Offenbar ist man innerhalb der Bundesregierung gewillt, die Förderalismuskommission II noch einige Jahre tagen zu lassen.

Bundesregierung

Im Pressebereich der Regierung wird für den Donnerstag, 7. April 2016, um 10:30 Uhr eine Pressekonferenz in Berlin angekündigt, die überraschenderweise Günther Oettinger (CDU) leiten soll. Der baden-württembergische Ministerpräsident wäre dann immerhin noch im besten Politikeralter: Brave 63 Jahre. Nun denn, ich trage mir dann den Termin schon einmal in meinen Kalender ein.

Deutschlands Leitmedium (Platz 7 insg. in Deutschland lt. IVW) für Nachrichten, SPIEGEL ONLINE, ist stetig dabei, seine Redaktion auszubauen. Um den Platz zu behaupten, kann “SpOn” dem Bürgerjournalismus-Trend länger nicht mehr entgehen.

Wie bereits berichtet, arbeitet die Redaktion an dem Projekt “einestages”. Mit Bildern, Texten und Videos wird Zeitgeschichte aufgeschrieben, sowohl von professionellen Autoren als auch von Ihnen, dem gemeinen Bürger. Mit dabei ist unter anderem Solveig Grothe, ehemalige Projektleiterin der “Readers Edition”. Die erste Betaversion ging heute am Samstag online.

Aber auch das Korrespondenten-Netz entwickelt sich stetig weiter. Statt, wie etwa stern.de, auf die Hilfe des großen Printmagazines zurück zu greifen, beschäftigt “SpOn” inzwischen drei Korrespondenten im Aus- und neun (acht Mal Berlin, einmal München) im Inland. Neu hinzu gekommen ist Gregor Peter Schmitz, der zukünftig aus Washington berichtet. Marc Pitzke aus New York und Ulrike Putz aus Beirut waren bereits in den letzten Wochen im Impressum als Korrespondenten aufgetreten.

Damit zeichnet sich ein neuer Trend ab, der als Erfolg des Online-Journalismus gewertet werden kann. Der erste deutsche Verlag investiert in ein umfangreiches Korrespondenten-Netz im In- und Ausland. Bislang profitierten lediglich große Redaktionen aus Agenturen, Fernsehen und Print von solcher Vielfältigkeit.

Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis “SpOn” sein Netz nach Asien und ggf. Westeuropa (Paris, Rom, Wien et cetera) ausweitet und die ersten Konkurrenz-Portale nachziehen. Das entsprechende Kapital dürfte bei “Focus Online” und “sueddeutsche.de” vorhanden sein. Und es ist nicht lange her, da kündigte der “Stern”-Verlag an, sein Online-Ableger zum führenden Nachrichten-Magazin im Web zu machen. Wenn auch solche Phrasen trotz 16,2 Prozent Besucheranstieg etwas verblassen, sollte doch ob solcher Ankündigungen das notwendige Kapital für ein weltweites Korrespondenten-Netz vorhanden sein - oder?

Die Zeitungen haben sich bereits auf die WM vorbereitet (wie die Online-Medien); unsere Nationalmannschaft hatte derweil Probleme mit dem ICE - Kyrill sei Dank. Jetzt kann es endlich los gehen. Pünktlich zum Eröffnungsspiel heute Abend um 17:30 Uhr in Berlin, ist auch unser wichtigster Spieler - Florian Kehrmann - wieder genesen. “Ich habe keine Probleme mehr mit der Hand”, sagte der Rechtsaußen.

Dann bleibt nur noch zu wissen, wann die WM heute im Fernsehen kommt. Eine Viertelstunde lang zeigt der WDR um 16 Uhr das “WM-Magazin”, das ZDF überträgt die Eröffnungsfeier und das Spiel Deutschland versus Brasilien ab 17:05 Uhr live. Morgen ab 20 Uhr zeigt das DSF das zweite Spiel dieser WM: Dänemark gegen Ungarn, live aus Kiel. Weitere Sendetermine gibt es auf handballimfernsehen.de.

Die Handball-Euphorie beginnt zu entfachen. In einer Umfrage auf ZDF.de glauben 55 Prozent der Teilnehmer (bislang: 1 920), dass Deutschland die Weltmeisterschaft im eigenen Land gewinnt.

Traurig ist man hingegen in Berlin: In der Hauptstadt wird lediglich ein Spiel veranstaltet. Immerhin wird die Handball-WM in Berlin eröffnet - am Freitag um 17:30 Uhr Deutschland gegen Brasilien (live im ZDF und auf www.zdf.de). Das Spiel ist natürlich ausverkauft, 10 000 Sportverrückte finden in der Max-Schmeling-Halle Platz. “Wir hätten auch 20 000 Karten für das Eröffnungsspiel verkaufen können”, sagte WM-Botschafter Bob Hanning auf ZDF.de.

Erste gut besuchte General Interest-Webseiten sind bereit auf das größte Sportereignis 2007 in Deutschland. Die ARD bewirbt ihr Handball-WM-Spezial genauso auf der Startseite wie das ZDF. Auch Spiegel Online ist vorbereitet für die Meisterschaft. Focus Online sammelt seine Beiträge ebenfalls auf einer extra Seite.

Erhard Wunderlich (Handball-Weltmeister 1978) kritisierte auf der Netzeitung den deutschen Bundestrainer Heiner Brand, die Verantwortlichen hätten “definitiv zu wenig getan”, um eine Euphorie in Deutschland zu entfachen. Aber: Das dachten wir im vergangenen Jahr zum Start der Fußball-WM ja auch. Wunderlich sieht durchaus eine Chance für die deutsche Mannschaft, in den nächsten Wochen weit zu kommen - nach dem Halbfinale sei alles drinnen. “Ich glaube, dass die Mannschaft so charakterstark ist, dass sie nervlich mit dem Druck, der auf ihr lasten wird, gut umgehen kann.”

Am Wochenende verlor Deutschland das letzte offizielle Testspiel vor dem WM-Start. Ägypten gewann in München mit 30:29 gegen eine verletzungsbedingt schwache deutsche Mannschaft. Laut dem deutschen Trainer sollen die wichtigen Spieler bis zum Start am Freitag wieder fit sein.

Jetzt fehlen nur noch Siege - und Fanmeilen.

Nach der WM ist vor der WM, nach dem Sommermärchen folgt das Wintermärchen: Vom 19. Januar bis zum 4. Februar richtet Deutschland die Handball-Weltmeisterschaft aus. Austragungsorte sind u.a. Berlin, Köln und Wetzlar.

Vom letzten Jahr sind wir bereits das Feiern gewohnt - noch nie sind mir täglich so viele Menschen in Deutschland mit freundlichen Gesichtern entgegen gelaufen, wie während des Sommers 2006. Haben wir Deutschen das Zeug, auch für den Handball derartige Euphorie zu entfachen? Ich bin dazu bereit und hänge in den nächsten Tagen wieder meine Deutschland-Fahne heraus. Leider wird es keine Fanmeile geben.

Im Gegensatz zu den Fußballern ist die deutsche Handball-Nationalmannschaft allerdings recht schwach; einstige Stars wie Stefan Kretzschmar haben die Mannschaft verlassen. Dafür haben wir Jungs wie den EHF-Cup-Sieger 2006, Florian Kehrmann. Bei der letzten Handball-WM wurden wir neunter. Italien ist übrigens nicht dabei (jaa!).

Mozart-Aufführung abgesagt

26. September 2006

Nein - ich habe dafür kein Verständnis: Die deutsche Oper in Berlin hat eine Aufführung einer Inszinierung von Mozarts Idomeneo abgesagt, da dort der islamische Prophet Mohammed in einem, ich will sagen: nicht ganz positiven Licht dargestellt wird. Das Landeskriminialamt erstellte daraufhin eine “Gefährdungsanalyse”, die nun zu der Absage führte. Der Journalist Henryk M. Broder hat einen sehr netten Artikel auf SPIEGEL ONLINE dazu geschrieben.