Am vergangenen Freitag hatte ich Abschlussfeier, einen Tag zuvor wurde ich eingeschult: Meine allerletzten zwei Jahren brechen in der Schule an, bevor ich danach studieren gehen möchte. Zwei Jahre “Wirtschaftsinformatik” in der Fachoberschule stehen nunmehr vor mir.

Neben den normalen Ehrungen (Abschlusszeugnis), wurde ich am Freitag auch mit drei Mädchen als Jahrgangsbesten ausgezeichnet (Platz 2). Nur Michaela Lothring war noch ein paar 0,X-Prozentpunkte besser als wir vier. Zugleich bedeutet das, dass ich der beste Junge im gesamten Jahrgang (drei Klassen) gewesen bin. Als Dankeschön wurde mir von der Schule sogar ein Buch geschenkt. Nächstes Ziel: Bester Schüler der “FO-i” (Fachoberschule Informatik) werden.

Die Jugend hat Schulden

30. April 2007

Die Jugend in der Schuldenfalle: Kein Einzelfall mehr, sondern Normalität, wie ein Besuch eines Schuldnerberaters in einer Klasse zeigte.

Zu dritt ist Herr Jüstel in seinem Büro im Landratsamt des Hochtaunuskreis. Die Telefonleitungen sind oft besetzt. Man muss Geduld haben. Vom Schuldenberg kommt man nur langsam weg, den Berater an die Strippe - das dauert auch seine Zeit.

Kürzlich, so erzählt der kräftige Mann, habe er einen Jungen getroffen. 18 Jahre alt ist er geworden, befreundet mit drei anderen, als einziger war er volljährig. Bislang durfte niemand einen Vertrag für ein Mobilfunktelefon (Handy) abschließen. In seiner ganzen Gutmütigkeit kaufte er ein Telefon nicht nur für sich, sondern schloss gleich vier Verträge ab - mit fatalen Folgen: Am Ende des Monates flatterten die Rechnungen in das Haus. Je rund 600 Euro. Der 18-Jährige war pleite, seine Freunde hatten kein Geld. Es endete im Strafverfahren.

Das ist nur ein Beispiel, wie Jugendliche in der Schuldenfalle landen. Aber auch Schwarzfahrer können derartig enden, erzählt Herr Jüstel. Gefährlich sind auch Bestellungen via Internet, oder Gewinnspiele, die den Teilnehmer abzocken. Kein Einzelfall, sondern anscheinend Regel: Mehr als eine Person der Klasse konnte von derartigem berichten.

Der Profi rät, auf Rechnungen und Mahnungen per E-Mail nicht zu reagieren, sofern sie nach Meinung des Empfängers unberechtigt sind. Wenn ein Brief in das Haus flattert, sollte jedoch reagiert werden. Die Verbraucherschutzzentrale, Schuldnerberatung und Rechtsanwälte stehen den überraschten Menschen gerne zur Verfügung. Herr Jüstel rät ab, via Telefon zu reagieren. Vor Gericht sind Telefongespräche nicht verwertbar, sofern nicht ein Dritter zugehört hat, oder das Gespräch - in Absprache mit dem Gesprächspartner - aufgenommen wird.

Sicher ist: Stets einen Widerspruch per Fax vorab und danach als Brief mit Rückschein an das Unternehmen schicken. Die meisten Menschen lassen sich jedoch verunsichern: “Viele zahlen, weil sie Angst haben”, erzählt Herr Jüstel.

Ganz rät er davon ab, gewerbliche Schuldnerberatungen zu kontaktieren. Öffentliche seien seriöser, und kostenfrei zugleich. Rechtsanwälte, die kosten, helfen in der Regel punktuell, Schuldnerberatungen gehen Probleme kompakter an: Wie kann man den Schuldner aus der Falle rausholen? Es geht ans Ganze: Analysiert werden nicht nur die Rechnungen, sondern auch Beruf und Familie. Wichtig sei die Antwort auf die Frage: “Wo will man in fünf Jahren sein?”

Im Zweifel, wenn alles nicht hilft, geht es in die Privat-Insolvenz. Das jedoch, erzählt der Mann, bedeutet, sechs Jahre in Einschränkungen zu leben.

Ich muss mal etwas erzählen: Nicht schlecht habe ich heute Vormittag gestaunt, als ich aus dem Fenster meines Klassenzimmers plötzlich Polizeiwagen sah. Glücklicherweise stand die zweite große Pause bevor, sodass ich mir die Sache etwas genauer anschauen konnte - genauso wie viele andere meiner MitschülerInnen. Schnell stellte sich heraus, dass die Polizei im unmittelbar an der Schule gelegenen Weiher etwas suchte. Dazu waren zwei Polizeitaucher anwesend, außerdem stand ein Polizeikran in der Nähe. Viele Schaulustige auf der anliegenden Straße blickten verduzt auf die paar Wagen der Ordnungshüter - ja, was war denn hier los?

Laut offizieller Verlautbarung, und was man so von den Lehrern erfahren konnte, suchten sie Diebesgut, das die bösen Buben in das Wasser geschmissen hatten. “Es konnten mehrere Metallbehälter, darunter auch Geldkassetten und Wertbehälter gefunden werden”, heißt es in der Polizeipresse.

Die SV lebt!

Interessant war, endlich etwas von unserer Schülervertretung (SV) zu hören. Durch den Kreisschülerrats-Vorsitzenden Lars Stockmann bin ich inzwischen etwas über die Arbeit der SV informiert und bedaure deswegen, dass unsere Vertretung nicht aktiv ist. Ich weiß nicht einmal, wie unser Schulsprecher heißt - obwohl: angeblich gibt es nicht einmal einen. Heute allerdings gabs mal wieder etwas aus der Ecke: Für den Valentnistag gibt es für jeden Schüler die Möglichkeit, zum Preis von 1,50 Euro seiner Liebsten bzw. seinem Liebsten eine Rose zu schenken, übermittelt durch die SV. Ach, wie süß!

Verrückter Klassenkamerad

Ein Klassenkamerad von mir, der allgemein etwas verrückt ist, bediente sich gleich dieser Dienstleistung, um eine Rose für eine Lehrerin auf meiner Schule zu bestellen. Die Frau gilt unter den (männlichen) Schülern als sehr hübsch, und mein seltsamer Klassenkamerad … naja, man kann es sich schon denken. Kurz: Er hat die 1,50 Euro für die Frau investiert und auf die Karte (die gibts auf die Rose obendrein!) im Namen einer meiner Lehrer geschrieben. Ob das für meinen Kameraden gut ausgeht?

Zwei Webseiten?

Vor kurzem ging feldbergschule.de online, eine Webseite, die irgendwie etwas mit der “offiziellen Webseite” meiner Schule zu tun hat, andererseits auch nicht. Warum es jetzt plötzlich zwei Seiten gibt, kann ich mir nicht erklären. Zudem ist feldbergschule.de seit kurzem die Startseite auf den Schulcomputern (was die knapp 100 Besucher heute auch erklärt).

Gestern wurde an meiner Schule von den Lehrern ein Schülerbrief des “Kreisschülerrates Hochtaunuskreis” (KSR) ausgeteilt. Thema: Die “Unterrichtsgarantie Plus“. Die Schülervertreter fordern dazu auf (PDF des Schreibens), sich beim Hessischen Kultusministerium zu beschweren. Die Jungs und Mädels vom KSR scheinen generell aufzublühen: Vor kurzem wurde ein öffentliches Forum für alle Schüler im Hochtaunuskreis installiert.

Vom Winde verweht: “Kyrill” macht Deutschland Sorgen. In den Fußgängerzonen ist es vergleichsweise leer, auf der Straße steht nichts mehr, und viele Schulen geben den Kindern und den Jugendliche frei. So war in meiner Schule um 13 Uhr Schluss für heute. Weitere Informationen über den Orkan in Hessen finden Sie auf hr-online.