Schlechte Nachrichten für Indien und die gesamte asiatische Umgebung: Wie die englische Zeitung “Daily Telegraph” berichtet hatte, rüstet die chinesische Marine zurzeit intensiv auf. Statt nur ihr gutes Recht wahrzunehmen, die heimische Küste zu überwachen, können die chinesischen Militärs zukünftig auch auf die hohe See hinausfahren. Zum einen, um die eigenen Öl-Tanker - auch vor etwaigen Blockaden - zu schützen, aber auch um etwa bei der Taiwan-Frage zu intervenieren: Seit langem hat China Angst davor, Japan sowie die Vereinigten Staaten könnten auf Bitten der Taiwanesen die Insel beschützen.

Der Artikel des “Daily Telegraph” ist umso erstaunlicher, als dass die Chinesen versteckte Basen errichten, die durch Radar-Störer vor der Entdeckung geschützt werden sollten. Nun ist es dem Westen trotz alledem gelungen, die im Aufbau befindliche Basis vor Hainan bei Sanya zu identifizieren. Demnach entstehen dort moderne U-Boote des Types 094 (“Jin”-Klasse), außerdem gibt es Gerüchte, die Marine hätte Interesse an einem Flugzeugträger. Dies wird gleichwohl - zumindest derzeit noch - von den chinesischen Admiralen abgestritten.

Der internationale IT-Konzern Accenture prägt einen neuen Begriff: die multipolare Welt. Bereits der ehemalige französische Präsident Chirac sprach 2006 von diesem Wort, das den Nachfolger der Globalisierung darstellen soll. Statt wie bislang, wird die Weltwirtschaft demnach durch Ländergruppen wie die EU dominiert, oder durch einzelne Staaten, die heute eine untergeordnete Rolle spielen: Brasilien oder die baltischen Staaten, zum Beispiel.

Accenture-Chef Stephan Scholtissek empfahl in einem n-tv.de-Interview Deutschland daher, in die High-Tech-Industrie zu investieren. “Wir wissen, dass in drei Jahren mehr Mittelklasse-Haushalte in Indien und China da sein werden, als zum gleichen Zeitpunkt in den USA”, so der Manager. “Dort entsteht ein Mittelstand, dem man deutsche Produkte gut verkaufen kann.”

Mehr Informationen: accenture.com

Eigentlich sollte es so schön werden: Ariane Reimers bereitete sich ausgiebig für ihre Reise in den Himalaya vor. Da die Chinesen lediglich einen Journalisten pro Medium zulassen wollten, ist sie Korrespondentin, Kamerafrau und Technikerin in Personalunion, etwas ungewohnt für die öffentlich-rechtlichen Mitarbeiter.

Doch gleich nach der Ankunft in China wurden die elf internationalen Journalisten (ARD und ZDF für Deutschland, u. a. noch BBC und Reuters) vom Informationsfluss abgeschnitten. Die chinesischen Organisatoren haben für die Korrespondenten ein umfangreiches Programm zusammengestellt, mit ausgewählten Interview-Partnern und tollen tibetischen Klöstern, um die Berichterstatter davon abzuhalten, eigenständig zu recherchieren. Frau Reimers hat selbst diesen Eindruck, bloggte sie auf tagesschau.de. Außerdem wird sie und ihre Kollegen davon abgehalten, sich auf die ungewöhnliche Höhe von 5.200 Meter Höhe vorzubereiten (Akklimatisierung) und in das so genannte “Basis-Camp” auf dem Mount Everest zu reisen.

Stattdessen muss Frau Reimers weiterhin viele Kilometer davon entfernt haren und auf das Weiter warten. Informationen, wann es weiter geht, und wo die olympische Fakel, um die es ja ursprünglich geht, derzeit ist, wann sie am Himalaya ankommt - das wir den Journalisten vorenthalten. Doch die westlichen Medien machen keine Anstalt, öffentlich zu protestieren. Frau Reimers berichtete zwar gestern wieder kritisch über ihre Umstände, doch der eigentliche Skandal wird unzureichend publik gemacht. Das muss sich unbedingt ändern, denn eine vorgebetete Berichterstattung ist nicht das, was ich mir vorstelle.

Noch ist tagesschau.de, das Nachrichtenportal der ARD, von der chinesischen Zensur nicht blockiert. Doch Druck auf das Flagschiff seriösen deutschen Journalismus wird von der Führung in Peking indirekt ausgeübt. Nachdem die “tagesschau.de”-Redaktion eine Umfrage schaltete, ob der Fackellauf der Olympischen Spiele abgesagt werden solle (Optionen: Ja oder Nein, Ist mir egal), gab es ein übermäßiger Ansturm auf die Umfrage. Selbst, als die Redaktion, die das große Interesse bemerkte, die Abstimmung offline nahm, wurde die Adresse weiterhin deutlich häufiger aufgerufen als die Startseite von “tagesschau.de”. Eine ARD-Reporterin aus China lüftete heute Morgen das Rätsel, woher genau die Anfragen kommen: Mehrere tausend Websiten aus China haben dazu aufgerufen, sich an der Umfrage zu beteiligen - und setzten gleich Direktlinks, um für das “Nein” abzustimmen.

Eine Studentengruppe aus China hat Strafanzeige gegenüber den Spiegel gestellt. Dieser berichtete in der Ausgabe 35 unter dem Titel “Die gelben Spione” auf mehreren Seiten kritisch über Chinas Feldzug, westeuropäische Technologien auszuspähen. Einer der zuletzt besten Titelgeschichten des Hamburger-Verlages. Der muss sich nun gefallen lassen, der üblen Nachrede, der Volksverhetzung, der Verletzung von Hoheitszeichen und weiß der Gott noch alles bezichtigt zu werden. Hoffentlich werden die deutschen Gerichte zugunsten der Pressefreiheit entscheiden und den chinesischen Machenschaften Einhalt bieten.

Finaaale, ohoo!

26. September 2007

Es ist in diesen Monaten teils lustig und einfach, über die Deutschen im nationalen (Sport-) Vergleich zu schreiben. Beim “Sommermärchen” wurden wir WM-Dritter, im darauffolgenden “Wintermärchen” sogar Weltmeister. Einmal abgesehen vom Disaster kürzlich beim Basketball, sind die Deutschen erneut auf dem Weg, ganz groß zu werden.

Zurzeit spielen die Fußball-Frauen in China um die Titelverteidigung. Erstmals könnte es in der WM-Geschichte der Frauen dazu kommen, dass eine Mannschaft hintereinander Weltmeister wird. Deutschland, übrigens auch Europameister, ist auf dem besten Weg. Heute besiegte die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid “Angstgegner” Norwegen mit 3:0 (1:0) und stehen damit im Finale.

Am Sonntag trifft die DFB-Elf in Shanghai entweder auf Brasilien oder Olympiasieger USA.

Wir sind im Halbfinale!

22. September 2007

Mit 3:0 (1:0) gewannen heute unsere Frauen gegen den Geheimfavorit Nordkorea. Obwohl unsere Spielerinnen nicht unbedingt die besseren waren, geht das Ergebnis in Ordnung - und Deutschland steht Gott sei Dank im Halbfinale. Am Mittwoch findet das Spiel entweder gegen Gastgeber China oder Mitfavorit Norwegen statt. Das Finale würde am kommenden Sonntag ausgetragen werden.