Blogger können Journalisten sein
22. Mai 2007
Der Blogger Helge Fahrnberger schrieb kürzlich einen Beitrag, der den Tenor “Blogger sind keine Journalisten” hat. Widerspruch! Blogger können Journalisten sein - und zwar gute. Anders formuliert: Sie sind die Journalisten der Zukunft!
Schon seit längerem haben hauptberufliche Journalisten das Potential von Blogger entdeckt. Sie sind manchmal informativer als jede Zeitung, weil sie Geschichten entdecken (können), an die ein normaler Redakteur nicht kommt - trotz guten Kontakten. Sie sind meist näher am Geschehen dran oder selbst die Beteiligten einer Szene. Sie sind an mehr Orten als berufliche Schreiberlinge und manchmal versuchen sie auch, richtig journalistisch zu sein. Zugegeben: Oftmals wird der Blogeintrag vermischt mit einem Kommentar, sodass “Kommentar” oder - meinetwegen - “Kolumne”, allenfalls eine “Reportage” als Beitragsform eher passen würde. Leider - oder “Gott sei Dank”? - steht “Blog” drüber.
Trotzdem: Auch Journalisten schreiben Kommentare, Kolumnen und Reportagen. Weblogs sind genauso Journale wie die Tageszeitung.
Natürlich fehlt meist die gute Schreibe oder das Gegenchecken von Informationen. Daran kann man noch arbeiten. Bürgerjournalismus wird hingegen salonfähig, zum Beispiel auf der “Readers Edition”, die nichts anderes ist als ein Weblog, geformt als Magazin. Allerdings basiert sie auf Wordpress und somit auf der populärsten Blogsoftware überhaupt.
Näher dran sein am Geschehen, bürgernahe Geschichten - das ist das Potential von Blogger, die auch Journalisten sein können. Bestimmt.