Birma, Burma, Myanmar - was denn nun?
26. September 2007
Mönche gehen in Birma auf die Straße, in Burma und in Myanmar - huch, was ist denn hier los? Proben die Mönche einen globalen Aufstand? Nein, ganz und gar nicht: Die Proteste finden in einem Land statt. Doch das ist unter drei Namen bekannt.
ARD-aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke erklärt nun, weshalb die “Tagesschau” von Birma spricht - genauso wie die “Süddeutsche” und “Welt” -, “Spiegel Online” von Myanmar (Aktualisierung, 22:10 Uhr: Inzwischen spricht “SpOn” ebenfalls von Burma), die “FAZ” und der “SPIEGEL” hingegen von Burma. Grund: Das Land hatte in den vergangenen Jahrzehnten einige Namensänderungen hinter sich, zuletzt 1989, als die Militärherrschaft es in Myanmar umbenannt hat.
Dagegen kann man nun protestieren und es weiterhin Birma (oder eben Burma) nennen; am Ende bleibt der Zuschauer verwirrt. Dr. Gniffke beruft sich auf eine Vereinbarung von Agenturen (dpa & Co.), die sich auf Birma geeinigt haben. Das Auswärtige Amt und die Vereinte Nationen führen den Staat hingegen unter seinem aktuellen Namen, Myanmar.
Schwer, eine einheitliche Lösung zu finden, doch würde ich das Land den Militärherrschern zum Trotz als Myanmar führen.
Olala, die neue WELT (Online) ist da
20. Februar 2007
Angeblich sollte das neue Welt.de bereits am vergangenen Freitag starten. Jetzt wurde Dienstag draus. Unter www.welt.de steht seit wenigen Minuten ein neuer Auftritt. Erstes Fazit: Aus dem abgrundtief hässlischen Layout wurde ein modernes, seriöses. Kurz: Toll gemacht! Auch funktionell gefällt mit die Seite (absofort “Welt Online”) gut.
Chefredakteur Christian Keese schreibt, dass der Inhalt der Seite in einem Newsroom von den Redakteuren der Print-WELT, der Welt Kompakt und von Welt Online gestaltet wird: “Bei der Welt-Gruppe ist jeder Journalist immer auch ein Onliner.” Und: “Dutzende von Beiträgen pro Tag werden exklusiv für Online produziert.” Das hört sich schon einmal gut an.
Dank der Mitarbeit von Peter Schink und Thomas Wanhoff gibt es zahlreiche Weblogs und viele Web 2.0-Funktionen. Darunter die Wortwolke (”Tag clouds”) in jedem Artikel, wie sie bereits auch Spiegel Online hat, oder wie bei mir im Einsatz. Wanhoff hat sich vor allem um den Videobereich gekümmert, schreibt er auf seinem Weblog.
Leider fehlen mir die sozialen Lesezeichen (”Social Bookmarks”), wie sie das Internet-Angebot des Sterns hat. Dafür gibt es endlich eine Auflistung aller Redakteure inklusive einer kleinen Biographie - super! Unter “zweite Meldung” werden zudem die Artikel von den Konkurrenzseiten eingeblendet, was ich sehr fair finde. Daran sollten sich auch andere Nachrichtenportale ein Vorbild nehmen. Bislang gab es lediglich das “News im Web” der Netzeitung, die hierbei eine Vorreiterrolle einnahm.
Ich bin gespannt, wie sich das neue Welt Online macht. Letztendlich zählt der Inhalt.
P.S.: Bitte, Timo! Ach: Und die Benachrichtung, die ich von Welt Online bekommen sollte, sobald der Relaunch vollzogen ist - ja, die kam noch nicht an.