Tschüß, 2007

31. Dezember 2007

Dann wollen wir mal unseren Job als Urlaubsvertretung machen :-)

Das Jahr neigt sich, langsam aber sicher, dem Ende entgegen, in 6 Stunden ist es bereits Geschichte.

An dieser Stelle möchte ich allen Lesern für ihre Treue danken und alles Gute für das Jahr 2008 wünschen.

Offenbar ist man innerhalb der Bundesregierung gewillt, die Förderalismuskommission II noch einige Jahre tagen zu lassen.

Bundesregierung

Im Pressebereich der Regierung wird für den Donnerstag, 7. April 2016, um 10:30 Uhr eine Pressekonferenz in Berlin angekündigt, die überraschenderweise Günther Oettinger (CDU) leiten soll. Der baden-württembergische Ministerpräsident wäre dann immerhin noch im besten Politikeralter: Brave 63 Jahre. Nun denn, ich trage mir dann den Termin schon einmal in meinen Kalender ein.

Es gehört fest zur deutschen Fernsehgeschichte und versammelt einmal im Jahr Millionen Zuschauer vor den Fernsehern: “Dinner for One”.

1963 vom NDR produziert, genießt “Dinner for One”, oder: “Der neunzigste Geburtstag”, im deutschsprachigen Raum Kultstatus. Über zehn Millionen Menschen verfolgten insgesamt den Film letztes Jahr in Deutschland.

Miss Sophie (May Warden) begeht ihren 90. Geburtstag. Sie lädt vier ihrer Freunde - Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom - ein, die allesamt aber längst, der letzte vor vielen Jahren, verstorben sind. Also muss Butler James (Freddie Frinton) die Rolle des Quartettes übernehmen. Er serviert nicht nur das Essen und die Getränke, sondern trinkt auch für die vier “anwesenden” Gäste mit - stets alkoholische Getränke: Champagner, Portwein, Sherry und Weißwein.

Legendär ist die Frage von James: “The same procedure as last year, Miss Sophie?”. Sie erwidert: “The same procedure as every year, James”, wobei die Betonung auf “every”, zu Deutsch: “jedes”, liegt. Diesen Dialog gibt es vor jedem Gang. Da James jedoch durch die Alkoholika schnell angetrunken ist, wird sein Englisch von Getränk zu Getränk schlechter, später nur noch nuschelnd zu verstehen. Außerdem fällt er über einen am Boden liegenden Tigerkopf. Unvergessen ist auch sein Rülpser und das “Skall!”.

Vor dem Beginn der eigentlichen Dialoge zwischen Miss Sophie und James gibt es eine erläuternde Einleitung, gesprochen von Heinz Piper. “Dinner for One” gefällt vor allem durch die vielen kleinen und versteckten Witze, die das Publikum, im Hintergrund zu hören, stets lachen lässt.

International verbreitet

“Dinner for One” gibt es in mehreren Fassungen. Das Schweizer Fernsehen hat eine kürzere Version (11 Minuten, anstatt 18 in Deutschland) gedreht. Ferner existiert noch eine dänische Fassung, wo alle vier Gäste noch leben. Kultstatus hat der Film auch in Norwegen, Schweden, Südafrika und Österreich. In England wurde “Dinner for One” bereits ausgestrahlt, ist allerdings nicht weit verbreitet. Da die deutsche Fassung englischsprachig ist, unterscheiden sich die Versionen in beiden Ländern nicht. Seinen Ursprung soll der Film in England haben: Lauri Wylie schrieb die Geschichte dazu bereits in den 20er Jahren. Ab 1945 soll der Film im englischen Varieté-Theater Winter Gardens aufgeführt worden sein. Im deutschen Fernsehen feierte “Dinner for One” am 9. Dezember 1961 seine Premiere.

Diesjährige Sendetermine

Im Folgenden dokumentiere ich alle Sendetermine am Montag, den 31. Dezember 2007. Darunter auch interessante Formate wie “Dinner for One auf Hessisch”. (Der orginale Film ist kursiv markiert.)

  • 13:35 Uhr, Dinner for One - up Platt, NDR
  • 14 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
  • 14:05 Uhr, Dinner for One - das Dinner, NDR
  • 16:05 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 16:30 Uhr, Dinner for Wan(ne), WDR
  • 16:35 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, NDR
  • 17:25 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR
  • 17:55 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 18:50 Uhr, Dinner for One, WDR
  • 19 Uhr, Dinner for One, BR
  • 19 Uhr, Dinner for One, MDR
  • 19:05 Uhr, Dinner for One, RBB
  • 19:10 Uhr, Dinner for One, HR
  • 19:30 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
  • 19:40 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 22:35 Uhr, Dinner for One, HR
  • 23:40 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 00:02 Uhr, Dinner for One, BR
  • 00:50 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
  • 04:15 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
  • 04:30 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR

Dieser Artikel ist eine überarbeitete Version von einem Text aus 2005, den ich bei TVBlogger schrieb. Eine weitere Zusammenfassung gibt es auf der gleichen Seite von Daniel Richter.

Der Frankfurter Flughafen darf ausgebaut werden. Was einerseits für die Region und die Bundesrepublik andererseits immens wichtig ist, stößt bei einigen Bewohnern flughafennaher Städte auf viel Kritik. Erste Anwohner planen Massenklagen gegen den Betreiber Fraport und die Entscheidung von Wirtschaftsminister Alois Rhiel. Doch der Kritik von Al Wazir & Co. zum Trotz: Die Bürger scheinen sich mehrheitlich für den Ausbau auszusprechen. 53,88 Prozent einer nicht-repräsentativen Umfrage auf hr-online.de sprechen sich eindeutig dafür aus. Die Fraktion der Gegner ist allerdings auch betrachtlich, mit immerhin 42,01 % von bislang knapp 1490 Abstimmenden.

Marco ist aus dem Gefängnis und befindet sich inzwischen zurück in Deutschland. Zwar ist längst noch kein Urteil gefallen, doch bis zur Weiterverhandlung in der Türkei im April kann der 17-Jährige erst einmal ausspannen. Er wolle sich jetzt erst einmal eine Woche zurück ziehen und von seinen Eltern verwöhnen lassen, lies er durch einen seiner Rechtsanwälte ausrichten. Zugleich strahlte RTL jedoch gestern ein exklusives Interview mit Marco aus, eine Welle der Entrüstung bricht seit dem aus.

Es ist allerdings einfach, Marco und seiner Familie aufgrund dieser Berichterstattung etwas Verwerfliches vorzuwerfen.

Die Familie Weiss im Allgemeinen und Marco im Besonderen befinden sich in einer schweren Lage, die nicht nur dadurch geprägt ist, dass Marco acht Monate im Gefängnis saß; dazu kommt, dass Familie Weiss von der deutschen Presse quasi belagert wird. Es ist jetzt abzuwägen, was besser für sie ist. Aus moralischer Sicht ist der exklusive Deal mit RTL eher verwerflich, außerdem stellt sich Marco nicht der freien Presse, sodass ARD, ZDF, dpa, Reuters & Co. kein eigenes Material zum Versenden haben. Nun wäre dies aber mit einem großen, medialen Rummel verbunden gewesen, mit vielen Reporterteams, die auf einen einreden. Ist es da nicht interessanter, sich nur einem Team zu offenbaren, das zwar viel gezeigt bekommt, sich ansonsten aber eher zurückhält, mit einem in das Feld geht und dort in Ruhe interviewt, das mit einem vor einem “Kamin” sitzt und freundliche Fragen stellt und sogar darauf hinweist, man würde zum eigentlichen Problem keine Fragen stellen? Ich glaube, dies ist für Marco und seine Familie viel besser, und hat den positiven Nebeneffekt, dass es Geld bringt, das der Familie, die wenig hat, ebenfalls hilft.

Dass wir immer nur das Negative bei einem solchen, von RTL natürlich ausgeschlachtenen Exklusiv-Deal sehen, finde ich sehr schade und zeigt die Verbortheit vieler Menschen in unserer Gesellschaft. Dafür sollten sich diejenige genauso schämen, wie sie von Marco und seiner Familie Scham fordern.

Eigentlich habe ich in letzter Zeit wieder angefangen, TVBlogger zu mögen. Einmal abgesehen von einigen Fehlleistungen, produziert das Weblog in letzter Zeit wieder mehr Qualität - auch wenn das einige Leser nicht einsehen möchten. Da wäre zum Beispiel, vom gleichen Autor, ein Kommentar zu einer Umfrage betreffend der Tagesschau. Oder eine provokante Auseinandersetzung mit “Bauer sucht Frau”. Darum geht es allerdings auch nicht; inhaltlich habe ich mich in letzter Zeit oft genug mit dem Blog auseinander gesetzt und musste mir sagen lassen, ich führe einen Rachefeldzug.

Nein, was mich etwas stört (es ist nichts Weltbewegendes), ist, wie man in letzter Zeit mit seinen Lesern umspringt. Auf Kritik wird seit einiger Zeit nur noch mit Herabstufungen reagiert. Zwar sind einige User-Beiträge in der Tat nicht sonderlich konstruktiv, doch sollte man mit seinen Lesern, mit seinem Kapital freundlicher umgehen. Es kann nicht sein, dass man andauernd seine Leser für ein Pöpel hält. Ist das wirklich nötig?

Die neuen AGB vom StudiVZ stoßen auf viel Kritik. Bis zum 9. Januar müssen alle Mitglieder den neuen Bestimmungen zustimmen, andernfalls wird ihr Profil gesperrt. Größter Streitpunkt: De facto erlaubt der Nutzer der sozialen Gemeinschaft, Angaben im Profil, wenn auch anonym, für gezielte Werbung zu benutzen. Ein im Prinzip schlauer Schritt, in Anbetracht des Datenschutzes jedoch zweifelhaft.

Spiegel Online hat sich deshalb bei erfahrenen Juristen mit dem Schwerpunkt IT informiert, die die neuen AGB von StudiVZ zum Teil für unwirksam halten. “Die Weitergabe (der Profildaten) wäre in allen Fällen möglich – auch in solchen, die der Datenschutz nicht erlaubt”, sagt etwa der Kölner Rechtsanwalt Rolf Becker. “Denn im letzten Abschnitt (von einem Passus) steht ja, dass die Übermittlung an Dritte auch in den Fällen gestattet wird, die nicht sowieso schon durch Gesetze oder Urteile gedeckt ist.”

Die zwangsmäßige Zustimmung der neuen AGB wird ebenfalls angezweifelt. Arne Trautmann aus München: “Das widerspricht meiner Ansicht nach dem Telemediengesetz.” Dort heißt es im Paragraphen 12: “Der Diensteanbieter darf die Bereitstellung von Telemedien nicht von der Einwilligung des Nutzers in eine Verwendung seiner Daten für andere Zwecke abhängig machen, wenn dem Nutzer ein anderer Zugang zu diesen Telemedien nicht oder in nicht zumutbarer Weise möglich ist.”

Kurz: Das StudiVZ mag sich die Änderung der AGB einfach vorgestellt haben, doch es bleiben viele umstrittene Punkte, die dringend geändert werden sollten. Man ist gut beraten, auf die Zweifel der Juristen zu reagieren.

Heute hat die Junge Union in der Versammlung des Ring politischer Jugend (RpJ) ein Veto eingelegt, sodass die Jugendorganisation der Linkspartei, ['solid], nicht aufgenommen wird. Meines Erachtens völlig zurecht: ['solid] wird vom Verfassungsschutz beobachtet und gilt als linksextreme Organisation. JU-Chef Philipp Mißfelder erklärt dazu: “['solid] hat sich seit seiner Existenz als grundsätzliche, antikapitalistische, außerparlamentarische und in Teilen antiparlamentarische Systemopposition verstanden, die das bestehende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu überwinden suchte.”

Die Linke sieht darin nun einen “undemokratischen Vorgang”, ihr Bundesgeschäftsführer, Dietmar Bartsch, wirft der JU “schlechten Stil” vor und kündigte gemeinsam mit dem ['solid] juristische Schritte an. Was seinerseits allerdings undemokratisch wäre, immerhin sehen die Statuten klar vor, dass es zur Aufnahme in den RpJ eine Einstimmigkeit unter den Mitgliedern geben müsse.

Stimmtalent aus Hamburg

7. Dezember 2007

Zum Start der deutschen “YouTube”-Plattform haben sich die Verantwortlichen einen Talentwettbewerb ausgedacht, die Gewinnerin wurde gestern Abend ausgezeichnet. Anna Coralees, 21, aus Hamburg ist die Glückliche, die sich mit dem Song “Rehab” von Amy Winehouse beworben hat. Eine weitere Interpretation mit Gitarrenbegleitung ist ebenfalls auf YouTube zu finden.

Laut diversen Medien-Meldungen hat der “Spiegel” einen neuen Chefredakteur gefunden: Claus Kleber, bisheriger Moderator und Redaktionsleiter vom “Heute Journal”. Sein Stellvertreter wird “Spiegel Online”-Chef Mathias Müller von Blumencron, der zuletzt schon heiß als potentieller Kandidat gehandelt wurde. Martin Doerrey bleibt derweil zweiter Stellvertreter. Joachim Preuß hatte aus Solidarität zu Stefan Aust bereits sein Ausscheiden bekannt gegeben.

Mit Kleber hat der “Spiegel” die bei den bisherigen Spekulationen denkbar beste Personalie getroffen. Kleber ist ein seriöser und gestandener Journalist mit viel Erfahrung. Blumencron erhält nicht die volle Macht als Stellvertreter, kann jedoch sein Können sinnvoll in das Blatt einbringen. Doerrey steht im Trio dabei für Kontinuität.