Mönche gehen in Birma auf die Straße, in Burma und in Myanmar - huch, was ist denn hier los? Proben die Mönche einen globalen Aufstand? Nein, ganz und gar nicht: Die Proteste finden in einem Land statt. Doch das ist unter drei Namen bekannt.

ARD-aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke erklärt nun, weshalb die “Tagesschau” von Birma spricht - genauso wie die “Süddeutsche” und “Welt” -, “Spiegel Online” von Myanmar (Aktualisierung, 22:10 Uhr: Inzwischen spricht “SpOn” ebenfalls von Burma), die “FAZ” und der “SPIEGEL” hingegen von Burma. Grund: Das Land hatte in den vergangenen Jahrzehnten einige Namensänderungen hinter sich, zuletzt 1989, als die Militärherrschaft es in Myanmar umbenannt hat.

Dagegen kann man nun protestieren und es weiterhin Birma (oder eben Burma) nennen; am Ende bleibt der Zuschauer verwirrt. Dr. Gniffke beruft sich auf eine Vereinbarung von Agenturen (dpa & Co.), die sich auf Birma geeinigt haben. Das Auswärtige Amt und die Vereinte Nationen führen den Staat hingegen unter seinem aktuellen Namen, Myanmar.

Schwer, eine einheitliche Lösung zu finden, doch würde ich das Land den Militärherrschern zum Trotz als Myanmar führen.

Eigentlich war TVBlogger nur eine Idee. Ein interessantes Medium, und eine neue Möglichkeit, im Netz zu publizieren - aus viel mehr bestand der Antrieb Daniel Richters nicht, als er mit seiner Seite anno 2004 online ging. Aus einer witzigen Idee, wurde eines der meistbesuchten Online-Magazine zum Thema Medien. Doch ob des quantiativen Erfolges: Qualitativ hält “TVB” harten Kontrollen selten Bestand.

Nun, vielleicht muss TVBlogger kein redaktionelles Wunder darstellen, eventuell ist das für den Charme der Seite gar besser. Ein Weblog ist weiterhin etwas persönliches, in den allermeisten Fällen subjektiv. Eine objektive Berichterstattung läuft dem zuwider; ein SPIEGEL als Weblog - unvorstellbar!

Der Erfolg für die Seite kam eher plötzlich: Gute Platzierungen bei Google sorgten dafür, dass TVBlogger schnell als eine der ersten Anlaufstelle bei einigen Themen besucht wurde. Zum ersten Mal sichtbar war dies bei der ProSieben-Eigenproduktion “Mein Vater, seine Neue und ich”: Einige Hundert Kommentare pupertierender Jugendlicher erfreuten sich an der jungen Schauspielerin Sydney Gersina - und brachten dem Weblog hohe Besucherzahlen; die Kommentarfunktion, alsbald geschlossen.

Netzeitung, n-tv.de: “Alle nannten die Seite”

Doch der Durchbruch kam für die Seite bei “Deutschland sucht den Superstar”. Analysen, Kommentare, Quotenmeldungen und Live-Ticker zur RTL-Sendung brachte TVBlogger nicht nur die Kritik ein, sie sei von RTL bezahlt. Gleichzeitig sorgte die Casting-Sendung für Abstürze des Servers und hohe Besucherzahlen. Der Hype zahlte sich am Ende aus: TVBlogger brachte eine skurille Geschichte, die renommierten Nachrichtenagenturen ddp und dpa nahmen die Geschichte auf - netzeitung.de, n-tv.de, das Weblog von TV Spielfilm, alle nannten die Seite.

Bei einer anderen Geschichte machte die “Bild”-Zeitung mit der Geschichte auf, das Ausscheiden von Didi Knoblauch sei bereits im RTL-Videotext aufgetaucht, bevor die Ergebnisse bekannt wurden. TVBlogger berichtete als erste Seite überhaupt. Doch leider, Ernüchterung: Keine Nennung der Quelle in der “Bild”; Enttäuschung auch wegen den geschätzten Kollegen: DWDL.de nannte ebenfalls sich selbst als Quelle statt den jungen Medien-Publizisten den Erfolg zu gönnen.

Der Triumph durch DSDS, ausgebaut später bei “Germanys Next Topmodel” & Co., wurde zur erst im Frühjahr zu Ende gegangenen Staffel IV jedoch brav verschwiegen. Kommentare wurden gesperrt, die Berichterstattung gedrosselt. Ein neuer Führungsstil: Statt Bänker Richter übernahm federführend Verkäufer Michael Pliet.

Ein-Mann-Chefredaktion: “Informativ, doch öfters fehlerbelastet”

Pliet, ein junger, engagierter Hesse, ist der Chefredakteur neben Daniel Richter und in diesem Jahr der mit Abstand aktivste Redakteur. Seine Artikel: Informativ, doch öfters fehlerbelastet - mit bezeichnend für das neue TVBlogger. Einige Leser kehrten der Seite den Rücken, Kritik wurde immer lauter. Doch statt sich selbst zu hinterfragen, versucht die vermeindliche Ein-Mann-Chefredaktion zu erklären, wie man mit Kritik umgeht - ein typisches Instrument bekannt aus Foren, wo eine Gemeinschaft kurz davor ist, sich selbst aufzulösen.

Doch trotz der vielen Kritik, bleibt bei TVBlogger der Charme eines Blogs, einer übersichtlichen Seite, abseits als Alternative zu DWDL, zu Quotenmeter und wie sie alle heißen. Gerne wird von diesen Seiten geleugnet, TVBlogger sei gar kein Medienmagazin. Dabei gelingt den TVBloggern, trotz vieler Macken, zu unterhalten.

Es wäre schade, wenn das Projekt untergehen würde. Redaktionelle Änderungen und eine Besinnung auf die Kernkompetenzen wären etwas, das man in Erwägung ziehen sollte. Vor allem, um an alte Erfolge anzuknüpfen - und nicht nur damit zu werben, quantitativ weiterhin interessant zu sein, hohen vierstelligen Besucherzahlen sei Dank.

Hinweis: Ich war selber lange Zeit bei TVBlogger und vor allem bei der Berichterstattung über DSDS intensiv einbezogen. Dieser Beitrag soll nicht als Abbrechnung, sondern vielmehr als Weckruf für die Verantwortlichen verstanden werden.

Der Chef der Weltbank, Paul Wolfowitz, tritt zurück. Das meldeten als Eilmeldungen AP um 00:15 Uhr, AFP etwa genauso, die dpa war ein Tick schneller - laut focus.de gab es bereits um 00:10 Uhr eine entsprechende Kurzmeldung.

Nur kurze Zeit später machte eine “Nachtschwester” (mit dem Kürzel “van”, wer das ist - niemand weiß es) bei Spiegel Online eine Eilmeldung daraus. Welt Online aktualisierte seine Meldung von heute Nachmittag. tagesschau.de (mit 24 Std., sieben Tage/Woche Redaktion) ist ebenfalls mit einer Eilmeldung dabei. So gehört sich das.

Nichts steht hingegen bei der Netzeitung (okay, das Budget für Schichtdienst fehlt), bei stern.de (wollten das dt. Leitmedium im Internet werden), n-tv.de, bei faz.net, sueddeutsche.de und bei zeit.de. Focus Online hat immerhin einen 24-Stunden-Ticker prominent auf der Startseite implementiert - dpa-Meldungen werden unredigiert veröffentlicht. Einen redaktionellen Text gibt es jedoch nicht.

Da müssen die deutschsprachigen Online-Medien wohl noch nach ziehen. Besser informiert ist man nämlich im Fernsehen: Sowohl der ARD-Teletext als auch N24 und n-tv im Nachrichten-Laufband berichten über den Rücktritt.

Im Übrigen berichtet im Moment auch die Tagesschau darüber. Live.

Nachtrag, 01:01 Uhr: Inzwischen gibt es bei Focus Online einen redaktionellen Artikel. Da scheint wohl doch jemand zu arbeiten. Nur larm ist er. Die Tagesschau bringt in dieser Minute eine Live-Schalte nach Washington.

Nachtrag, 01:19 Uhr: Beim ZDF (sowohl TV als auch online) fehlt immer noch eine Meldung. Bei Spiegel Online steht inzwischen ein langer Text mit Foto; neben “van” hat nun auch “plö” (Textchef) am Artikel mitgearbeitet. So soll das sein: Noch nachts bestens informiert. tagesschau.de macht das ebenfalls gut. Allerdings ist die Bildunterschrift unverändert aus früheren Artikel kopiert worden.

Nachtrag, 01:26 Uhr: Marc Pitzke kommentiert auf Spiegel Online den Rücktritt. Respekt. Liest sich allerdings wie vorbereitet.

Nachtrag, 01:29 Uhr: Focus Online bringt ein Porträt über Wolfowitz, formuliert von Reuters.

Ich mag sueddeutsche.de ja eigentlich und schaue immer wieder vorbei, aber - nein, so läuft das nicht … In einem Bericht über Max Buskohl, der freiwillig bei DSDS ausschied, kommt es zu einem fatalten Widerspruch. In der Überschrift heißt es, Max dürfe nicht bei Stefan Raab auftreten, im Bild, direkt links daneben, heißt es: “‘Superstar’ Max singt jetzt bei Stefan Raab.” Ja, was denn nun?

Screenshot von sueddeutsche.de
Darf er, oder darf er nicht? Was denn nun? - Screenshot von sueddeutsche.de

Laut einer dpa-Meldung, auf die sich die Online-SZ bezieht, hat Sender RTL Buskohl einen Auftritt in TV total zumindest verboten. Laut Vertrag dürfe Max bis acht Wochen nach dem Finale von DSDS nicht wo anders ohne RTLs Erlaubnis auftreten.

Die Netzeitung steht mal wieder zum Verkauf. Der bisherige Inhaber - Orkla Media - möchte sich von der “ersten deutschen Tageszeitung, die ausschließlich im Internet erscheint”, trennen, schrieb heute die “Süddeutsche Zeitung” (SZ).

Autor Christoph Kappes machte sogleich die Schwächen der NZ aus: Es stehe kein Print-Verlag dahinter und mit lediglich zwölf Redakteuren in Berlin sei man ein Objekt, das schnell zu übersehen sei. Außerdem habe man den Titel des meistzitierte Online-Medium Deutschlands letztes Jahr wieder an “Spiegel Online” (SpOn) verloren, nachdem man 2005 noch der Sieger gewesen war.

Nicht gerade Friede, Freude, Eierkuchen bei der NZ, die doch ansonsten einen guten Eindruck macht, stets nach dem Motto “kurz, schnell, prägnant, witzig”. Egal, ob man auf SpOn surft, oder bei der kleinen NZ: Informiert ist man bei beiden, gleich schnell und gleich gut.

Kappes hingegen fehlen Hintergrundberichte, Reportagen und viele weitere Texte, die Arbeit machen. Aufgrund des geringen Personals seien solche Artikel jedoch nicht zu machen, so der SZ-Redakteur. Zumindest nicht so häufig. Andere Webseiten können hier hingegen punkten, zum Beispiel “Welt Online”, die erst diese Woche quasi einen Neustart hinlegten. Dank eines “Newsrooms” und der dadurch entstehenden Synenergien aus Onliner und Print`ler entstehen auf welt.de umfangreiche Berichte - sowohl top-aktuelle als auch Hintergrundberichte und Reportagen. Auch SpOn oder das renommierte Zeit Online haben hierbei eine bessere Ausgangsposition gegenüber der NZ - dank finanzstarken Geldgebern im Hintergrund und vielen Mitarbeitern.

Die NZ hingegen macht ihre Geschichten auf Basis von Agenturmeldungen: Oftmals stehen hinter dem Kürzel “(NZ)” am Ende der Artikel Meldungen von AP, dpa oder der evangelischen Nachrichtenagentur epd. Zukünftig, so einer der neuen Chefredakteure, Matthias Ehlert, könnte man mehr Lokaljournalismus betreiben, indem Themen aus der Blogosphäre “rückübersetzt ins Web 1.0″ werden. Das könne das Profil seiner Internet-Zeitung verbessern.

Zurück zum Verkauf: Zwei potentielle Verkäufer stehen bereits zur Diskussion. Darunter die Heuschrecke David Montgomery (bitte nicht!), oder aber der Verlag Holtzbrinck (Die Zeit, Handelsblatt). Sei noch zu klären, ob das Kartellamt hierbei mitspielt. Montgomery ist bereits in Berlin mit einer Publikation vertreten und die NZ ist am Radiosender 100,6 Motor FM beteiligt. Alles so eine Sache.

Währenddessen machte sich die NZ diese Woche ein wenig schöner. Die Meinungen gehen unter den Lesern zwar auseinander, trotz alledem dürften solche Neuerungen das eigene Potential bei Kaufinteressenten erhöhen. Und boulevardesque Bereiche wie den neuen “Small Talk”, der auf jeder Seite verlinkt ist, sorgen für mehr Klickzahlen. Im vergangenen Monat habe die NZ zirka 20 Millionen Page Impressions generiert, schreibt die SZ - da kann SpOn mit zirka 400 Millionen nur müde lächeln.

Die nächsten Wochen werden also wieder einmal interessante werden. Zum einen für mich als NZ-Leser und zum anderen für den deutschen Online-Journalismus, bei dem die NZ eine wichtige Rolle spielt.

(via onlinejournalismus.de)

Was sind überhaupt “A-Blogs”? Sind damit Weblogs gemeint, die richtig arschig sind, täglich provozieren und nichts Sinnvolles rüberbringen? Oder hat das “A” einen Stellenwert, möchte es etwas nummerieren? Ist das “A” also wichtiger als das “B”?

Viele Menschen haben in der Vergangenheit das Wort “A-Blog” in den Mund genommen, obwohl von Seiten der Blogosphäre nicht einmal klar und deutlich festgelegt wurde, wann sich ein Weblog denn überhaupt so bezeichnen darf.

Die Frankfurter Neue Presse (FNP) widmete sich am 28. Oktober vergangenen Jahres dem Thema: Im überregionalen Teil der Zeitung gabs ein einseitiges Spezial. Unter dem Begriff “A-Blog” versteht die Redaktion folgendes - und nennt zugleich vier Blogs, die dem Namen würdig sind: “Was sie schreiben, ist in der Blogosphäre die Nachricht des Tages. A-Blogs sind die am meisten gelesenen in Deutschland, darunter Spreeblick.de, Bildblog.de, TV-Blogger und die Riesenmaschine.”

Ich finde die Beschreibung in Ordnung. Und wenn auch das BILDblog von manchen Bloggern nicht als Weblog anerkannt wird, zählt es für mich doch als das bekannteste Weblog überhaupt. Dass TVBlogger ebenfalls genannt wurde, finde ich eine nette Geste, immerhin schreibe ich dort auch; und es wurde bereits von ddp und dpa zitiert. Rund 10.000 Besucher hat das TV-Blog täglich.

Es ist auch eine Sache der Sichtweise, was ein “A-Blog” ist. Gehen wir nach den Deutschen Blogcharts, liegt die FNP-Redaktion etwas daneben. Gehen wir nach dieser Rangliste, so bewerten wir, wie oft die Blogs von anderen Bloggern zitiert werden.

Viele aktive Teilnehmer der Blogosphäre denken, wichtige Blogs sind diejenigen, die von anderen Bloggern am meisten gelesen werden. In diesem Fall darf man Seiten wie sixtus.net dazu zählen. Und auch netzpolitik.org und Don Alphonso würden ganz vorne mitspielen.

Fakt ist, dass es die Menschheit eigentlich überhaupt nicht interessiert, was Blogger “Hans” meint. Wichtig ist, was die gesamte Gesellschaft denkt. Und da ist nunmal BILDblog unumstritten die Nummer eins, gefolgt vom Rechtsanwalt Udo Vetter; Spreeblick und TVBlogger würde ich dazu zählen.

Diese Kategorisierung ist subjektiv. Deshalb meine Frage an die Blogosphäre: Was ist für euch ein “A-Blog”, welche Blogs sind diesem Begriff würdig?

Zurück bei TVBlogger

7. Januar 2007

Seit heute bin ich wieder bei TVBlogger dabei. Allerdings beschränkt auf die Berichterstattung über “Deutschland sucht den Superstar” (DSDS). Von mir wird es ab den Mottoshowshows die so genannten “Mottoshowkolumnen” geben; Live-Ticker, wie bei der dritten Staffel, werden diesesmal nicht produziert. Meine Wiederkehr habe ich mit dem Eintrag “DSDS: Viele Grüße aus dem 17. Bundesland” gefeiert.

Das Weblog zählt zu den führenden Weblogs im deutschsprachigen Raum (”A-Blog”) und wird täglich von rund 10.000 Menschen besucht. Mit einem DSDS-Artikel kam TVBlogger auch bereits auf n-tv.de und in die Netzeitung, da die Nachrichtenagenturen ddp und dpa über den Text berichteten.