Das Frankfurter Tief setzt sich fort, trotz optimistischer Aussagen einiger Spieler der letzten Tage. Am heutigen Abend unterlag die Eintracht mit 2:3 im eigenen Stadion gegen den Vfl Wolfsburg und steht somit auf dem zehnten Tabellenplatz. Während des Spieles lief die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel den Wölfen immer hinterher: Sie konnte zwar zweimal ausgleichen, doch Wolfsburg setzte stets einen Treffer obendrauf. Da ein Sieg am Samstag gegen Schalke 04 unwahrscheinlich ist, sinkt die Eintracht immer weiter den Keller hinab. Absteigen kann sie jedoch, Gott sei Dank, nicht mehr: Der Klassenerhalt durfte nach vielen Jahren erstmals wieder mehr als fünf Spieltage vor Saisonschluss gefeiert werden.

Blamage hoch³

3. Mai 2008

Dem Ziel von 45 Punkten kommt Eintracht Frankfurt einfach nicht sonderlich näher. Nachdem die Truppe von Friedhelm Funkel eine zeitlang traumhaft spielte und sogar vom UEFA-Pokal geträumt werden durfte, sind die Hessen wieder im tristen Saisonalltag angelangt.

Am heutigen Samstagmittag wurde die Mannschaft vom VfB Stuttgart wortwörtlich vorgeführt, bereits nach sieben Spielminuten lag die Mannschaft mit 0:2 hinten. Am Ende half auch der Ehrentreffer von Amanatidis in der zweiten Halbzeit nicht: Mit einem 1:4 muss die Truppe ohne Punkte zurück an den Main fahren.

Langsam zeichnet sich das Formtief auch in der Tabelle negativ ab: Inzwischen steht die Eintracht auf dem neunten Platz, zwei Punkte fehlen zum Saisonziel. Es wird langsam eng.

Heute fand einmal wieder der Klassiker “Rund um den Henninger-Turm” statt. Viele Rad-Rennen quer durch Frankfurt und durch den Taunus animierten die Menschen im Rhein-Main-Gebiet, selbst auf das Rad zu steigen. Im Mittelpunkt stand wieder das Profi-Rennen, das auch durch meine Heimat Eschborn führte. Gewonnen hat nach 2004 erneut Karsten Kroon von der Mannschaft CSC.

Peloton

Ich habe in Oberursel zum dritten Male dem Treiben zugeschaut und erstmals auf dem Anstieg zum legendären Mammolshainer-Berg. Auf letzterem musste ich jedoch leider einen Zwischenfall erleben, als ein kleiner Junge während der Unterbrechung (rund fünf Minuten zwischen Peloton und Verfolger) die Straßenseite wechselte und ein von oben kommender Zuschauer auf seinem Fahrrad mitten in ihn hineinfuhr. Der Kleine war leider kurzzeitig bewusstlos, konnte jedoch aufgrund einer guten Erstversorgung bald wieder sprechen und wurde nach gefühlten 15 Minuten von einem Rettungswagen abtransportiert.

Schwere Verletzungen innerhalb des Feldes gab es meines Kenntnisstandes nach Gott sei Dank nicht. Trotz des Zwischenfalles, war der Tag ein sehr schöner. Wie es in Zukunft mit dem Radrennen weiter geht, steht derweil noch in den Sternen: “Henninger” ist ausgestiegen, die Suche nach einem neuen Hauptsponsor läuft. Wie man erfahren konnte, waren die Veranstalter der “Tour de France”, ASO, vorort und haben angeblich Interesse. Denn “Rund um den Henninger-Turm” hat weiterhin einen großen Ruf und ist trotz merklich weniger Zuschauer - okay, es war heute ja auch Vatertag - ein Magnet innerhalb der Region.

Eintracht Frankfurt hat zwei Probleme: Das wäre zum einen die Schnelligkeit. Zwar gelingt es der Mannschaft hin und wieder, aus einem ruhigen Spiel heraus den Ball in Richtung des gegnerischen Tores zu schießen und dann durch schnelle Kombinationen den Gegner zu verwirren. Wo sich jedoch das zweite Problem zeigt: Die Sicherheit. Die Mannschaft von Friedhelm Funkel schafft es nach mehreren Pässen nicht, den Ball zu halten. Dies klappt sehr selten und ist mit ein Grund dafür, dass die Hessen wenige Tore schießen.

So auch heute gegen Borussia Dortmund, vor ausverkauftem Publikum im eigenen Stadion. Die erste Halbzeit - eine miese Unterhaltung beider Mannschaften, trotz 6:0-Torschussverhältnis nach 30 Minuten für die Eintracht. Richtig los ging es erst in Halbzeit 2: Die Eintracht ging nach wenigen Sekunden durch einen Kopfball von Benjamin Köhler in Führung, doch nur fünf Spielminuten später glich Dortmund wieder aus. Dadurch wurden die Westfalen stärker - und die Fehler bei der Eintracht häuften sich. Am Ende trennten sich beide Mannschaften mit einem 1:1-Unentschieden, das sicherlich in Ordnung geht.

Frankfurt kommt seinem Saisonziel von 45 Punkten immer näher, wenn auch sehr langsam. Inzwischen sammelte die Mannschaft 43 Zähler und steht mit Wolfsburg punktgleich auf dem achten Tabellenplatz.

Problem Chancenverwertung

16. April 2008

Die dritte Niederlage in Folge: Frankfurts Formtief setzte sich heute Abend gegen den FC Bayern München fort. Vor ausverkauftem Publikum in der eigenen Arena unterlag die Eintracht mit 1:3 gegen den Rekordmeister. Zwar gingen die Hessen in der 32. Spielminute durch Köhler in Führung, verpassten es jedoch den Sack zuzumachen. Der Frankfurter Sturm hatte mehrmals die Möglichkeit, ein zweites Tor zu erzielen, offenbarte jedoch das aus der letzten Saison bekannte Problem “Chancenverwertung”. Bayern konnte in der zweiten Halbzeit das Spiel drehen und zeigte seine Klasse: Blitzschnell schalteten die Münchener um, konterten und erzielten ohne Gegenwehr der Eintracht einen Treffer. Zwar steht Eintracht Frankfurt in der Tabelle weiterhin auf dem achten Platz; der Abstand zum Tabellensechsten beträgt jedoch inzwischen fünf Zähler.

Nach der unglücklichen Niederlage gegen den FC Nürnberg letzten Samstag musste Eintracht Frankfurt heute erneut drei Punkte dem Gegener überlassen. Trotz Überzahl verloren die Hessen am heutigen Mittag mit 1:2 in Hannover. Erst in der 90. Spielminute ging ‘96 in Führung und etabliert sich damit in der Tabellenhälfte (Platz 10).

Frankfurt kann den Traum von Europa derweil langsam aber sicher begraben. Nachdem es einige Spieltage gut aussah, steht die Eintracht weiterhin nur auf dem achten Platz, 42 Zähler wurden gesammelt. Stuttgart, Leverkusen oder Wolfsburg - mindestens einer wird morgen der Eintracht weiter davonziehen. Die Eintracht hat nun nur noch sechs Spieltage Zeit, um das Saisonziel von 45 Punkten zu erreichen. Möglich sind indessen in den restlichen Spielen noch 18 Punkte, der FC Bayern steht derzeit mit 57 nach 28. Spieltagen auf dem ersten Platz.

Gut begonnen, schlecht aufgehört: Nach drei Spielminuten ging Eintracht Frankfurt durch Fink in Führung, verspielte am Schluss jedoch die Möglichkeit, sieben Spieltage vor Ende der Saison auf Platz 5 der Tabelle zu stehen. Nach 90 Minuten gingen die Hessen mit einem 1:3 aus dem eigenen Stadion. Da half auch nicht Caio, der erstmals von Anfang an spielen durfte. Einige gute Chancen wurden nicht genutzt, trotz optischer Überlegenheit machten die Adlerträger zu viele individuelle Fehler. Nürnberg nutzte diese Dusseligkeit der Eintracht scharmlos aus und machte sieben Minuten vor dem Abpfiff den Sack zu. Mit 42 Punkten auf Platz 8 ist Frankfurt trotz alledem weiterhin gut positioniert.

Überschattet wurde das Spiel durch randalierende “Fans” des FC Nürnberg. Gegen Ende der ersten Halbzeit schossen aus dem Block der Gäste Leuchtfeuer-Raketen. Schiedsrichter Peter Gagelmann unterbrach deshalb das Spiel. Selbst Appelle des “Klubb”-Präsidenten an die rund 4.000 mitgereisten Franken halfen nicht, die Polizei versuchte eine Viertelstunde lang die Randalierer in den Griff zu bekommen, bis Gagelmann die Partei wieder anpfiff.

Etwas erstaunt hatten gestern Morgen Leser der “Frankfurter Neue Presse” (FNP) den Sportteil aufgeschlagen und die Meldung “Caio zurück nach Brasilien” gelesen. Demnach sei der brasilianische Stürmer am Samstag etwas überhastet zurück in seine Heimat geflogen, was Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit den Worten “Reisende soll man nicht aufhalten” harsch kommentierte. Viele Menschen der Rhein-Main-Region vielen auf den Scherz herein, vor allem weil auch eintracht.de als Top-Meldung darüber berichtete. Am Nachmittag gab es dann die Entwarnung: Caio sei “gesund und torhungrig wie immer” beim Training gewesen. Mit allen Beteiligten sei die Sache abgesprochen worden, so die Internetpräsenz der FNP.

Screenshot eintracht.de
Entwarnung: eintracht.de machte beim Aprilscherz der FNP mit

Auf nach Bahrain

1. April 2008

Nach zwei Wochen Pause wird am Wochenende wieder ein Rennen der Formel 1 ausgetragen. Nach Australien und Malaysia, zieht es den Rennsport immer noch nicht nach Europa - sondern in das wunderschöne Bahrain. Der Inselstaat liegt östlich von Saudi-Arabien und westlich von Katar, besteht aus 33 Inseln, auf denen knapp über eine Millionen Menschen leben, davon sind fast die Hälfte (517.000) Ausländer. Seit 2004 wird bereits auf dem “Bahrain International Circuit” gefahren, im ersten Jahr und 2006 obsiegte Michael Schumacher, 2005 Fernando Alonso und im vergangenen Jahr Felipe Massa.

Es sieht für dieses Wochenende so aus, als stehe uns ein spannendes Rennen bevor. In den ersten beiden Rennen gab es zwei unterschiedlich starke Mannschaften - Ferrari und McClaren Mercedes.

Bahrain
Blick auf ein Stadtteil des arabischen Inselstaates Bahrain
Foto: marirs / flickr

Aber auch in der Mitte des Feldes dürfte es spannend werden. Die diesjährige Saison ist überproportional mit Deutschen besetzt, drei kommen alleine aus Hessen: Timo Glock, Nico Rosberg und Sebastian Vettel. Letzterer zeichnete sich in diesem Jahr besonders dadurch aus, das Ziel noch nicht erreicht zu haben. Was jedoch in der Regel daran lag, dass sein Fahrzeug - ein Torro Rosso - nicht mitmachen wollte bzw. er in Australien gleich in der ersten Kurve “herausgeschmissen” wurde. Bahrain liege ihm und seinem Wagen da eher, diktierte er den Fernsehsendern in ihre Mikrofone. Wir sind gespannt.

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel in seinem Torro Rosso auf einer Übungsfahrt in Barcelona
Foto: Adria Jimenez / flickr

Es ist auf einer gewissen Art und Weise amüsant, wie die Freude an der deutschen Mannschaft vor zwei Jahren zu einer nationalen Euphorie-Bewegung wurde. Trotz einem lediglich dritten Platz war Deutschland “Weltmeister der Herzen” und ein geglücktes “Sommermärchen” mündete in einem Empfang vor dem Brandenburger Tor, bei dem die Mannschaft rund einer Millionen Deutschen vor Ort und vielen weiteren an den Fernsehern “Danke” sagte.

In diesem Sommer ist es wieder soweit: Die Fähnchen können herausgeholt, Großbildleinwände aufgestellt und der Sommer herbeigesehnt werden. Österreich und die Schweiz sind Gastgeber, sodass es die Deutschen nicht sonderlich weit haben. Das spricht für volle Stadien voller “schwarz-rot-geil” (”Bild”-Zeitung). Naturgemäß sind die Gastgeberländer stets motiviert und man sollte die Alpenstaaten nicht unterschätzen. Trotz alledem hat unsere Mannschaft gezeigt, wer das Sagen auf dem Platz hat. Nach einem - zugegebenermaßen eher schlechten - 3:0 gegen die “Össis”, überzeugten Mario Gomez & Co. gestern Abend beim 4:0 in Basel gegen unsere Freunde aus der Schweiz.

Die deutsche Mannschaft wird es bei der diesjährigen Europameisterschaft vergleichsweise einfach haben. Dankenswerterweise spielen Frankreich, Italien und die Niederlande alle in der Gruppe C, aber nur zwei kommen weiter. Außerdem haben es die Engländer versäumt, sich zu qualifizieren. Wir Deutsche spielen hingegen lediglich gegen die Österreicher, Kroaten und die von der WM bekannten Polen (1:0 durch Neuville). Es sieht gut aus. Und die Euphorie könnte wieder rechtzeitig entfachen. Die Medien fangen bereits wieder an, Stimmung zu machen. In einem Ankündigungs-Video (Neudeutsch: Trailer) zum gestrigen Abend demonstrierte das ZDF die “Pizza-Boykott”-Mentalität von unseren Freunden des Boulevards. Es könnte uns ein heißer Sommer bevorstehen!