Vom neuem Patriotismus
4. Juni 2007
Dieser Text erscheint als Editorial auf der Plattform neuer-patriotismus.de, die in zirka zwei Wochen online geht.
Die Deutschen entwickeln wieder so etwas wie ein Wir-Gefühl, Kritik an einem «neuem Patriotismus» sollte bei einer toleranten Vaterlandsliebe allerdings möglich sein. Ein Editorial zu einem umstrittenen Thema.
Willkommen in Deutschland, willkommen bei 80 Millionen Freunden: Deutschland hat sich im vergangenen Jahr als äußert gastfreundlich gezeigt - und seine eigene Identität erstmals nach vielen Jahrzehnten sowohl optisch als auch sprachlich gezeigt. Weite Welt: Die Deutschen können wieder sagen, dass sie sich mögen. Wunderbar!
Dabei war schon vor der Fußball-Weltmeisterschaft ein neues Wir-Gefühl zu beobachten. Die dritte Generation nach dem furchtbaren Zweiten Weltkrieg löst sich langsam aber sicher vom Glauben der Älteren, das Volk zwischen Alpen und Nordsee dürfe sich selbst nicht lieben.
Im Sommer 2006 habe ich ältere Menschen beobachtet, die wahrlich entzückt waren zu sehen, wie die Jugend Deutschland «geil» findet, wie die Jugend ein Wir-Gefühl entwickelt.
Allerdings ist das längst noch keine Selbstverständlichkeit: Es gibt nicht wenige Stimmen, die von einem «neuem Patriotismus» nichts wissen möchten - und die von solcher Stimmungsmache wenig bis überhaupt nichts halten. Ein Patriotismus muss gesund genug sein, solche Meinungen zu akzeptieren. Eine Pflicht-Vaterlandsliebe ist der falsche Weg und würde uns nur in die Zeiten zurückführen, die wir langsam zu überwinden versuchen.
Auf diesen Seiten präsentieren Ihnen vor allem junge Autoren ihre Meinungen zu diesem nicht ganz unumstrittenen Thema. Sie werden auf neuer-patriotismus.de sowohl dem «neuem Patriotismus» positiv, als auch negativ eingestellten Artikel begegnen. Bilden Sie sich eine eigene Meinung zu diesem Thema.
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