Rechtspopulistisches Österreich
28. September 2008
Österreich hat sich entschieden und dabei den zwei großen Parteien ÖVP und SPÖ einen Dämpfer verpasst - beide, die zuletzt eine Große Koalition stellten, verlieren an Wählergunst, die ÖVP sogar knapp zehn Prozent. Damit wird womöglich der Streit zwischen den beiden Großen abgestraft, was am 7. Juli zu einer Aufkündigung der Koalition führte, woraufhin die heutige Neuwahl notwendig wurde.
Stark sind in Österreich hingegen rechtspopulistische Vereinigungen, die in Deutschland keine nennenswerte Ergebnisse erzielen. Auf 18,3 Prozent lt. Hochrechnung verbesserte sich die FPÖ, das BZÖ liegt nunmehr bei 11,5 Prozent. Beide vereinigen auf sich mehr Stimmen als der prozentuale Sieger der heutigen Nationsratswahl, die SPÖ (29,2 %).
Spannend ist nun, wie sich Österreichs Politiker in der Regierungsfrage entscheiden. Traditionell arbeitet man gerne in Großen Koalitionen, eine Mehrheit hätten jedoch auch ÖVP plus FPÖ & BZÖ.
Auf “parlamentarischer Ebene” möchte die SPÖ mit allen Parteien sprechen, eine Koalition mit den Rechtspopulisten soll es hingegen nicht geben. Das kennen wir Deutschen von der hiesigen SPD, die rein offiziell eine Koalition mit der “Linkspartei” ausschließt - und sich in Hessen jetzt tolerieren lassen möchte.
Das gute Ergebnis für die SPÖ wird womöglich auch an der Schützenhilfe von Österreichs Medium “Kronen Zeitung” liegen, welche in Person ihres Herausgebers Hans Dichard (Pseudonym: Cato) Lobeshymnen und Gedichte auf SPÖ-Chef Werner Faymann verfasste.
Eine starke FPÖ und ein starkes BZÖ konnte jedoch auch “Machtmensch” Dichard nicht verhindern.