Nicht nur die NFL Europa verabschiedete sich heute; gleichzeitig bedeutet dieser Verlust auch das Aus für die Frankfurt Galaxy. Bislang blieb jedoch in den Medien eine Frage unbeantwortet: Wer finanziert nun die Commerzbank-Arena? Galaxy und Eintracht Frankfurt sind die Haupteinnahmequellen für das teure Stadion in Frankfurt. Erstere fällt nun weg. Ausfälle in Millionenhöhe? Offenbar stehen uns nette Wochen hier im Rhein-Main-Gebiet bevor. Läuft es ganz schlecht, könnte sogar die Stadt Frankfurt haften - und damit der Steuerzahler.

Einmal im Jahr, zum 1. Mai, sind plötzlich ganz viele Menschen mit Fahrräder im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. So auch heute, motiviert durch den Radklassiker “Rund um den Heinnger-Turm”. Nachdem sich eine kleine Ausreisergruppe zeitweise einen Vorsprung von vier Minuten und zehn Sekunden gebaut hatte, setzte sich Patrik Sinkewitz auf der Darmstädter Landstraße gleich zwei Mal ab (die Fahrer überquerten die Straße mehrmals) und gewann als zweiter Hesse in der Geschichte sein (quasi) Heimrennen.

Spitzengruppe in Oberursel
Die Spitzengruppe bei der Einfahrt in einen Kreisel (Oberursel). / Bild: Frederic Schneider

Nachdem ich im letzten Jahr das erste Mal beim Rennen live dabei war, stand ich heute gleich an drei Stellen: Zuerst in Oberursel, wie auch im vergangenen Jahr, danach in Kelkheim und zu guter letzt in Eschborn, das seinerseits Rennpremiere feierte. Über eine Millionen Zuschauer sollen auf der Strecke dabei gewesen sein; in Eppstein standen die Menschen in mehreren Reihen, genauso wie am Mammolshainer Berg, wo ein wenig Tour de France-Stimmung aufkam - auch hier standen hunderte von Menschen dicht an dicht, um die Elite live zu erleben.

Hauptfeld in Oberursel
Fahrer im Hauptfeld, darunter ein CSC-Fahrer. / Bild: Frederic Schneider

Viele Menschen auf Motorrädern kontrollierten (Rennleitung), sicherten (Polizei), fotografierten (Presse) und filmten (hr-Fernsehen) das Rennen. Ich weiß nicht, wie oft ich selbst gezeigt wurde im Fernsehen, mir wurde nur berichtet, man habe mich für wenige Sekunden - in kurzer Hose und Eintracht-Trikot - hier in Eschborn live in der ARD gesehen. Ich habe meine Eindrücke auf meiner Mini DV-Kamera aufgenommen und werde sie demnächst auf PC schneiden und alsbald kostenfrei veröffentlichen.

Mannschaftswagen Team Sparkasse
Das deutsche Team Sparkasse mit seinem Mannschaftswagen. / Bild: Frederic Schneider

So geht ein interessanter Tag eigentlich schon zur Mittagszeit zu Ende: Um 10:25 Uhr extra für das Rennen aufgestanden, und um 16:15 Uhr mit einem hessischen Sieger den Fernseher wieder aus gemacht. Toll!

Geld, statt Superstar

29. April 2007

Das Format hatte über zehn Millionen Zuschauer. Kämpfte gegen Quotengirant “Wetten, dass..?”. Am Ende bleibt ein Durchgeknallter und ein Blauäugiger übrig. “Deutschland sucht den Superstar” macht viel Geld, aber keinen Superstar, meint Frederic Schneider.

“Ich hab’ die Haare schön”, trällerte eine kräftige Frau einst in ein Mikrofon des Kölner Senders RTL. Es ist nur wenige Monate her, als diese Szene, gedreht auf Mallorca, im freien Fernsehen gezeigt wurde. Seit dem sind aus tausenden Kandidaten zwei Favoriten geworden. In der Kouriösität hat sich jedoch nichts verändert: DSDS ist und bleibt ein medial hervorragend inszeniertes Konzept. Monoton und frech wie eh und je.

Dass es bei Deutschlands Suche nach seinem Superstar weniger um Talent, als vielmehr um Vermarktbarkeit geht, bewies in gewohnter Manier der gestrige Abend. Lisa Bund, die in einem kleinem Geschäft in Hattersheim (bei Frankfurt am Main) arbeitet, und sich dort in das Goldene Buch der Stadt eintragen durfte - was bei den älteren MitbürgerInnen zu viel Unmut führte -, unterlag, trotz besserer Stimme, einem 16-jährigen Bub. Klar, der Junge sieht doch irgendwie smart aus, blaue Augen hat er; stets brav und der ideale Freund für pubertierende Mädchen, im DSDS-Jagon auch “Zahnspangenfraktion” genannt. Übrigens heißen “Tokio Hotel”-Fans genauso.

Dabei war Martin Stosch, wohnhaft in Bayern, letzte Woche noch rausgeflogen. Bis Max Buskohl erkannte, dass DSDS nichts für ihn ist. Lieber wolle er mit seiner Band “Empty Trash” auf Tour gehen, statt ein von Dieter “Poptitan” Bohlen komponiertes Lied auf Platz 1 der deutschen Charts zu singen. Also ging er - freiwillig. Nachgerückt ist Stosch, der zusammen mit dem verrückten Mark Medlock aus Offenbach um den Sieg kämpft - um einen Plattenvertrag und einen Nummer 1-Hit. Lisa Bund kehrt zurück an ihre Arbeitsstelle, außer jemand hat mit dem jungen Mädchen Erbahmen und lässt sie einen Song aufnehmen.

Top 3 bei DSDS
Die Finalisten Martin Stosch und Mark Medlock mit der unterlegenen Lisa Bund. / Bild: RTL & Gregorowius

Freilich muss sie sich dafür in Geduld üben: Acht Wochen nach dem Finale (kommenden Samstagabend) darf sie ohne RTLs Erlaubnis nirgends auftreten, so steht es im Vertrag (oftmals “Knebelvertrag” genannt). Mit diesem Problem hatte diese Woche erst Stefan Raab zu tun, der Max Buskohl gerne in seiner Sendung “TV total” (ProSieben) auftreten lassen wollte; bis Buskohls Band auf Platz 1 der Charts sei. RTL sagte nein, und Raab wehrte sich mit “Freiheit für Max Buskohl”-Rufen im Studio, zusammen mit seinem Publikum, das bewaffnet mit Schildern (”RTL ist kriminell”, “1, 2, 3, gibt den Buskohl frei”) den Auftstand probte. Kündigte er Mittwoch und Donnerstag in seiner Sendung noch eine Demonstration im DSDS-Studio (”Wir haben rund 120 Karten”) an, blieb es in der Realität gestern bei - nichts. Kein Wort von den Superstars-Moderatoren über die Forderung des TV-Entertainers, kein Raab-Anhänger, der Buskohls Freiheit forderte.

Nun steht der schrille Bohlen-Liebling Medlock im Finale, zusammen mit dem 16-jährigen Mädchenschwarm Martin Stosch. Wer am Ende siegt, ist eigentlich auch egal. Es gibt traditionell nur einen wahren Sieger und der kommt vom Rhein: RTL.

Roth bleibt Frankfurt treu

29. Januar 2007

“Roth geht in dritte Amtszeit”, heißt es auf hr-online: Einige (33,6 Prozent Wahlbeteiligung) Frankfurter haben gestern gewählt - und Petra Roth (CDU) in ihrem Amt als Oberbürgermeisterin bestätigt (60,5 Prozent). Michael Timm hat die Ergebnisse aus den Stadtteilen zusammengestellt. Auf meine “Freunde” der NPD vielen lediglich 1.171 Stimmen - gut, immer noch zu viel. Der SPD haben 27,5, Die Linke.WASG 5,9 Prozent der Wähler ihre Stimme gegeben.

Dem ZDF-Magazin “Frontal 21″ gelang es mit Materialien aus dem Duty-Free-Bereich eine Sprengstoffbombe zu bauen. Nach dem Versuch auf dem Frankfurter Flughafen wurde die Bombe unter fachmännischer Aufsicht zur Explosion gebracht, welche im Test einen Mittelklassenwagen schwer beschädigte. Einen Bericht darüber strahlt “Frontal 21″ am morgigen Dienstag ab 21 Uhr aus.

Dieser Borat! Zum ersten Mal sah ich ihn, als er 2001 die “MTV Europe Music Awards” in Frankfurt am Main als “Ali G” moderierte. Zurzeit macht er Schlagzeilen als Filmstar. Sein Kinofilm “Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen” ist umstritten und nimmt das Land Kasachstan auf den Arm, das sich sogar offiziell darüber beschwerte. Nun trieben es manche Boratfans so weit, in der englischen Wikipedia den Artikel über Kasachstan zu manipulieren. Die Hymne wurde beispielsweise in “Kasachstan größtes Land der Welt. Alle anderen Länder von kleinen Mädchen regiert” geändert. Oder man gab an, Vergewaltigung sei ein Hobby der Kasachen.

Ach, übrigens: Ich habe den Film noch gar nicht gesehen …

Heidewitzka! Ein aus Bürgstadt stammendes Schiff hat heute Nacht gegen 1.00 Uhr die “Main Arena” beschädigt, meldet die Nachrichtenagentur AP. Derzeit wird überprüft, ob die Technik Schaden genommen hat. Laut ersten Angaben “wurde an der Leinwand eine Strebe verbogen, sowie mehrere Warnschilder beschädigt”.

Die Main Arena ist ein “Public Viewing”-Bereich in Frankfurt am Main, bei dem bei jedem WM-Spiel tausende von Menschen zuschauen. Ich war selbst schon einmal dort und plane ggf. vor dem Finale ein weiteres Mal dort hinzufahren. Heute Abend soll die Leinwand, die mitten im Main steht, für ein Kulturprogramm verwendet werden. Ob das aufgrund der Schäden möglich sein wird, oder die Veranstaltung abgesagt werden muss, bleibt bislang offen.

Main Arena

23. Juni 2006

Gestern habe ich zusammen mit zwei Freunden die berüchtigte Main Arena in Frankfurt am Main besucht. Ursprünglich wollte ich mit den beiden das Spiel Italien versus Tschechien schauen. Allerdings war es erst nicht möglich, die zwei zirka 250 Meter dorthin zu bringen. Also gingen wir erst zur zweiten Halbzeit zur nördlichen Main Arena. Angekommen, mussten wir schätzungsweise fünf Minuten warten, wurden abgetastet (Sicherheitskontrolle) und mischten uns unter das Volk. Die Stimmung kommt nicht an das Stadion heran - die Kontrollen und die FIFA-Stände schon. Erst, als die Italiener kurz vor Spielschluss das 0:2 erzielten, kam etwas Stadionatmosphäre auf. Fazit: Das Stadion ist toller, “Public Viewing” ist jedoch eine echte Alternative.