Deutschland ist nicht mehr Vorsitz. Schade eigentlich, durfte Deutschland doch für sechs Monate einmal den Weltchef spielen, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel - der EU-Ratspräsidentschaft sei Dank. Ganz vorbei ist es allerdings mit dem “Jahr der Deutschen” noch nicht. Mitglieder der G7 plus Russland übernehmen stets für ein Jahr den Vorsitz, wobei nach dem Gipfel im vergangenen Monat dbzgl. nicht mehr viel erwartet werden kann. Auch die meisten Treffen auf Ressortebene sind längst erfolgreich beendet worden.

Nur Matthias Gebauer will davon nichts gehört haben. In einem heutigen Artikel auf Spiegel Online behauptet er gleich im ersten Satz doch kühl:

Die Bundesregierung hat weder den EU- noch den G8-Vorsitz mehr inne, auch der Gipfel der mächtigsten Staatschefs in Heiligendamm Anfang Juni scheint schon fast vergessen zu sein.

Aktualisiert, einen Tag später: Inzwischen wurde der Fehler behoben. Jetzt heißt es:

Der Gipfel der Staatschefs der G8 in Heiligendamm Anfang Juni scheint schon fast vergessen, einzig das Verteidigungsministerium muss sich weiter mit den Vorkommnissen rund um den Treff der Mächtigen beschäftigen.

Bonjour, Europa!

23. März 2007

“Deutschland ist Präsident”, würde die Bild-Zeitung sagen. Fakt ist: Zurzeit hat Deutschland sowohl die EU-Ratspräsidentschaft als auch den Vorsitz der G7 plus Russland. Der verleiht nicht nur zu ergeizigen Projekten (”Berliner Erklärung”) und netten Zielen (Deutschland als Umweltstaat), sondern auch zu coolen Aktionen: Manche Busse fahren gegenwärtig mit Plakaten herum, unter dem Motto “Guten Tag! Hier spricht Europa!” - finanziert durch Steuergelder. Eigentlich gefällt es mir.

Guten Tag! Hier spricht Europa!
“Guten Tag! Hier spricht Europa!”: Deutsche Werbung für Europa - Bild: Auswärtiges Amt / Tim M. Hoesmann