LG Hamburg fordert Kontrolle von Kommentaren in Blogs
6. Dezember 2007
In einem Urteil entschied das Landgericht Hamburg, dass der Journalist Stefan Niggemeier auf seinem Weblog alle Kommentare bei “brisanten” Themen vorab kontrollieren müsse, damit keine verleumderischen oder sonst beleidigenden Beiträge öffentlich werden. Damit bestätigten die Richter eine entsprechende einstweilige Verfügung der Firma Callactive, ein umstrittener Betreiber von Quiz-Sendungen im Fernsehn.
Dadurch folgte das Landgericht seinem Ruf, die offene Konversation im Internet zugunsten von Unternehmen zu opfern. Die Richter schlugen Herrn Niggemeier z. B. vor, er könne sich ja zwei, drei Stunden am Stück hinsetzen, um zeitnah die geschriebene Kommentare zu veröffentlichen. Dass unter stefan-niggemeier.de zuweilen intensiv und i. d. R. über den ganzen Tag kommentiert wird, blieb von den Juristen unbeachtet. Im Übrigen zeigt der - soweit die von Niggemeier zitierten Passagen - konsequente Einsatz des Wortes “Forum” statt korrekterweise “Blogs”, dass die Richter mit dem Medium noch nicht ganz vertraut sind.
Letztendlich haben solche Urteile Einfluss auf die Zukunft des Internets, auf die Zukunft von Foren und Weblogs. Herr Niggemeier wird Berufung einlegen - ich wünsche ihm dabei viel Erfolg.
6. Dezember 2007 um 01:17
Leider können wir nicht mehr tun, als - im Interesse aller Internetnutzer - Stefan Niggemeier viel Erfolg in der Berufung zu wünschen.
Und darauf aufmerksam machen.
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/410529
6. Dezember 2007 um 02:52
Natürlich kann jeder von uns etwas tun und zwar sich interessieren, diskutieren und das Thema kommunizieren. Jeder auf seine Art, ob im Blog, im Forum, per Mail, telefonisch oder mündlich. Und dabei kann jeder und sollte jeder mitmachen, dem an einer freien Diskussionskultur im Netz gelegen ist.