“Multipolare Welt” statt “Globalisierung”
2. Mai 2008
Der internationale IT-Konzern Accenture prägt einen neuen Begriff: die multipolare Welt. Bereits der ehemalige französische Präsident Chirac sprach 2006 von diesem Wort, das den Nachfolger der Globalisierung darstellen soll. Statt wie bislang, wird die Weltwirtschaft demnach durch Ländergruppen wie die EU dominiert, oder durch einzelne Staaten, die heute eine untergeordnete Rolle spielen: Brasilien oder die baltischen Staaten, zum Beispiel.
Accenture-Chef Stephan Scholtissek empfahl in einem n-tv.de-Interview Deutschland daher, in die High-Tech-Industrie zu investieren. “Wir wissen, dass in drei Jahren mehr Mittelklasse-Haushalte in Indien und China da sein werden, als zum gleichen Zeitpunkt in den USA”, so der Manager. “Dort entsteht ein Mittelstand, dem man deutsche Produkte gut verkaufen kann.”
Mehr Informationen: accenture.com
Wenn man keine Ahnung hat …
3. Juli 2007
Deutschland ist nicht mehr Vorsitz. Schade eigentlich, durfte Deutschland doch für sechs Monate einmal den Weltchef spielen, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel - der EU-Ratspräsidentschaft sei Dank. Ganz vorbei ist es allerdings mit dem “Jahr der Deutschen” noch nicht. Mitglieder der G7 plus Russland übernehmen stets für ein Jahr den Vorsitz, wobei nach dem Gipfel im vergangenen Monat dbzgl. nicht mehr viel erwartet werden kann. Auch die meisten Treffen auf Ressortebene sind längst erfolgreich beendet worden.
Nur Matthias Gebauer will davon nichts gehört haben. In einem heutigen Artikel auf Spiegel Online behauptet er gleich im ersten Satz doch kühl:
Die Bundesregierung hat weder den EU- noch den G8-Vorsitz mehr inne, auch der Gipfel der mächtigsten Staatschefs in Heiligendamm Anfang Juni scheint schon fast vergessen zu sein.
Aktualisiert, einen Tag später: Inzwischen wurde der Fehler behoben. Jetzt heißt es:
Der Gipfel der Staatschefs der G8 in Heiligendamm Anfang Juni scheint schon fast vergessen, einzig das Verteidigungsministerium muss sich weiter mit den Vorkommnissen rund um den Treff der Mächtigen beschäftigen.
Schade, Portugiesen!
1. Juli 2007
Heute Nacht hat Portugal die EU-Ratspräsidentschaft von Deutschland übernommen. Die Redaktion von eu2007.de verabschiedete sich mit ein paar Statistiken: So gab es Besuch von rund 700.000 Nutzern, das sind allerdings nur rund 3.800 am Tag seit dem 1. Januar - von großem Erfolg würde ich dabei nicht sprechen. Gefallen hat mir hingegen das stets aktuelle Angebot.
Die Portugiesen haben für ihre Präsidentschaft das Portal eu2007.pt eröffnet. Die letzte Meldung in Englisch datiert - leider - auf gestern. Dafür ist der Countdown bis zur Übernahme der Präsidentschaft ordnungsgemäß entfernt und zählt nicht in Minuszahlen zurück, wie man es von anderen Projekten kennt.
Mir missfällt hingegen, dass die Website eu2007.pt lediglich auf Portugiesisch, Englisch und Französisch betrieben wird. Wieder einmal wird das Deutsche ignoriert, obwohl es die in der Europäischen Union die neben Englisch und noch vor Französisch am meisten gesprochene Sprache ist. Leider scheint eine Beschwerde von 2004 vom Verein Deutsche Sprache ergebnislos gewesen zu sein. Schade, Portugiesen!
Das polnische Theater Kaczyński
21. Juni 2007
Jaroslaw “Quadratwurzel” Kaczyński nervt. Hätte Deutschland im Zweiten Weltkrieg, argumentiert er, nicht rund sechs Millionen Polen ermordet, gebe es heute rund 66 Millionen. Entsprechend fordert der polnische Premier, bei den Stimmrechten in der Europäischen Union 66 statt 38,5 Millionen Einwohner für Polen als Maß zu nehmen. Immer, wenn die Kaczyński-Brüder außenpolitisch alleine da stehen, fangen sie öfters damit an, historisch zu werden und zu argumentieren, die Deutschen seien ja die bösen Menschen und die Polen müssten fairer behandelt werden.
Ich habe in den Medien eine Forderung verfolgt, die besagt, dass Polen doch einfach aus der EU austreten solle, wenn ihr das System und ihr größtes Mitglied, Deutschland, nicht passt. Klingt gut! Oder wie es mein Lieblingspremier kürzlich sagte, der Luxemburger Jean-Claude Juncker: “Man wird nicht glücklich, wenn man nur in den Rückspiegel schaut. Man verliert die Fahrtrichtung.” Die Polen sollen aufhören, ständig nach hinten zu schauen. Relevant ist nämlich, was heute passiert.
JU unterstützt Helmut Kohl
23. April 2007
Die Junge Union (JU) aus Nordrhein-Westfalen unterstützt den Vorschlag des EU-Kommisionspräsidenten José Manuel Barroso, dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl den Friedensnobelpreis zu verleihen.
Unterstützer können sich unter friedensnobelpreis-fuer-kohl.de auf einer Initiativliste eintragen. Zum Zeitpunkt dieses Beitrages gab es bereits 560 Unterzeichner.
Bonjour, Europa!
23. März 2007
“Deutschland ist Präsident”, würde die Bild-Zeitung sagen. Fakt ist: Zurzeit hat Deutschland sowohl die EU-Ratspräsidentschaft als auch den Vorsitz der G7 plus Russland. Der verleiht nicht nur zu ergeizigen Projekten (”Berliner Erklärung”) und netten Zielen (Deutschland als Umweltstaat), sondern auch zu coolen Aktionen: Manche Busse fahren gegenwärtig mit Plakaten herum, unter dem Motto “Guten Tag! Hier spricht Europa!” - finanziert durch Steuergelder. Eigentlich gefällt es mir.

“Guten Tag! Hier spricht Europa!”: Deutsche Werbung für Europa - Bild: Auswärtiges Amt / Tim M. Hoesmann
Schwedin möchte den Irak in der EU
23. März 2007
“Es wäre toll, wenn der Irak der EU beitreten könnte”, sagte die schwedische Krimiautorin Liza Marklund. Hintergrund sind Grußworte von prominenten Bürgern aus allen EU-Mitgliedsländern zum 50. Geburtstag der Europäischen Union auf Spiegel Online. Meine Meinung zu diesem Wunsch: Nein, bitte nicht!
“Rettet dem Deutsch!”
4. Oktober 2006
Die aktuelle Ausgabe des SPIEGELs widmet sich im Titel einem Thema, dessen Idee von mir hätte sein können: Die Deutsche Sprache. Unter dem Titel “Rettet dem Deutsch! - Die Verlotterung der Sprache” beschreibt Kultur-Autor Mathias Schreiber brillant, wie SMS-Abkürzungen und die englische Sprache dem Deutschen zum Garaus werden. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der spricht, wie man schreibt, fordert in einem Interview, die EU müsse alle Texte in deutscher Sprache vorlegen. Außerdem soll Deutsch in unserer Verfassung, in das Grundgesetz fest verankert werden. Immerhin leitet sich der Name unseres Landes (Deutschland) von der Sprache ab, die unser Volk spricht. Eine Forderung, die ich unterstütze - übrigens, laut Lammert, auch alle Fraktionen. Ich bin gespannt und werde als Mitglied des Verein Deutsche Sprache den Herrn Präsidenten beim Wort nehmen.
Das spanische Paradies
6. September 2006
Mallorca ist out, Lanzarote ist in: Auf den Kanarischen Inseln erfreut sich Lanzarote einer immer größeren Beliebtheit. Lava und kulinarische Speisen laden am Atlantischen Ozean zum Ausruhen und Erkunden ein.
Unweit vom nordafrikanischen Festland entfernt, liegt die wunderschöne Insel Lanzarote. Nur einige Kilometer sind es vom Süden in den Norden. Willkommen auf den Kanarischen Inseln, willkommen auf Lanzarote. Spanisch ist hier genauso die Sprache wie Englisch oder Deutsch – oder Holländisch, Schwedisch. Die Haupteinnahmequelle der «Lanzarotenos» ist sodann auch der Tourismus – seit den siebziger Jahren. In den letzten Jahren hat sich diese Insel zu einem beliebten Reiseziel entwickelt. Drei Städte wurden aus dem Boden gestampft.
Playa Blanca, ein ehemaliges Fischerdorf, wächst trotz offiziellem Baustopp seit 2001 immer weiter. Es dehnt sich im Süden unvorstellbar aus und ist der Liebling der Deutschen.
Etwas mehr in der Mitte gelegen – Puerto del Carmen, der «favorit» der Briten. Eine englische Bar neben der anderen, mit Live Music und Sportübertragungen. Daneben die irischen Pubs. Trotzdem findet man hier auch den deutschen Bäcker oder die Bar «Hannover I». Eine lange Strandstraße lädt die Touristen Tag wie Nacht zum Bummeln ein und zum Verköstigen von Getränken und Speisen. Wenige Meter entfernt gibt sich der Atlantische Ozean rund um die Uhr ein Stelldichein - Ebbe und Flut. Genauso wie die Engländer, die fröhlich, meistens friedlich sich vergnügen, in den Bars mit Litern Bier und den Sonnenbrand auf dem Rücken.
Man ist nicht weit vom Flughafen entfernt, der sieben Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr die Menschen von und nach Europa bringt. Kürzlich eröffnete das zweite Terminal – die innerkanarischen Flüge haben ein eigenes Terminal bekommen; die Nation muss dem Internationalen weichen.
«Fluchtort» nicht nur für Europäer
Weiter im Norden stampfte Lanzarote-Visionär César Manrique (gestorben bei einem Autounfall 1994) vor wenigen Jahrzehnten einen weiteren Urlaubsort aus der Lavamasse – Costa Teguise. Hier ertranken in diesem Jahr – unbemerkt – afrikanische Flüchtlinge, die auf Lanzarote ihre Hoffnung sahen. 50 Meter vor dem rettenden Ufer kippte ihr Boot (eine Nussschale) um; keiner konnte schwimmen.
Es ist typisch für Lanzarote: Auf der einen Seite die Touristen, die hier zwei oder drei Wochen ihren Urlaub machen. Auf der anderen Seite die Einheimischen, die in den Augen der Europäischen Union in einer Art Dritten Welt leben. So fördert die EU den Ausbau der Straßen – die Lanzarotenos freut es.
Zu bieten haben die Spanier den Touristen vieles: Da Lanzarote, eine schwarze Einöde, von den letzten, schweren Vulkanausbrüchen (1730 bis 1736 und 1824) weiter gezeichnet ist, entstand ein Nationalpark («Parque National de Timanfaya»). In einer Busrundfahrt bieten die Verantwortlichen für einige Euros an, das Lavagebiet zu erkunden. Gezeigt werden Krater und ein simulierter Vulkanausbruch beeindruckt in einem Museum die Massen. Unterirdische Lavatunnel entstanden beim Ausbruch, sodass in «Cueva de los Verdes» wie in einem deutschen Bergwerk gewandert wird.
Schade, dass sich wenige Touristen einen Wagen mieten, um die vielen schönen Ecken zu erkunden. Auf dem Sonntagsmarkt in der ehemaligen Inselhauptstadt Teguise erkennt man die AllInklusive-Gäste an einem Bändchen – am Arm, wie Neugeborene. Gekommen sind sie mit einem Bus.
Typisch für Lanzarote, für die ganzen Kanaren: Die so genannten Mojo-Soßen. Gegessen werden sie entweder auf «Queso Faro Fresco» (Ziegenkäse) oder mit Runzelkartoffeln – «Papas Arrugadas» (auch «Kanarische Kartoffeln» genannt). Sie werden aber auch gerne zu Fisch angeboten. Leider ist das kanarische Fischangebot nicht sehr abwechslungsreich – neben der beliebten Seezunge ist nicht mehr viel im Angebot.
Karibik-Feeling
Für drei Euro Zoll wird der Eintritt in das Naturschutzgebiet «Papagayo» gewährt. Über ungeteerte Straßen führt der Weg zu den Karibik-ähnlichen Naturstränden. Hier herrscht die Ruhe – im Gegensatz zum (kostenfreien) Strand «Playa Honda»; dort fliegen nicht nur die Flugzeuge vorbei, Windsurfer haben hier ihre Heimat.
Lanzarote – es rentiert sich, hier einmal seinen Urlaub zu verbringen. Egal, ob im Sommer, oder im Winter; auf den Kanaren ist immer Saison. Den Charme dieser Urlaubsinsel hat längst auch der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero erkannt, der in diesem Jahr zum zweiten Mal auf der Insel seinen Sommerurlaub verbrachte.
Diesen Text habe ich zusammen mit meiner Schwester (14) verfasst. Er erscheint in nächster Zeit in der Schülerzeitung ihrer Schule und wird auf meinem Weblog vorab veröffentlicht.
Verein Deutsche Sprache
11. August 2006
Seit heute bin ich Mitglied im Verein Deutsche Sprache. Dieser Verein setzt sich für die deutsche Sprache ein, besonders aber wettert er gegen “Denglisch“. Kürzlich setzte man sich außerdem dafür ein, dass die “Netzauftritte der EU-Ratspräsidentschaften” auch auf Deutsch erscheinen. Immerhin wird Deutsch neben Englisch als häufigste Sprache von den EU-Bürgern gesprochen.