Heute fand einmal wieder der Klassiker “Rund um den Henninger-Turm” statt. Viele Rad-Rennen quer durch Frankfurt und durch den Taunus animierten die Menschen im Rhein-Main-Gebiet, selbst auf das Rad zu steigen. Im Mittelpunkt stand wieder das Profi-Rennen, das auch durch meine Heimat Eschborn führte. Gewonnen hat nach 2004 erneut Karsten Kroon von der Mannschaft CSC.

Peloton

Ich habe in Oberursel zum dritten Male dem Treiben zugeschaut und erstmals auf dem Anstieg zum legendären Mammolshainer-Berg. Auf letzterem musste ich jedoch leider einen Zwischenfall erleben, als ein kleiner Junge während der Unterbrechung (rund fünf Minuten zwischen Peloton und Verfolger) die Straßenseite wechselte und ein von oben kommender Zuschauer auf seinem Fahrrad mitten in ihn hineinfuhr. Der Kleine war leider kurzzeitig bewusstlos, konnte jedoch aufgrund einer guten Erstversorgung bald wieder sprechen und wurde nach gefühlten 15 Minuten von einem Rettungswagen abtransportiert.

Schwere Verletzungen innerhalb des Feldes gab es meines Kenntnisstandes nach Gott sei Dank nicht. Trotz des Zwischenfalles, war der Tag ein sehr schöner. Wie es in Zukunft mit dem Radrennen weiter geht, steht derweil noch in den Sternen: “Henninger” ist ausgestiegen, die Suche nach einem neuen Hauptsponsor läuft. Wie man erfahren konnte, waren die Veranstalter der “Tour de France”, ASO, vorort und haben angeblich Interesse. Denn “Rund um den Henninger-Turm” hat weiterhin einen großen Ruf und ist trotz merklich weniger Zuschauer - okay, es war heute ja auch Vatertag - ein Magnet innerhalb der Region.

Einmal im Jahr, zum 1. Mai, sind plötzlich ganz viele Menschen mit Fahrräder im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. So auch heute, motiviert durch den Radklassiker “Rund um den Heinnger-Turm”. Nachdem sich eine kleine Ausreisergruppe zeitweise einen Vorsprung von vier Minuten und zehn Sekunden gebaut hatte, setzte sich Patrik Sinkewitz auf der Darmstädter Landstraße gleich zwei Mal ab (die Fahrer überquerten die Straße mehrmals) und gewann als zweiter Hesse in der Geschichte sein (quasi) Heimrennen.

Spitzengruppe in Oberursel
Die Spitzengruppe bei der Einfahrt in einen Kreisel (Oberursel). / Bild: Frederic Schneider

Nachdem ich im letzten Jahr das erste Mal beim Rennen live dabei war, stand ich heute gleich an drei Stellen: Zuerst in Oberursel, wie auch im vergangenen Jahr, danach in Kelkheim und zu guter letzt in Eschborn, das seinerseits Rennpremiere feierte. Über eine Millionen Zuschauer sollen auf der Strecke dabei gewesen sein; in Eppstein standen die Menschen in mehreren Reihen, genauso wie am Mammolshainer Berg, wo ein wenig Tour de France-Stimmung aufkam - auch hier standen hunderte von Menschen dicht an dicht, um die Elite live zu erleben.

Hauptfeld in Oberursel
Fahrer im Hauptfeld, darunter ein CSC-Fahrer. / Bild: Frederic Schneider

Viele Menschen auf Motorrädern kontrollierten (Rennleitung), sicherten (Polizei), fotografierten (Presse) und filmten (hr-Fernsehen) das Rennen. Ich weiß nicht, wie oft ich selbst gezeigt wurde im Fernsehen, mir wurde nur berichtet, man habe mich für wenige Sekunden - in kurzer Hose und Eintracht-Trikot - hier in Eschborn live in der ARD gesehen. Ich habe meine Eindrücke auf meiner Mini DV-Kamera aufgenommen und werde sie demnächst auf PC schneiden und alsbald kostenfrei veröffentlichen.

Mannschaftswagen Team Sparkasse
Das deutsche Team Sparkasse mit seinem Mannschaftswagen. / Bild: Frederic Schneider

So geht ein interessanter Tag eigentlich schon zur Mittagszeit zu Ende: Um 10:25 Uhr extra für das Rennen aufgestanden, und um 16:15 Uhr mit einem hessischen Sieger den Fernseher wieder aus gemacht. Toll!