Eine Studentengruppe aus China hat Strafanzeige gegenüber den Spiegel gestellt. Dieser berichtete in der Ausgabe 35 unter dem Titel “Die gelben Spione” auf mehreren Seiten kritisch über Chinas Feldzug, westeuropäische Technologien auszuspähen. Einer der zuletzt besten Titelgeschichten des Hamburger-Verlages. Der muss sich nun gefallen lassen, der üblen Nachrede, der Volksverhetzung, der Verletzung von Hoheitszeichen und weiß der Gott noch alles bezichtigt zu werden. Hoffentlich werden die deutschen Gerichte zugunsten der Pressefreiheit entscheiden und den chinesischen Machenschaften Einhalt bieten.

Eine Ära geht demnächst zuende: Auf Antrag der Mitarbeiter KG, haben die Gesellschafter des Spiegels beschlossen, den Vertrag von Chefredakteur Stefan Aust nicht verlängern zu wollen. Austs Vertrag läuft zum 31. Dezember 2008 aus.

Aust ist nicht ganz unumstritten, machte sich jedoch zum Beispiel für “Spiegel TV” stark, welches er mit aufgebaut hatte. Bekannt wurde der Niedersachse Ende der 80er Jahre durch Dokumentationen über die RAF.

Spannend wird, wer sein Nachfolger sein darf. Bislang gibt es allerdings keine Namens-Spekulationen. Inzwischen (00:35 Uhr) gibt es auch erste Spekulationen, wer dies sein könnte.

Das SchülerVZ geht unter die Internetseiten, die im großen Maße Geld durch Online-Werbung verdienen wollen - und damit vor allem auf spezielle Werbeformen setzen. Zwar hat das Team vorab die User informiert, demnächst Werbung schalten zu wollen und eine extra Gruppe dafür eröffnet. Textanzeigen oder Skyscraper werden auch brav als “Anzeige” betitelt.

Doch seit heute wird auf der Startseite unter “Schaufenster” der Punkt “Heiß auf ein Treffen mit Jimi Blue?” beworben. Ist auf der Index immerhin noch “Anzeige” darüber geschrieben, fehlt der Hinweis auf der großen Unterseite. Dort wird Jimi Blue in höchsten Tonen gelobt und es ist möglich sein erstes Lied “I’m lovin (L. R. H. P.)” zu hören. Ziel ist es, ein “bad girl” zu finden, das den 15-jährigen Jimi treffen darf - welch Ehre. Junge Mädchen werden aufgefordert, etwas für Jimi zu tun. “Immerhin” werden die Mädchen davon abgehalten, für ihn zu strippen: Das würde er schon kennen, wie man im Video ja sehen könne.

Der Plattenfirma dürfte es gefallen, denn nirgends anders in Deutschland ist es möglich, höhere “Treffer” (im Werbesinn) mit der jungen, zunehmend weiblichen Zielgruppe zu zählen.

SchülerVZScreenshot von schuelervz.net: Das große “Jimi Blue”-Spezial

Umbruch bei “Zeit Online”: Gero von Randow ist nunmehr nur noch kommissarischer Chefredakteur des Online-Ablegers der renommierten Wochenzeitung “Die Zeit”. Spätestens bis Februar soll er gänzlich abtreten und durch eine neue Person ersetzt werden. In Zukunft soll von Randow nur noch über Sicherheitspolitik schreiben - sowohl für Print als auch Online. Warum das Ganze? Gründe sind nicht bekannt, es gibt nur Spekulationen: Sieht von Randow seine Arbeit als gescheitert? Zuletzt gingen die Besucherzahlen zurück und die Leser sind alles andere als mit dem Layout zufrieden - nur der Inhalt stimmt. Wollte man ihn womöglich intern nicht mehr, weil man, vor allem in Person von Giovanni di Lorenzo, eh nicht an das Internet als journalistisches Medium glaubt?

Über dieses Thema hat sich Stefan Niggemeier ausführlich Gedanken gemacht und sieht derzeit wenig Chancen, dass sich “Zeit Online” groß verbessern wird. Die Widerstände von Seiten der Print-Mutter sind zu groß, das Projekt letztendlich zu teuer und mit di Lorenzo ist ein mächtiger Internet-Feind als “Zeit”-Chefredakteur beschäftigt.

Der einzige Lichtblick, der das - so oder so - inhaltlich gute “Zeit Online” weiter aufwerten wird: Der ehemalige Bundesaußenminister, Joschka Fischer, wird zukünftig (ausschließlich) für “Zeit Online” wöchentlich Kolumnen schreiben.

Wir dürfen gespannt sein.

Was war heute los mit den MTV Europe Music Awards in München? Ich habe mich so auf den heutigen Abend gefreut - und wurde doch so enttäuscht. Die Musikakts waren eher enttäuschend. Amy Winehouse stand auf der Bühne als wäre sie nicht bei vollem Bewusstsein, lediglich ihre grandiose Stimme konnte mich entzücken.

Snoop Dogg war ein großer Reinfall und erreichte längst nicht die Stärke eines Sacha Noam Baron Cohen alias Borat. Zu allem Überdruss kam die Stimmung in der Halle mies rüber. Sonst ist man großes Geschreie und eine bombastische Stimmung gewohnt - nichts davon habe ich gehört. Statt bis Mitternacht, ging die Show zudem nur bis 23:20 Uhr.

Woran lag es, dass die EMA’s 2007 so schlecht waren? Lag es daran, dass in Bayern heute Allerheiligen war und die Behörden die Veranstaltung mit viel Bauchschmerzen genehmigten? War MTV mit München nicht zufrieden und wollte das mit einer schlechten Show demonstrieren?

So werde ich mir 2008 zweimal überlegen, ob ich mir die EMA’s in Liverpool ansehen werde.

Michel Friedman, deutscher Journalist jüdischer Herkunft, hat sich in einem Interview (Teil I, Teil II) dem bekennenden NPD-Anwalt und ehemaligen RAF-Kämpfer Horst Mahler gestellt. Das ursprüngliche Ziel des Gespräches für die Vanity Fair war die RAF, doch kam Friedman nur selten dazu.

Mahler begrüßte Friedman stattdessen zu Beginn mit “Heil Hitler, Herr Friedman” und leugnete den Holocaust. Nach seiner Auffassung streben die Juden die Weltherrschaft an und ziehen im Hintergrund die Strippen der USA und Deutschlands. Gott wolle, dass das Deutsche Reich wieder aufersteht und dafür kämpfe er. “Die jüdische Macht ist am Ende, und das wird sich auch rumsprechen”, so Mahler. Juden bräuchten “Gewalt, um sich als Opfer wieder darzustellen”, denn dies sei ihre Masche, um ihre Ziele zu erreichen.

Friedman hat als Privatperson Anzeige gegen Mahler nach dem Interview Anfang Oktober erstattet.

Ein trauriges, doch in einer gewissen Art und Weise bildendes Gespräch, um verstehen zu können, wie Neo-Nazis ticken.

Die Europäische Union plant, den Begriff “Apfelwein” (Ebbelwoi) zu verbieten. Zukünftig soll der Begriff “Wein” nur noch im Zusammenhang mit Getränken aus Trauben verwendet werden dürfen. Manchmal frage ich mich, wozu wir die EU überhaupt noch benötigen, wenn sie aus Traditionen und Tugenden absurdes Zeugs macht, nur, um ein weiteres Thema geregelt zu haben.

Entsprechend sind die Empörungen: Roland Koch sagte, “die geplante Regelung ist vollkommen unnötig, inakzeptabel und außerordentlich schädlich”, so der hessische Ministerpräsident. “Sie ist eine Missachtung deutscher und hessischer Tradition.” Dr. Johanna Höhl bringt es auf den Punkt: “Apfelwein ist viel mehr als nur ein Getränk – er ist ein großes Stück hessische Identität. Wir lassen uns den Apfelwein nicht kaputt machen. Für mich gleicht das einem Angriff auf die hessische Volksseele.” Koch hat inzwischen bei der zuständigen EU-Kommissarin Protest eingelegt und Verbraucherminister Seehofer eingeschaltet.