Obama in DeutscKanhland
24. Juli 2008

“Spiegel Online” begrüßt Senator Obama in “DeutscKanhland”. Während dieser Beitrag entstand, hat die Redaktion den Fehler jedoch wieder korrigiert.
Die große Obama-Inszenierung
22. Juli 2008
Einigen Medienberichten war es bereits zu entnehmen: die Begeisterung für Senator Barack Obama ist in Europa, in Deutschland besonders fast größer als in den Vereinigten Staaten - in dem Land, wo Obama der erste farbige Präsident werden könnte.
Am Donnerstag nun wird Senator Obama in Berlin sprechen, es ist die einzige öffentliche Veranstaltungen auf europäischen Boden. In Paris und London sorgte dies bereits für viel Unmut: Besonders die Briten sind stolz auf ihre Freundschaft mit den USA und sehen sich als größter Verbündeter der Amerikaner.
Doch aus dem Umfeld von Obama lies sich bereits heraushören, dass er Bundeskanzlerin Angela Merkel derzeit für die wichtigste Führerin innerhalb der EU hält. Gordon Brown hat innenpolitische Probleme, Sarkozy macht zwar viel und ist derzeit EU-Ratspräsident - aber noch zu sehr Frischling.
Und, überhaupt: Was ist schon Paris, das zwar einen Eiffelturm und viel Liebe hat, oder London mit dem Big Ben, gegen die geschichtsträchtige Hauptstadt Deutschlands, Berlin? Einen Checkpoint Charlie oder eine Mauer, vor allem aber ein Brandenburger Tor - welcher Staat in Europa hat schon so etwas, und in welchem Staat hatten US-amerikanische Präsidenten sonst Sprüche in die Welt getragen á la “Ich bin ein Berliner” (Kennedy)?
Nun wird Senator Obama vor der Siegessäule sprechen. Das sorgt bei den Franzosen für noch mehr Unmut, immerhin repräsentiert die Victoria (”Goldelse”) den Sieg Preußens über Frankreichs Zweites Kaiserreich, welches unter dem Befehl von Napoléon III. stand.
Ob dessen, dass Obama linke Politik vertritt, und ob dessen, dass er offiziell nicht mehr als ein Senator unter vielen und dazu ein “designierter Kandidat der demokratischen Partei für die US-Präsidentschaft” ist, erwartet Berlin am Donnerstag eine wahrliche Gaudie.
Analog zu den Fanmeilen von EM und WM werden große Leinwände aufgestellt, damit die Massen weiter hinten sehen können, was Barack spricht. Die Veranstaltung wird live von ARD und Phoenix übertragen, wie spiegel.de schreibt überlegt das ZDF noch.
Und dann bekommt Senator Barack Obama sogar noch das, was er wollte: Ein Bild mit ihm, mit ihm und dem Brandenburger Tor. Die Fernsehkameras sollen so justiert werden, dass man ihn einmal vor Publikum sehen kann, und einmal mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund.
Spätestens dann wird die Begeisterung in Europa, in Deutschland besonders zu einer wichtigen Wahlkampfhilfe für den Senator. Denn auch einige amerikanische TV-Sender wollen die Veranstaltung live übertragen.
Let the show begin!
Demokrat - oder doch wieder ein Republikaner?
7. Mai 2008
Die US-Vorwahlen sind gelaufen, spätestens seit heute Nacht - das schreiben zumindest zahlreiche Kommentatoren. Das US-amerikanische Webmagazin “Huffington Post” titelt: “Die mutmaßliche Nominierung” - und zeigt ein Foto von Senator Barack Obama und seiner Frau. Wenn überhaupt noch jemand Einfluss nehmen könne, so seien das die so genannten “Superdelegierten“. Doch, ehrlichgesagt: Niemand mehr glaubt an einen Sieg von Senatorin Hillary Clinton. Die einstige Favoritin kann damit ihren Traum, US-Präsidentin zu werden, aufgeben.
Eine monatelange Tortur der demokratischen Partei nimmt somit ihr Ende. Während die Republikaner nämlich mit Senator McCain längst ihren Kandidaten gewählt haben, streiten sich Clinton und Obama seit mehreren Wochen, was naturgemäß ihre Chancen verringerten: Statt den Kandidaten der Republikaner politisch zu bekämpfen, attackierten sich beide gegenseitig. Innerhalb der Demokraten ist dadurch ein Graben entstanden, mit zwei Fronten.
Obama und McCain - die Amerikaner haben Ende diesen Jahres zwei potentiellte Präsidenten zur Wahl, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Einmal der noch relativ unerfahrene, dafür rhetorisch sehr begabte Obama, der der erste schwarze Präsident in den USA werden könnte. Und einmal McCain, der für sein Land in den Krieg ziehte, und dessen Status als “Natural Born Citizen”, also ein geborener Amerikaner, umstritten ist - letzteres ist Voraussetzung dafür, Präsident werden zu können. McCain kam auf einem Stützpunkt des US-Militärs außerhalb der Vereinigten Staaten auf die Welt. Heißt es zumindest.
Für viele ist Obama die Hoffnung, er prägte den Begriff “We Can”. McCain ist der typische amerikanische Patriot, der Kämpfer.
Nun, wo wir die Frage Clinton oder Obama geklärt haben, ist endlich die Zeit gekommen, wo die Frage erlaubt ist: Wird der nächste US-Präsident ein Demokrat sein - oder doch wieder ein Republikaner?