Seit heute kann man den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch auch schlicht und einfach “Geschäftsführer” nennen. Koch leitet allerdings kein Großunternehmen, sondern den Staat Hessen.

Da heute Morgen in der konstituierenden Sitzung des neugewählten Landtages kein Kandidat sich zur Wahl stellte, muss Roland Koch laut Hessischer Verfassung weiterhin geschäftsführend im Amt bleiben. Er hat allerdings keine parlamentarische Mehrheit und muss deshalb einige Abstriche machen. Der Haushalt 2009 kann zwar aufgrund seiner Komplexität lediglich von den Ministerialen erstellt werden, bedarf jedoch der Mehrheit des Landtages.

Man ist in Wiesbaden also in Zukunft voneinander abhängig: Die Landesregierung vom Parlament, und das Parlament von der Regierung. Das verleitete die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Ypsilanti dazu, Kochs Regierung zu einer umfassenden und bedingungslosen Hilfe aufzufordern, mit dem Hintergedanken, man wolle die geschäftsführende Landesregierung “vor sich her treiben”. SPD und Grüne wiesen darauf bereits die letzten Wochen immer und immer wieder hin. Jörg-Uwe Hahn (FDP) entgegnete, so könne man jedoch mit der Regierung nicht umgehen, dies verbiete der Respekt vor der Exekutive.

Obwohl heute verhältnismäßig übermäßige interfraktionelle Liebe zu sehen war (der hr und Phoenix übertrugen live), könnte im Laufe der kommenden Woche der Streit um Sachfragen entfachen. Die alte-neue Opposition kündigte bereits an, die von der Koch-Regierung eingebrachten Studiengebühren wieder abschaffen zu wollen.

Trotz alledem: Roland Koch ist weiterhin ein Machtfaktor. Auch wenn Ypsilanti gerne im Bundesrat die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes fordern möchte, hat sie dafür - Gott sei Dank - auch weiterhin nicht die Stimmen Hessens. Die Landesregierung bestimmt nach wie vor autonom, wie sie im Bundesrat arbeitet - egal, was dazu das Parlament beschließt. Außerdem verfügt die Landesregierung - im Zweifel - die Mittel, Gesetze zu blockieren, um Zeit zu gewinnen, und eventuell juristisch auf Verfassungsfeindlichkeit überprüfen zu lassen.

Es wird also fortwährend spannend bleiben.

Klarer Sieg für Ministerpräsident Roland Koch beim richtungsweisenden TV-Duell im Hessischen Rundfunk. Das sehen auch mehrheitlich die Nutzer auf hr-online.de so. Ein paar Auszüge - Kommentare, die alle ähnlich klingen:

  • “Für mich ist ganz klar Koch der Sieger bzw. der überzeugende Kandidat”
  • “In der Bildungspolitik hat Roland Koch eindeutig das bessere realitätsnähere Konzept”
  • “Also der Ministerpräsident hat den Schlagabtausch klar gewonnen!”
  • “Roland Koch ist klar als der Sieger aus dem Duell hervorgegangen. Er konnte klar und unwiederlegbar sein Programm belegen und seine bisherigen Erfolge darstellen.”
  • “Herr Koch hat es gegen Ende klar auf den Punkt gebracht: Das [die Ziele von Frau Ypsilanti] ist reiner Populismus und nicht zu finanzieren.”
  • “Dieses Duell ging eindeutig an Herrn Koch. Ich bin zwar Student und dürfte alleine wegen den Studiengebühren nicht Herrn Koch wählen. Allerdings war es sehr offentlich, dass Frau Ypsilanti und ihrer Partei jegliches realistisches Konzept fehlt.”
  • “Danke HR für diese Sendung; im Vorfeld hatte ich mit Frau Ypsilanti sympathisiert - doch sie konnte im direkten Duell keine klaren und sachlichen Argumente vortragen und Perspektiven aufzeigen - Herr Koch wirkte wesentlich glaubwürdiger und ehrlicher. Meine Wahlentscheidung ist gefallen.”
  • “Kompetenz hat einen Namen: Roland Koch! Inhaltlich klar, sachlich und überzeugend. Ypsilanti hat bei entscheidenden Punkten gekniffen (…)”
  • “Keine Frage: Koch hatte die weitaus besseren Fakten und Argumente. Frau Ypsilanti war zu oft unsicher, hatte fadenscheinige Argumente und versprach zu viele Luftnummern. Diese Runde ging klar an Koch!”

Selbst die Umfrage bei der linksorientierten “Frankfurter Runschau” geht eindeutig positiv für Koch aus: 59,88 Prozent sehen Koch als Sieger, Ypsilanti lediglich 37,34 Prozent. (Stand: 23:35 Uhr)

Es gehört fest zur deutschen Fernsehgeschichte und versammelt einmal im Jahr Millionen Zuschauer vor den Fernsehern: “Dinner for One”.

1963 vom NDR produziert, genießt “Dinner for One”, oder: “Der neunzigste Geburtstag”, im deutschsprachigen Raum Kultstatus. Über zehn Millionen Menschen verfolgten insgesamt den Film letztes Jahr in Deutschland.

Miss Sophie (May Warden) begeht ihren 90. Geburtstag. Sie lädt vier ihrer Freunde - Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom - ein, die allesamt aber längst, der letzte vor vielen Jahren, verstorben sind. Also muss Butler James (Freddie Frinton) die Rolle des Quartettes übernehmen. Er serviert nicht nur das Essen und die Getränke, sondern trinkt auch für die vier “anwesenden” Gäste mit - stets alkoholische Getränke: Champagner, Portwein, Sherry und Weißwein.

Legendär ist die Frage von James: “The same procedure as last year, Miss Sophie?”. Sie erwidert: “The same procedure as every year, James”, wobei die Betonung auf “every”, zu Deutsch: “jedes”, liegt. Diesen Dialog gibt es vor jedem Gang. Da James jedoch durch die Alkoholika schnell angetrunken ist, wird sein Englisch von Getränk zu Getränk schlechter, später nur noch nuschelnd zu verstehen. Außerdem fällt er über einen am Boden liegenden Tigerkopf. Unvergessen ist auch sein Rülpser und das “Skall!”.

Vor dem Beginn der eigentlichen Dialoge zwischen Miss Sophie und James gibt es eine erläuternde Einleitung, gesprochen von Heinz Piper. “Dinner for One” gefällt vor allem durch die vielen kleinen und versteckten Witze, die das Publikum, im Hintergrund zu hören, stets lachen lässt.

International verbreitet

“Dinner for One” gibt es in mehreren Fassungen. Das Schweizer Fernsehen hat eine kürzere Version (11 Minuten, anstatt 18 in Deutschland) gedreht. Ferner existiert noch eine dänische Fassung, wo alle vier Gäste noch leben. Kultstatus hat der Film auch in Norwegen, Schweden, Südafrika und Österreich. In England wurde “Dinner for One” bereits ausgestrahlt, ist allerdings nicht weit verbreitet. Da die deutsche Fassung englischsprachig ist, unterscheiden sich die Versionen in beiden Ländern nicht. Seinen Ursprung soll der Film in England haben: Lauri Wylie schrieb die Geschichte dazu bereits in den 20er Jahren. Ab 1945 soll der Film im englischen Varieté-Theater Winter Gardens aufgeführt worden sein. Im deutschen Fernsehen feierte “Dinner for One” am 9. Dezember 1961 seine Premiere.

Diesjährige Sendetermine

Im Folgenden dokumentiere ich alle Sendetermine am Montag, den 31. Dezember 2007. Darunter auch interessante Formate wie “Dinner for One auf Hessisch”. (Der orginale Film ist kursiv markiert.)

  • 13:35 Uhr, Dinner for One - up Platt, NDR
  • 14 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
  • 14:05 Uhr, Dinner for One - das Dinner, NDR
  • 16:05 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 16:30 Uhr, Dinner for Wan(ne), WDR
  • 16:35 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, NDR
  • 17:25 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR
  • 17:55 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 18:50 Uhr, Dinner for One, WDR
  • 19 Uhr, Dinner for One, BR
  • 19 Uhr, Dinner for One, MDR
  • 19:05 Uhr, Dinner for One, RBB
  • 19:10 Uhr, Dinner for One, HR
  • 19:30 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
  • 19:40 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 22:35 Uhr, Dinner for One, HR
  • 23:40 Uhr, Dinner for One, NDR
  • 00:02 Uhr, Dinner for One, BR
  • 00:50 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
  • 04:15 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
  • 04:30 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR

Dieser Artikel ist eine überarbeitete Version von einem Text aus 2005, den ich bei TVBlogger schrieb. Eine weitere Zusammenfassung gibt es auf der gleichen Seite von Daniel Richter.

Der Frankfurter Flughafen darf ausgebaut werden. Was einerseits für die Region und die Bundesrepublik andererseits immens wichtig ist, stößt bei einigen Bewohnern flughafennaher Städte auf viel Kritik. Erste Anwohner planen Massenklagen gegen den Betreiber Fraport und die Entscheidung von Wirtschaftsminister Alois Rhiel. Doch der Kritik von Al Wazir & Co. zum Trotz: Die Bürger scheinen sich mehrheitlich für den Ausbau auszusprechen. 53,88 Prozent einer nicht-repräsentativen Umfrage auf hr-online.de sprechen sich eindeutig dafür aus. Die Fraktion der Gegner ist allerdings auch betrachtlich, mit immerhin 42,01 % von bislang knapp 1490 Abstimmenden.

Die Blogosphäre ist um ein Weblog reicher: Wie Michael Timm berichtet, ist das erste Blog auf hr-online.de kürzlich gestartet, basierend auf Wordpress. Es handelt sich um ein Projekt für das Format “Nightline” beim hessischen Jugendsender youfm. Analog zum prämierten Blog von tagesschau.de wäre der nächste, logische Schritt bei hr-online.de doch ein Redaktionsweblog - oder?

Der hr freut sich schon: Im Januar ist ein Fernsehduell zwischen dem amtierenden Regierungschef Roland Koch und der SPD-Herausforderin Andrea Ypsilanti (die hessische Ségolène Royal) geplant. Riecht nach hoher Quote, meint Nicola Beer von der FDP - und fordert, die Grünen und seine Parteien auch einzuladen. “Die Bürger in Hessen wählen Abgeordnete für den Hessischen Landtag”, nicht den Ministerpräsidenten in einer Direktwahl, argumentiert die parlamentarische Geschäftsführerin. Beer fordert vom hr-Intendanten Vorschläge und schlägt alternativ ein zweites Duell zwischen Jörg-Uwe Hahn (FDP) und Tarek Al-Wazir (Grüne) vor. Ist natürlich die Frage, wen das interessiert. Riecht nach mieser Quote. Meine ich.

Einmal im Jahr, zum 1. Mai, sind plötzlich ganz viele Menschen mit Fahrräder im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. So auch heute, motiviert durch den Radklassiker “Rund um den Heinnger-Turm”. Nachdem sich eine kleine Ausreisergruppe zeitweise einen Vorsprung von vier Minuten und zehn Sekunden gebaut hatte, setzte sich Patrik Sinkewitz auf der Darmstädter Landstraße gleich zwei Mal ab (die Fahrer überquerten die Straße mehrmals) und gewann als zweiter Hesse in der Geschichte sein (quasi) Heimrennen.

Spitzengruppe in Oberursel
Die Spitzengruppe bei der Einfahrt in einen Kreisel (Oberursel). / Bild: Frederic Schneider

Nachdem ich im letzten Jahr das erste Mal beim Rennen live dabei war, stand ich heute gleich an drei Stellen: Zuerst in Oberursel, wie auch im vergangenen Jahr, danach in Kelkheim und zu guter letzt in Eschborn, das seinerseits Rennpremiere feierte. Über eine Millionen Zuschauer sollen auf der Strecke dabei gewesen sein; in Eppstein standen die Menschen in mehreren Reihen, genauso wie am Mammolshainer Berg, wo ein wenig Tour de France-Stimmung aufkam - auch hier standen hunderte von Menschen dicht an dicht, um die Elite live zu erleben.

Hauptfeld in Oberursel
Fahrer im Hauptfeld, darunter ein CSC-Fahrer. / Bild: Frederic Schneider

Viele Menschen auf Motorrädern kontrollierten (Rennleitung), sicherten (Polizei), fotografierten (Presse) und filmten (hr-Fernsehen) das Rennen. Ich weiß nicht, wie oft ich selbst gezeigt wurde im Fernsehen, mir wurde nur berichtet, man habe mich für wenige Sekunden - in kurzer Hose und Eintracht-Trikot - hier in Eschborn live in der ARD gesehen. Ich habe meine Eindrücke auf meiner Mini DV-Kamera aufgenommen und werde sie demnächst auf PC schneiden und alsbald kostenfrei veröffentlichen.

Mannschaftswagen Team Sparkasse
Das deutsche Team Sparkasse mit seinem Mannschaftswagen. / Bild: Frederic Schneider

So geht ein interessanter Tag eigentlich schon zur Mittagszeit zu Ende: Um 10:25 Uhr extra für das Rennen aufgestanden, und um 16:15 Uhr mit einem hessischen Sieger den Fernseher wieder aus gemacht. Toll!

Am Dienstag (1. Mai) findet (quasi) vor meiner Haustüre das Radrennen “Rund um den Henninger-Turm” statt. Bereits seit gestern stehen bei allen Straßen, die auf die Strecke führen, Absperrungen, die kurz vor dem Rennen nur noch auf die richtige Stelle verschoben werden müssen. Laut Marschtabelle (PDF) sind die Radprofis insgesamt sieben Minuten in Eschborn, von 15:17 bis 15:24 Uhr. Beim Rathaus findet die letzte Sprintwertung des Tages statt.

Alle Fahrer und Mannschaften sind hier aufgelistet. 53 deutsche Fahrer sind dabei, unter anderem Patrik Sinkewitz und Fabian Wegmann.

Der Hessische Rundfunk (hr-fernsehen) überträgt das Rennen komplett live, ab 10:30 Uhr, die ARD klinkt sich gegen 13:15 Uhr ein.

Das populäre Radrennen “Rund um den Henninger-Turm” führt am 1. Mai erstmals durch meine Heimatstadt Eschborn. Im vergangenen Jahr ging es immerhin rund 450 Meter Luftlinie von meinem Zimmer entfernt entlang, auf der L 3005 - allerdings streifte es damals nur Eschborn.

Nach Informationen der Lokalpresse wird es bei uns eine (die letzte) Sprintwertung geben; wo lang das Rennen konkret führt, wurde bislang jedoch nicht gesagt - ich vermute durch die Hauptstraße. In Eschborn wollen sie laut Streckenplan um zirka 15:22 Uhr sein.

Dieses Jahr sind u.a. die ProTour-Mannschaften Gerolsteiner, Milram und T-Mobile dabei. Der hr übertragt das komplette Rennen live im Fernsehen, die ARD steigt etwa zur Hälfte ein.

Hach, was freue ich mich darauf!

Endlich wieder mal ein Derby: Heute Abend (20:30 Uhr, ZDF) tritt die Frankfurter Eintracht im DFB-Pokalviertelfinale auf den Erzrivalen, die Offenbacher Kickers. Na klar: Wir gewinnen auf dem Bieberer Berg. Und auch wenn wir logischerweise auf dem Bieberer Berg in Unterzahl sind, gibts mehr SGE-Fans auf der Welt als solche des OFCs; das ist Fakt und keine Frage der Weltanschauung. Gefeiert wird dafür auf der Konstablerwache - Großbildleinwand sei Dank.

Und auch diverse Medien machen die Fans heiß auf das Derby. Auf ffh.de wurden zahlreiche Witze gesammelt und hr-online informiert in einem großen Spezial seit einigen Tagen.

Nachtrag, 22:45 Uhr: Die SGE gewann verdient mit 3:0!