BILD-Zeitung und Katharina Blum
5. Oktober 2006
“Die verlorene Ehre der Katharina Blum” ist ein Buch vom Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, welches wochenlang in den Bestseller-Liste weit oben stand. Böll erzählt darin, wie die junge Blum von einer unscheinbaren Frau zur Mörderin wurde.
Katharina Blum verliebte sich in Ludwig Götten, der wegen Raubmordes gesucht wurde. Sie verhalf ihm mehrmals zur Flucht, sodass die Polizei ihn nicht fassen konnte. So geriet die Blum selber in das Fadenkreuz der Ermittler. Die ZEITUNG (eine Anspielung auf die BILD-Zeitung) stellte Katharina fortan an Schwerverbrecherin hin. Das machte die Dame, die ein sauberes Leben führte, nervlich fertig. Zudem Werner Tötges, damaliger Redakteur bei der BILD, Zitate von Blum-Bekannten im Blatt falsch darstellte; außerdem wird er vielerseits als Mörder von Katharinas Mutter beschuldigt. Obwohl von ärztlicher Seite untersagt, soll Tötges sich Zugang zu Frau Blum verschafft haben, um sie über ihre Tochter auszufragen. Die Konfrontation mit dem Journalisten soll ihr - quasi - den Rest gegeben haben.
Bei einem Interviewtermin zwischen Blum und Tötges griff Katharina dann zur Waffe und schoss auf ihn - mehrmals, wie sie später sagte. Sie stellte sich einem Polizisten freiwillig.
Böll erzählt die Geschichte teils objektiv, teils mit seiner (subjektiven) Meinung. Ein insgesamt lesenswertes Buch.