch nie angesehen, meine Star Wars-Premiere habe ich im letzten Jahr gefeiert - ebenfalls auf ProSieben. Mir haben die fünf Episoden so gut gefallen, dass ich sie mir in diesen Wochen erneut ansehe. Jetzt fehlt nur noch die dritte Episode und ich kann mit den ganzen, verrückten Fans mithalten.

Nachtrag, 22. Mai: Auf meine Anfrage hin hat man bei ProSieben geantwortet: “Episode III ist im nächsten Jahr vorgesehen.”

Wahnsinn! Eine große Aufregung, als das US-amerikanische Studio “Blizzard Entertainment” gestern ein neues Computerspiel angekündigt hat: StarCraft 2. Endlich. Seit Monaten predige ich in meinen Artikeln in der Spielebranche, ein zweiter Teil des weltweit erfolgreichsten RTS (Echtzeitstrategie-Spiel) aller Zeiten müsse endlich her. Jetzt wurde mein Gebet erhört.

Und die Spielebranche spielt verrückt. Das “Krawall Gaming Network” bestand gestern bis auf zwei Nachrichten nur aus SC 2-Meldungen. Die GameStar war in seinem Onlineangebot auch schnell mit Meldungen überseht. Der Branche tut so etwas gut. Das Tagesgeschäft ist eher langweilig, große Zuschauermagnete entstehen nur mit Großartigem wie Half-Life 2 oder eben StarCraft 2. Interessant ist auch ein Video auf YouTube, das die Reaktionen vor Ort in Südkorea, wo StarCraft 2 gestern Vormittag angekündigt wurde, demonstriert. Im Übrigen hat die Ankündigung ein ganzes Olympiastadion in Seoul gefüllt.

Mehr über das Spiel, die Fanreaktionen und den ganzen Wahnsinn in einem - wie ich finde - großartigen Artikel, den ich gestern zusammen mit zwei Kollegen auf GamePorts verfasst habe.

Der Chef der Weltbank, Paul Wolfowitz, tritt zurück. Das meldeten als Eilmeldungen AP um 00:15 Uhr, AFP etwa genauso, die dpa war ein Tick schneller - laut focus.de gab es bereits um 00:10 Uhr eine entsprechende Kurzmeldung.

Nur kurze Zeit später machte eine “Nachtschwester” (mit dem Kürzel “van”, wer das ist - niemand weiß es) bei Spiegel Online eine Eilmeldung daraus. Welt Online aktualisierte seine Meldung von heute Nachmittag. tagesschau.de (mit 24 Std., sieben Tage/Woche Redaktion) ist ebenfalls mit einer Eilmeldung dabei. So gehört sich das.

Nichts steht hingegen bei der Netzeitung (okay, das Budget für Schichtdienst fehlt), bei stern.de (wollten das dt. Leitmedium im Internet werden), n-tv.de, bei faz.net, sueddeutsche.de und bei zeit.de. Focus Online hat immerhin einen 24-Stunden-Ticker prominent auf der Startseite implementiert - dpa-Meldungen werden unredigiert veröffentlicht. Einen redaktionellen Text gibt es jedoch nicht.

Da müssen die deutschsprachigen Online-Medien wohl noch nach ziehen. Besser informiert ist man nämlich im Fernsehen: Sowohl der ARD-Teletext als auch N24 und n-tv im Nachrichten-Laufband berichten über den Rücktritt.

Im Übrigen berichtet im Moment auch die Tagesschau darüber. Live.

Nachtrag, 01:01 Uhr: Inzwischen gibt es bei Focus Online einen redaktionellen Artikel. Da scheint wohl doch jemand zu arbeiten. Nur larm ist er. Die Tagesschau bringt in dieser Minute eine Live-Schalte nach Washington.

Nachtrag, 01:19 Uhr: Beim ZDF (sowohl TV als auch online) fehlt immer noch eine Meldung. Bei Spiegel Online steht inzwischen ein langer Text mit Foto; neben “van” hat nun auch “plö” (Textchef) am Artikel mitgearbeitet. So soll das sein: Noch nachts bestens informiert. tagesschau.de macht das ebenfalls gut. Allerdings ist die Bildunterschrift unverändert aus früheren Artikel kopiert worden.

Nachtrag, 01:26 Uhr: Marc Pitzke kommentiert auf Spiegel Online den Rücktritt. Respekt. Liest sich allerdings wie vorbereitet.

Nachtrag, 01:29 Uhr: Focus Online bringt ein Porträt über Wolfowitz, formuliert von Reuters.

Tagesspiegel Online plant einen Relaunch seiner Website für die kommenden Tage. Stefan Niggemeier hat eben ein Weblog entdeckt, in dem Mercedes Bunz und Markus Horeld über das bloggen, was die Redaktion bewegt.

Screenshot von tagesspiegel.de
Innenansichten: Das neue Layout von Tagesspiegel Online.

Das Layout sieht - ja, es ist überraschend mal etwas anderes: es sieht gut aus. Nicht perfekt, aber gut. Allerdings scheint das Blog noch nicht für die Öffentlichkeit gedacht sein: Der Standard-Artikel “Hallo Welt!” von Wordpress ist noch vorhanden.