Lisa Bund
Schaute in Eschborn vorbei: DSDS-Star und Sängerin Lisa Bund

Viel Lärm heute Morgen auf dem Sportplatz nur unweit meines Zuhauses. Mal wieder ein Turnier, dachte ich. Gegen 13:30 Uhr kommt dann plötzlich Gesang - Lisa Bund, bekannt von DSDS, interpretierte ein Lied. Bewaffnet mit einer Fotokamera, machte ich mich auf den Weg zur Sportanlage Westerbach.

renatelingor.jpgUnter dem Motto “Kicken wie meine Stars” im Rahmen von Girls Wanted versammelten sich Familien vorwiegend mit jungen Mädchen, um zusammen ein Turnier, den “Sommer Cup 2007″, zu veranstalten. Dazu sind auch Steffi Jones und Renate Lingor (siehe Bild rechts) gekommen. Beide haben (bzw. sind noch aktiv) für die Fußballnationalmannschaft der Frauen gespielt. Nach 111 Einsätzen gab Jones erst im März ihren Rücktritt aus der Mannschaft bekannt. Zusammen mit Renate Lingor spielt Jones beim 1. FFC Frankfurt, der amtierende deutsche Meister. Die beiden gaben mit Lisa Bund ab 13:45 Uhr Autogramme. Ein Tross von jungen Mädchen bewegte sich zu einem kleinen Zelt, wo es die Signaturen gab. Erst im März war bei uns in Eschborn Dieter Bohlen für eine Autogrammstunde. Lisa Bund, inzwischen ganz Medienprofi, wies noch darauf hin: “Ich habe ganz vergessen zu sagen - kauft meine CD, die Ende Juli herauskommt!” Auf die Frage, wie der Song denn heißen würde, meinte sie: “Das muss sich erst noch entscheiden.” Zwei Namen sind zurzeit in der engeren Wahl, so die Hattersheimerin.

Gott sei Dank: Martin ist es nicht! Der neue “Superstar” ist Mark Medlock. Glückwunsch! Ein Sieger aus Hessen.

Mark Medlock
Freude beim Gewinner: Mark Medlock (li.) mit seinem Bruder. / Foto: RTL & Gregorowius

Mark singt das von seinem Freund Dieter Bohlen komponierte Lied “Now or never”, das wir in den nächsten Tagen wohl öfters hören werden. Ein Nummer 1-Lied wird es sicherlich - wie so viele Songs von Bohlen. Im Übrigen wählten Mark 78,02 Prozent der Zuschauer.

Geld, statt Superstar

29. April 2007

Das Format hatte über zehn Millionen Zuschauer. Kämpfte gegen Quotengirant “Wetten, dass..?”. Am Ende bleibt ein Durchgeknallter und ein Blauäugiger übrig. “Deutschland sucht den Superstar” macht viel Geld, aber keinen Superstar, meint Frederic Schneider.

“Ich hab’ die Haare schön”, trällerte eine kräftige Frau einst in ein Mikrofon des Kölner Senders RTL. Es ist nur wenige Monate her, als diese Szene, gedreht auf Mallorca, im freien Fernsehen gezeigt wurde. Seit dem sind aus tausenden Kandidaten zwei Favoriten geworden. In der Kouriösität hat sich jedoch nichts verändert: DSDS ist und bleibt ein medial hervorragend inszeniertes Konzept. Monoton und frech wie eh und je.

Dass es bei Deutschlands Suche nach seinem Superstar weniger um Talent, als vielmehr um Vermarktbarkeit geht, bewies in gewohnter Manier der gestrige Abend. Lisa Bund, die in einem kleinem Geschäft in Hattersheim (bei Frankfurt am Main) arbeitet, und sich dort in das Goldene Buch der Stadt eintragen durfte - was bei den älteren MitbürgerInnen zu viel Unmut führte -, unterlag, trotz besserer Stimme, einem 16-jährigen Bub. Klar, der Junge sieht doch irgendwie smart aus, blaue Augen hat er; stets brav und der ideale Freund für pubertierende Mädchen, im DSDS-Jagon auch “Zahnspangenfraktion” genannt. Übrigens heißen “Tokio Hotel”-Fans genauso.

Dabei war Martin Stosch, wohnhaft in Bayern, letzte Woche noch rausgeflogen. Bis Max Buskohl erkannte, dass DSDS nichts für ihn ist. Lieber wolle er mit seiner Band “Empty Trash” auf Tour gehen, statt ein von Dieter “Poptitan” Bohlen komponiertes Lied auf Platz 1 der deutschen Charts zu singen. Also ging er - freiwillig. Nachgerückt ist Stosch, der zusammen mit dem verrückten Mark Medlock aus Offenbach um den Sieg kämpft - um einen Plattenvertrag und einen Nummer 1-Hit. Lisa Bund kehrt zurück an ihre Arbeitsstelle, außer jemand hat mit dem jungen Mädchen Erbahmen und lässt sie einen Song aufnehmen.

Top 3 bei DSDS
Die Finalisten Martin Stosch und Mark Medlock mit der unterlegenen Lisa Bund. / Bild: RTL & Gregorowius

Freilich muss sie sich dafür in Geduld üben: Acht Wochen nach dem Finale (kommenden Samstagabend) darf sie ohne RTLs Erlaubnis nirgends auftreten, so steht es im Vertrag (oftmals “Knebelvertrag” genannt). Mit diesem Problem hatte diese Woche erst Stefan Raab zu tun, der Max Buskohl gerne in seiner Sendung “TV total” (ProSieben) auftreten lassen wollte; bis Buskohls Band auf Platz 1 der Charts sei. RTL sagte nein, und Raab wehrte sich mit “Freiheit für Max Buskohl”-Rufen im Studio, zusammen mit seinem Publikum, das bewaffnet mit Schildern (”RTL ist kriminell”, “1, 2, 3, gibt den Buskohl frei”) den Auftstand probte. Kündigte er Mittwoch und Donnerstag in seiner Sendung noch eine Demonstration im DSDS-Studio (”Wir haben rund 120 Karten”) an, blieb es in der Realität gestern bei - nichts. Kein Wort von den Superstars-Moderatoren über die Forderung des TV-Entertainers, kein Raab-Anhänger, der Buskohls Freiheit forderte.

Nun steht der schrille Bohlen-Liebling Medlock im Finale, zusammen mit dem 16-jährigen Mädchenschwarm Martin Stosch. Wer am Ende siegt, ist eigentlich auch egal. Es gibt traditionell nur einen wahren Sieger und der kommt vom Rhein: RTL.

Abschied vom DSDS-Schauen

29. April 2007

“Deutschland sucht den Superstar” (DSDS) ist für mich gestorben. Zumindest für diese Staffel. Dabei schien es Mitte der Woche noch spannend zu werden: Zwischen Stefan Raab (”TV total”) und der RTL-Presseabteilung gab es einige Wortgefechte, hervorragend medial insziniert (ich berichtete). Nach dem freiwilligen Aus von Max Buskohl, wollte Raab den Sänger mit seiner Band “Empty Trash” zu sich einladen; RTL sagte nein, Raab griff - wie oft - zu satirischen Mitteln und kreierte ein Bild mit der Aufschrift: “Seit 196 Tagen Gefangener von R.T.L.” Geschafft hat es Stefan Raab immerhin auf den Titel der BILD-Zeitung. Das hatte sowohl etwas für ProSieben, als auch für RTL: Die zuletzt immer schwacher gewordenen Einschaltquoten (”TV total”) verbesserten sich von einem Tag zum anderen, und es gab wieder einen Grund, DSDS zu schauen.

Spannend wurde die angekündigte Demonstration von Raab (”Wir haben 120 Karten für die Sendung”) für die Freiheit Buskohls gestern Abend (ab 20:15 Uhr) erwartet. Aber sie kam nicht. Schade, eigentlich. DSDS wird immer monotoner, etwas Abwechslung hätte gut getan. Seit gestern gibt es keinen Grund mehr, weiter zuzuschauen. Denn: Verarschen, so sagt ein bürgerlicher Spruch, kann ich mich selber.

Martin Stosch, der 16-jährige Mädchenschwarm mit blauen Augen, kehrte auf die Bühne zurück, obwohl die Zuschauer ihn letzten Samstag noch rausgewählt hatten. Er trat als Ersatz für Buskohl auf. Vor einer Woche unterlag er sowohl Buskohl, Frau Bund, sowie Herrn Medlock. Nunmehr kämpft der Blauäugige gegen Bohlens Liebling um den Sieg - um einen Plattenvertrag und mindestens einem Nummer 1-Hit.

Ich hatte mich so auf ein rein hessisches Finale gefreut, zwischen Lisa Bund (Hattersheim) und Mark Medlock (Offenbach). Jetzt kämpft der “Schwule” (Spiegel Online) gegen den Schwarm. Ohne mich.

Heute Abend ging es weiter mit “Deutschland sucht den Superstar” (DSDS). Zum zweiten Mal in diesem Jahr gab es auf diesem Weblog einen Liveticker. Das heutige Motto lautete: “Power of Love”

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Heute Abend geht es weiter mit Deutschlands populärster Casting-Sendung: “Deutschland sucht den Superstar”, kurz DSDS. Stets Freund und Feind: “Poptitan” Dieter Bohlen. Bevor die zweite Mottoshow beginnt, besuchte das DSDS-Jurymitglied zwei Filialen des Möbelhauses “Mann Mobilia”. Hunderte kreischende Fans freuten sich.

Es sollte ein kurzer Besuch in der Filiale in Eschborn bei Frankfurt am Main werden: 13 bis 14 Uhr, kündigte das Unternehmen in dieser Woche per einseitiger Annonce zwei Mal in der Lokalpresse an. Die Medien selbst blieben zurückhaltend und spendierten dem Besuch des Musikproduzenten nur ein paar Zeilen. Bevor er Eschborn besuchte, war er in Wiesbaden - auch bei “Mann Mobilia”.

Bohlen kam fünf Minuten zu spät in das dritten Obergeschoss des erst vor einigen Monaten eröffneten Möbelhauses. Zehn Bodyguards sorgten für Recht und Ordnung, das Sicherheitsunternehmen “LOGO Security” wurde extra angefordert, sonst schützt LOGO die Heimspiele des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt.

Hunderte Fans, zumeist jung, versammelten sich um die Absperrung. Sie sahen Bohlen schon vor 13 Uhr: Zahlreiche Papp-Bohlens wurden aufgestellt. Jeder wollte nach vorne und als “Diiieter” dann endlich kam, war das Geschrei groß. “Dieter, du hast die Haare schön” bzw. “Wir ham die Haare schön” war an diesem Mittag der Alternativspruch zum kurzen “Diiieter”.

“Diiieter” verteilte einige Autogrammkarten. Ein kleines Mädchen schrie, sie habe von Bohlen kürzlich in der Zeitung gelesen und sich das gemerkt. Dieter lächelte, verstand erst nicht, aber er freute sich - wie der ganze Trubel um ihm irgendwie doch lustig war. “Mann Mobilia”-Mitarbeiter ließen sich mit dem Musikproduzent fotografieren, den Fans blieb nur ein Erinnerungsfoto von der Ferne. Nur diejenigen, die einen Platz ganz vorne an der Absperrung erkämpft, oder sich auf die zum Verkauf stehenden Schlafzimmer-Betten gestellt hatten, bekamen freie Sicht auf Bohlen, der stets von Fotografen und der Lokalpresse begleitet wurde.

Dieter Bohlen
Unter den Fans begehrt: Eine Autogrammkarte des “Poptitans” / Bild: Mayk Azzato

Dabei war auch Bohlens Heimatsender RTL: Ausgerüstet mit einem gelben RTL-Mikrofon, einer teuren Kamera mit starkem Licht und einem Mikrofon an langer Stange nahmen die Fernsehjournalisten des Privatsenders alles auf.

Bohlen kam an diesem Mittag, weil er Kunde von “Mann Mobilia” ist. Und RTL hat durch diese Aufnahmen nettes Material, um die Popularität des “Poptitans” im Fernsehen zur Schau zu stellen. Die Fans spielten mit, “Diiieter”-Rufe sei Dank.

“Ach, sieht der alt aus”, sagt eine ältere Dame, die sich einen Platz weit vorne ergatterte hatte und förmlich nach einem Autogramm bettelte. Sie bekam von Bohlen keines. Sie musste sich ein vorgeschriebenes geben lassen - von einem Mitarbeiter.

Nach einer halben Stunde war der ganze Spaß zu Ende, 15 Minuten früher als geplant. Von draussen kamen immer noch Besucher, die nach Bohlen fragten. Aber er war bereits auf dem Weg zum “Mann Mobilia”-Helikopter. Auch dort standen einige Fans. Security war dabei. RTL ebenso. Die Besucher winkten dem “Poptitan”. Er saß im Hubschrauber und grinste. Er fand das toll. Dann war er weg aus Eschborn. Für immer.

Heute Abend (ab 20:15 Uhr) entschied sich auf RTL, welche fünf Mädchen den fünf männlichen Kandidaten in die Mottoshows von “Deutschland sucht den Superstar” (DSDS) folgen würden. Mein Live-Ticker als Archiv.

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