RTL: Keine Hilfe für TV total
26. April 2007
Eigentlich doch eine nette Idee: Max Buskohl bei “TV total” solange auftreten lassen, bis er mit seiner Gruppe “Empty Trash” auf dem ersten Platz der Hitparade ist. Leider, leider macht RTL dem einen Strich durch die Rechnung. Laut den DSDS-Reglements darf ein Teilnehmer des Castings bis acht Wochen nach dem Finale (im Mai) ohne der Erlaubnis von RTL keine anderen Verpflichtungen wahrnehmen.
Dabei appellierte Stefan Raab doch gestern Abend so schön an RTL, er sagte vor laufender Kamera: “Ein junger Mann, 18-jährig, fast noch ein Kind, der nur das tun will, was sein Herz ihm sagt, für den Musik die Luft zum Atmen ist - und ihr wollt ihm einfach den Sauerstoffhahn abdrehen?”
Keine Chance, sagte RTL-Pressesprecherin Anke Eickmeyer auf meine Anfrage. “Warum sollten wir den schwachen Quoten von TV total auf die Sprünge helfen?”, fragt sie. “Wir verstehen ja das Interesse von ProSieben, von der Öffentlichkeit, die wir mit DSDS haben, profitieren zu wollen. Allerdings sind wir bei der Suche nach Hilfsmaßnahmen für TV total die falsche Adresse.” Und einen Seitenhieb gibt es obendrein: “Vielleicht ärgert Stefan Raab ja auch, dass er erst kürzlich mit Schlag den Raab gegen DSDS so deutlich verloren hat.”
Ja, da scheint es so, als spielt gerade RTL gegen ProSieben, DSDS-Presseabteilung versus Stefan Raab. Wer am Ende der Sieger ist, steht offen. Übrigens bot Raab dem Max ja an, die Kosten zu übernehmen, falls Buskohl dem Vertrag mit RTL zuwiderhandelt und eine Vertragsstrafe aufgebruhmt bekommt. Auch das stößt bei Frau Eickmeyer auf Unmut: “Wir finden es bedenklich, dass unser Wettbewerber ProSieben Teilnehmer an RTL-Sendungen wie Max öffentlich zum Vertragsbruch aufruft.”
Zu guter letzt: Raab kündigte an, am Samstag (20:15 Uhr, live RTL) während der Sendung für die “Freiheit” von Max zu demonstrieren. Er habe über 100 Karten für das Studio, kündigte er gestern auf ProSieben an. Ob das hohle Pharsen sind, oder ein lustiger Plan ist, erfahren wir spätestens am Samstagabend.
BILD und DSDS - ein Herz und eine Seele
6. Februar 2007
Habe ich es nicht gesagt? Kaum steht die Top 20 fest, der ReCall ist gerade beendet, startet die Boulevardpresse ihre routinemäßigen “Deutschland sucht den Superstar”-Kampagnen. Ganz vorne dabei: Unsere BILD-Zeitung. Sie berichtet, dass zwei Kandidatinnen der vierten Staffel bereits auf fremden Bühnen aufgetreten waren - zuletzt im Oktober in Berlin -, und als professionelle Sängerinnen Talente wie Mary J. Blige beeindruckten. Und eine CD gab es auch schon - natürlich. Das Unternehmen firmiert als “Silvashado”. Gegenüber der BILD-Zeitung sagten beide, sie hätten von einander nicht einmal gewusst, dass sie sich casten lassen. Ähm .. ja. Um der Geschichte einen besonderen Reiz zu geben, stammt die Informationen (angeblich) von den BILD-Leser-Reportern. RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer, mit der ich ganz gut zurecht komme, redet sich heraus: “Wir sind seit dem ReCall im Dezember informiert.” Die BILD-Zeitung, natürlich richtig investigativ, fragt, warum den DSDS-Fans nichts von den Musikkarrieren der beiden mitgeteilt wurde. Eickmeyer darauf: “Wir können in der Sendung nicht jede Geschichte erzählen.”
Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist der Werbetext.