Ein Hobbyprojekt ist immer dann erfolgreich, wenn es allen Beteiligten Spaß macht. Bei der einen Seite klappt es, bei der anderen nicht. TVBlogger, das bekannteste Blog zum Thema Fernsehen, gehört gewiss in die zweite Kategorie.

TVBlogger ist ein spezieller Fall. Zum einen versucht es ein Weblog zu sein, wie alle anderen, eine stark meinungsgeprägte Seite. Andererseits sind die Grenzen schnell erreicht, denn alles muss kommentiert werden - egal, ob es sinnvoll ist oder nicht. Der krampfhafte Versuch zu kommentieren, lässt die Seite hin und wieder komisch wirken. Nachdem TVBlogger in letzter Zeit nach außen wieder besser wurde, kracht es nach innen - und zwar gewaltig.

Mobbing lautet das Sprichwort. Redakteure, die sich nicht der Linie des Chefs, Daniel Richter, fügen, werden Schritt für Schritt entzaubert. Erst wird ihnen im Vier-Augen-Gespräch nahegelegt, sich zurückzuhalten, und eine Auszeit zu erwägen. Auszeiten können einen Sinn haben. Doch die von Richter vorgeschlagene Auszeit entpuppte sich als laienhafter Versuch, den Redakteur rauszueckeln, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Nachdem der Redakteur die Auszeit wahrnahm, verlor er die Redakteursrechte in der Online-Verwaltung, dann wurde er gebeten, sich aus allen Diskussionen rauszuhalten, die Moderatormöglichkeiten im TVWiki wurden ihm abgenommen, sogar aus seinen eigenen Skripten, die seine Rechte tragen, wurde er erst nach Druck wieder freigeschalten - mit dem Hinweis, er würde sich damit unbeliebt machen. Sein Name wurde auf die Bann-Liste gesetzt, damit die Chefredaktion überprüfen kann, was er schreibt. Und das ganze wurde innerhalb der Redaktion ausgebiebig diskutiert.

Was das Blog TVBlogger von einem solchen Auftreten hat, ist sicherlich zweifelhaft, aber nicht neu. Schon öfters wurden so oder so ähnlich bereits Redakteure einfach rausgeschmissen. Das interne Forum von TVBlogger lebt schon seit längerem durch Hetztiraden auf andere Magazine. Und nun, offensichtlich, auch auf verdiente Redakteure.

Es gehört fest zur deutschen Fernsehgeschichte und versammelt einmal im Jahr Millionen Zuschauer vor den Fernsehern: “Dinner for One”.

1963 vom NDR produziert, genießt “Dinner for One”, oder: “Der neunzigste Geburtstag”, im deutschsprachigen Raum Kultstatus. Über zehn Millionen Menschen verfolgten insgesamt den Film letztes Jahr in Deutschland.

Miss Sophie (May Warden) begeht ihren 90. Geburtstag. Sie lädt vier ihrer Freunde - Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom - ein, die allesamt aber längst, der letzte vor vielen Jahren, verstorben sind. Also muss Butler James (Freddie Frinton) die Rolle des Quartettes übernehmen. Er serviert nicht nur das Essen und die Getränke, sondern trinkt auch für die vier “anwesenden” Gäste mit - stets alkoholische Getränke: Champagner, Portwein, Sherry und Weißwein.

Legendär ist die Frage von James: “The same procedure as last year, Miss Sophie?”. Sie erwidert: “The same procedure as every year, James”, wobei die Betonung auf “every”, zu Deutsch: “jedes”, liegt. Diesen Dialog gibt es vor jedem Gang. Da James jedoch durch die Alkoholika schnell angetrunken ist, wird sein Englisch von Getränk zu Getränk schlechter, später nur noch nuschelnd zu verstehen. Außerdem fällt er über einen am Boden liegenden Tigerkopf. Unvergessen ist auch sein Rülpser und das “Skall!”.

Vor dem Beginn der eigentlichen Dialoge zwischen Miss Sophie und James gibt es eine erläuternde Einleitung, gesprochen von Heinz Piper. “Dinner for One” gefällt vor allem durch die vielen kleinen und versteckten Witze, die das Publikum, im Hintergrund zu hören, stets lachen lässt.

International verbreitet

“Dinner for One” gibt es in mehreren Fassungen. Das Schweizer Fernsehen hat eine kürzere Version (11 Minuten, anstatt 18 in Deutschland) gedreht. Ferner existiert noch eine dänische Fassung, wo alle vier Gäste noch leben. Kultstatus hat der Film auch in Norwegen, Schweden, Südafrika und Österreich. In England wurde “Dinner for One” bereits ausgestrahlt, ist allerdings nicht weit verbreitet. Da die deutsche Fassung englischsprachig ist, unterscheiden sich die Versionen in beiden Ländern nicht. Seinen Ursprung soll der Film in England haben: Lauri Wylie schrieb die Geschichte dazu bereits in den 20er Jahren. Ab 1945 soll der Film im englischen Varieté-Theater Winter Gardens aufgeführt worden sein. Im deutschen Fernsehen feierte “Dinner for One” am 9. Dezember 1961 seine Premiere.

Diesjährige Sendetermine

Im Folgenden dokumentiere ich alle Sendetermine am Montag, den 31. Dezember 2007. Darunter auch interessante Formate wie “Dinner for One auf Hessisch”. (Der orginale Film ist kursiv markiert.)

  • 13:35 Uhr, Dinner for One - up Platt, NDR
  • 14 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
  • 14:05 Uhr, Dinner for One - das Dinner, NDR
  • 16:05 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 16:30 Uhr, Dinner for Wan(ne), WDR
  • 16:35 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, NDR
  • 17:25 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR
  • 17:55 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 18:50 Uhr, Dinner for One, WDR
  • 19 Uhr, Dinner for One, BR
  • 19 Uhr, Dinner for One, MDR
  • 19:05 Uhr, Dinner for One, RBB
  • 19:10 Uhr, Dinner for One, HR
  • 19:30 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
  • 19:40 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 22:35 Uhr, Dinner for One, HR
  • 23:40 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 00:02 Uhr, Dinner for One, BR
  • 00:50 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
  • 04:15 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
  • 04:30 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR

Dieser Artikel ist eine überarbeitete Version von einem Text aus 2005, den ich bei TVBlogger schrieb. Eine weitere Zusammenfassung gibt es auf der gleichen Seite von Daniel Richter.

Eigentlich habe ich in letzter Zeit wieder angefangen, TVBlogger zu mögen. Einmal abgesehen von einigen Fehlleistungen, produziert das Weblog in letzter Zeit wieder mehr Qualität - auch wenn das einige Leser nicht einsehen möchten. Da wäre zum Beispiel, vom gleichen Autor, ein Kommentar zu einer Umfrage betreffend der Tagesschau. Oder eine provokante Auseinandersetzung mit “Bauer sucht Frau”. Darum geht es allerdings auch nicht; inhaltlich habe ich mich in letzter Zeit oft genug mit dem Blog auseinander gesetzt und musste mir sagen lassen, ich führe einen Rachefeldzug.

Nein, was mich etwas stört (es ist nichts Weltbewegendes), ist, wie man in letzter Zeit mit seinen Lesern umspringt. Auf Kritik wird seit einiger Zeit nur noch mit Herabstufungen reagiert. Zwar sind einige User-Beiträge in der Tat nicht sonderlich konstruktiv, doch sollte man mit seinen Lesern, mit seinem Kapital freundlicher umgehen. Es kann nicht sein, dass man andauernd seine Leser für ein Pöpel hält. Ist das wirklich nötig?

Gestern war es endlich soweit: Anne Wills Debüt als Polit-Talkerin. Über den Erfolg kann man streiten, ich war zumindest mit einigen Abzügen zufrieden. Das Thema war zwar leitlos, ich will nicht sagen langweilig, aber ich hätte mir zur Premiere ein “besseres” gewünscht. Beck und Rüttgers sorgten für die Wortgefechte.

Nichtsdestotrotz: Die Reaktionen sind enorm. Alleine 286 Kommentare zählt der “Premiere”-Beitrag im offiziellen Weblog zur Sendung. Die Reaktionen gehen erwartungsgemäß von sehr schlecht bis sehr gut. Die Redaktion zeigt sich überrascht von den vielen Beiträgen im Blog - vor allem, da jeder Beitrag, mitunter sehr lang, moderiert werden muss.

Reinhard Mohr von Spiegel Online sah “Schwester Anne” zwar gestern Abend einen “Volkstrauertag” zelebrieren, zeigte sich insgesamt jedoch zufrieden. In einer Umfrage auf spiegel.de bekam die Premierensendung immerhin einen Durchschnittswert von 3,21 (Schulnoten). Auch Michael Hanfeld von der FAZ freut sich auf weitere Sendungen und bemerkt, “am Rest kann man ja noch arbeiten, vielleicht ohne Beck und Rüttgers”. Hans-Jürgen Jakobs von sueddeutsche.de sieht hingegen noch Potential nach oben und meint, Will muss noch in die Rolle hineinwachsen. Seine Kritik fällt schlechter aus als das Votum seiner Leser, die der Umfrage zu urteilen zufrieden waren.

Mit einer guten Quote von insgesamt 5,03 Millionen Zuschauer ab drei Jahren dürfte sich die ARD aber zumindest derzeit keine großen Sorgen machen.

Eigentlich war TVBlogger nur eine Idee. Ein interessantes Medium, und eine neue Möglichkeit, im Netz zu publizieren - aus viel mehr bestand der Antrieb Daniel Richters nicht, als er mit seiner Seite anno 2004 online ging. Aus einer witzigen Idee, wurde eines der meistbesuchten Online-Magazine zum Thema Medien. Doch ob des quantiativen Erfolges: Qualitativ hält “TVB” harten Kontrollen selten Bestand.

Nun, vielleicht muss TVBlogger kein redaktionelles Wunder darstellen, eventuell ist das für den Charme der Seite gar besser. Ein Weblog ist weiterhin etwas persönliches, in den allermeisten Fällen subjektiv. Eine objektive Berichterstattung läuft dem zuwider; ein SPIEGEL als Weblog - unvorstellbar!

Der Erfolg für die Seite kam eher plötzlich: Gute Platzierungen bei Google sorgten dafür, dass TVBlogger schnell als eine der ersten Anlaufstelle bei einigen Themen besucht wurde. Zum ersten Mal sichtbar war dies bei der ProSieben-Eigenproduktion “Mein Vater, seine Neue und ich”: Einige Hundert Kommentare pupertierender Jugendlicher erfreuten sich an der jungen Schauspielerin Sydney Gersina - und brachten dem Weblog hohe Besucherzahlen; die Kommentarfunktion, alsbald geschlossen.

Netzeitung, n-tv.de: “Alle nannten die Seite”

Doch der Durchbruch kam für die Seite bei “Deutschland sucht den Superstar”. Analysen, Kommentare, Quotenmeldungen und Live-Ticker zur RTL-Sendung brachte TVBlogger nicht nur die Kritik ein, sie sei von RTL bezahlt. Gleichzeitig sorgte die Casting-Sendung für Abstürze des Servers und hohe Besucherzahlen. Der Hype zahlte sich am Ende aus: TVBlogger brachte eine skurille Geschichte, die renommierten Nachrichtenagenturen ddp und dpa nahmen die Geschichte auf - netzeitung.de, n-tv.de, das Weblog von TV Spielfilm, alle nannten die Seite.

Bei einer anderen Geschichte machte die “Bild”-Zeitung mit der Geschichte auf, das Ausscheiden von Didi Knoblauch sei bereits im RTL-Videotext aufgetaucht, bevor die Ergebnisse bekannt wurden. TVBlogger berichtete als erste Seite überhaupt. Doch leider, Ernüchterung: Keine Nennung der Quelle in der “Bild”; Enttäuschung auch wegen den geschätzten Kollegen: DWDL.de nannte ebenfalls sich selbst als Quelle statt den jungen Medien-Publizisten den Erfolg zu gönnen.

Der Triumph durch DSDS, ausgebaut später bei “Germanys Next Topmodel” & Co., wurde zur erst im Frühjahr zu Ende gegangenen Staffel IV jedoch brav verschwiegen. Kommentare wurden gesperrt, die Berichterstattung gedrosselt. Ein neuer Führungsstil: Statt Bänker Richter übernahm federführend Verkäufer Michael Pliet.

Ein-Mann-Chefredaktion: “Informativ, doch öfters fehlerbelastet”

Pliet, ein junger, engagierter Hesse, ist der Chefredakteur neben Daniel Richter und in diesem Jahr der mit Abstand aktivste Redakteur. Seine Artikel: Informativ, doch öfters fehlerbelastet - mit bezeichnend für das neue TVBlogger. Einige Leser kehrten der Seite den Rücken, Kritik wurde immer lauter. Doch statt sich selbst zu hinterfragen, versucht die vermeindliche Ein-Mann-Chefredaktion zu erklären, wie man mit Kritik umgeht - ein typisches Instrument bekannt aus Foren, wo eine Gemeinschaft kurz davor ist, sich selbst aufzulösen.

Doch trotz der vielen Kritik, bleibt bei TVBlogger der Charme eines Blogs, einer übersichtlichen Seite, abseits als Alternative zu DWDL, zu Quotenmeter und wie sie alle heißen. Gerne wird von diesen Seiten geleugnet, TVBlogger sei gar kein Medienmagazin. Dabei gelingt den TVBloggern, trotz vieler Macken, zu unterhalten.

Es wäre schade, wenn das Projekt untergehen würde. Redaktionelle Änderungen und eine Besinnung auf die Kernkompetenzen wären etwas, das man in Erwägung ziehen sollte. Vor allem, um an alte Erfolge anzuknüpfen - und nicht nur damit zu werben, quantitativ weiterhin interessant zu sein, hohen vierstelligen Besucherzahlen sei Dank.

Hinweis: Ich war selber lange Zeit bei TVBlogger und vor allem bei der Berichterstattung über DSDS intensiv einbezogen. Dieser Beitrag soll nicht als Abbrechnung, sondern vielmehr als Weckruf für die Verantwortlichen verstanden werden.

Monrose sei auf dem absteigenden Ast, hat Michael Pliet auf TVBlogger festgestellt. Gut, da hat er nicht ganz unrecht. Allerdings: Sagt der eine Esel zum anderen Esel “Langohr”. TVBlogger befindet sich seit dieser Woche nicht mehr in den Deutschen Blogcharts, zum ersten Mal seit Bestehen der Rangliste. Allerdings sei eine Position in den Blogcharts für das TV-Blog nicht von großer Bedeutung, schrieb Daniel Richter erst am 9. Mai in einem Kommentar auf diesem Blog. Und ergänzt: “Unsere Besucherzahlen haben in der Vergangenheit stagniert und beginnen seit wenigen Monaten wieder zu steigen.” Wohl aber nicht wegen der Qualität der Beiträge, die zuletzt immer weiter abnahm? (Tendenz: Boulevardesque Themen)

Stefan Niggemeier hat unlängst nicht nur den Kampf als BILDblog-Gründer gegen die BILD-Zeitung aufgenommen. In seinem für den Grimme Online Award nominierten Blog versucht er nun, die dunklen Seiten von Gewinnspielsendern auf zu decken. Niggemeier, 1969 in Harderberg geboren, lernte einst auf der Deutschen Journalistenschule und arbeitete für die Süddeutsche.

Heute verbringt er die Hälfte seiner Arbeitszeit mit dem BILDblog, die andere als Medienjournalist für die renommierte “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (FAS). Kürzlich schrieb er eine lustige, pointenreiche Kolumne über 9Live und dessen Moderator Max Schradin.

Die Diskussion über die Schummelvorwürfe an 9Live, wegen denen ich mich schon bei der Landesmedienanstalt Bayern beschwert habe, scheint nun in eine heiße Phase zu gehen: Kürzlich berichtete die ARD-Sendung “Panorama” kritisch über 9Live, nun der Artikel von Stefan Niggemeier.

Der betroffene Max Schradin nimmt die Schelte von “Panorama” und Herrn Niggemeier jedoch - noch - sportlich und versuchte stattdessen, seine Zuschauer vom Gegenteil zu überzeugen, oder ihnen Niggemeiers Text in der FAS vor zu lesen. Lustig ist der Kerl auf alle Fälle.

http://de.sevenload.com/videos/WiZaAR7

deutscheblogcharts.de
214 verlinkende Blogs auf tvblogger.de - Platz 100. / Screenshot von deutscheblogcharts.de

Na, na, da verliert doch nicht ein populäres Blog seine Position in der Blogosphäre? Meines Wissens nach war TVBlogger schon einmal in den Top 30 bei den deutschen Blogcharts.

Heute ging das neue Projekt von Jan Stöver (Boardunity-Inhaber) online: Bloggerview.de, ein auf Wordpress 2.1-basierendes Online-Magazin. Ziel der Seite ist es, die Blogosphäre genauer zu beobachten, oder Fragen wie “warum bloggt das Business?” zu beantworten. Fester Bestandteil der Seite ist die Interview-Sektion.

Entjungert wurde sie von Daniel Richter, seines Zeichens Gründer von TVBlogger. Er spricht in dem Interview ein wenig über den Anspruch, die Klickzahlen und die Ziele des Projekts. “Ich möchte versuchen, den Fokus noch stärker auf subjektive Artikel zu richten”, kündigte Daniel an und hat treffend erkannt, dass “die Anzahl der täglichen Artikel” zuletzt abnahm, und deshalb ist sein Ziel, sie “in Zukunft” zu steigern. Im Großen und Ganzen ein interessantes Gespräch.

Heute Abend (ab 20:15 Uhr) entschied sich auf RTL, welche fünf Mädchen den fünf männlichen Kandidaten in die Mottoshows von “Deutschland sucht den Superstar” (DSDS) folgen würden. Mein Live-Ticker als Archiv.

Den Rest des Beitrags lesen »