Skandal: China behindert Journalisten am Himalaya
30. April 2008
Eigentlich sollte es so schön werden: Ariane Reimers bereitete sich ausgiebig für ihre Reise in den Himalaya vor. Da die Chinesen lediglich einen Journalisten pro Medium zulassen wollten, ist sie Korrespondentin, Kamerafrau und Technikerin in Personalunion, etwas ungewohnt für die öffentlich-rechtlichen Mitarbeiter.
Doch gleich nach der Ankunft in China wurden die elf internationalen Journalisten (ARD und ZDF für Deutschland, u. a. noch BBC und Reuters) vom Informationsfluss abgeschnitten. Die chinesischen Organisatoren haben für die Korrespondenten ein umfangreiches Programm zusammengestellt, mit ausgewählten Interview-Partnern und tollen tibetischen Klöstern, um die Berichterstatter davon abzuhalten, eigenständig zu recherchieren. Frau Reimers hat selbst diesen Eindruck, bloggte sie auf tagesschau.de. Außerdem wird sie und ihre Kollegen davon abgehalten, sich auf die ungewöhnliche Höhe von 5.200 Meter Höhe vorzubereiten (Akklimatisierung) und in das so genannte “Basis-Camp” auf dem Mount Everest zu reisen.
Stattdessen muss Frau Reimers weiterhin viele Kilometer davon entfernt haren und auf das Weiter warten. Informationen, wann es weiter geht, und wo die olympische Fakel, um die es ja ursprünglich geht, derzeit ist, wann sie am Himalaya ankommt - das wir den Journalisten vorenthalten. Doch die westlichen Medien machen keine Anstalt, öffentlich zu protestieren. Frau Reimers berichtete zwar gestern wieder kritisch über ihre Umstände, doch der eigentliche Skandal wird unzureichend publik gemacht. Das muss sich unbedingt ändern, denn eine vorgebetete Berichterstattung ist nicht das, was ich mir vorstelle.
Lobpreisung aus dem Internet
25. Juni 2006
Die Fußball Weltmeisterschaft ist schon bald wieder vorbei. Zeit, um über den neuen Eindruck aus dem Ausland auf unser Land zu sprechen.
Die Nachrichtenagentur AP gibt in einem heutigen Artikel (“Ende der Stereotype: ‘Erstaunlicher Sinn für Humor’”) das neue Bild der Deutschen im Ausland treffend wieder.
Als Beispiel wurde dabei ein Artikel im Blog der BBC genannt. Dieser Artikel fiel mir bereits Mitte der Woche auf, nachdem er auf tagesschau.de verlinkt wurde. Die Deutschland-Korrespondentin Laura Smith-Spark schreibt in ihrem Artikel “We all love the Germans!” über ihren Eindruck von den Deutschen. Fast ohne Ausnahme schließen sich englische BBC-Leser dem positiven Blogeintrag an. Die Deutschen sind ein freundliches, modernes Volk, heißt es. Ein guter Gastgeber. Was mir gut gefällt: Zahlreiche Deutschen bedankten sich für die Lobpreisung aus dem Internet.
Der Slogan für die WM, “Die Welt zu Gast bei Freunden”, scheint ideal gewählt.