Am Ende hat es doch noch gereicht. In der Generalprobe gegen Serbien siegte die deutsche Nationalmannschaft mit 2:1 vor rund 54.000 Zuschauern. Eine euphorische Bundeskanzlerin Angela Merkel sah in Gelsenkirchen “auf Schalke” eine über die gesamten 90. Spielminuten hinweg klar überlegene deutsche Mannschaft, das Spiel fand fast ausschließlich auf der serbischen Hälfte statt. Doch fehlte es dem Team an Abgezocktheit, der Ball wollte als nicht in das Tor.

Ein Grund dafür war jedoch auch die auf Defensive eingestellte serbische Mannschaft, die hervorragend stand. Die wenigen offensiven Chancen, Serbien nutzte sie: Ein Stellungsfehler von Christoph Metzelder brachte die Osteuropäer in Führung.

Es dauerte lange, bis der Ausgleich fiel. Der kurz zuvor eingewechselte Oliver Neuville stand in der Mitte und musste den Ball nach einem schnellen Spiel und einer Hereingabe von Marcell Jansen nur noch in des generischen Tores hereinschieben. Kapitän Michael Ballack, der zuvor zweimal mit Kopfbällen scheiterte, gelang kurz vor Schluss sogar noch das 2:1 für sein Team - direkt via eines Standards, lange Zeit eine deutsche Stärke, die zuletzt nicht zum Tragen kam.

Die Abwehr stand heute viel besser, auch Jens Lehmann machte keine relevanten Fehler mehr - beim Gegentreffer war er chancenlos. Trotz alledem fehlt noch der Drang; das schnelle Spiel, was die Deutschen stark macht, muss öfters stattfinden. Dann sollte es auch mit dem EM-Titel klappen.

2:2 - was gegen eine Mannschaft wie Frankreich ein gutes Ergebnis wäre, ist gegen die Weißrussen eine Blamage. Vor einem gut gelaunten Publikum in Kaiserslautern zeigte die deutsche Defensive noch viele Probleme auf, die Trainer Joachim Löw unbedingt noch abstellen muss. Unsicherheit zeigte auch Torwart Lehmann, der zwar auch gute Szenen hatte, in seiner besten Form den zweiten Treffer der Weißrussen aber gehalten hätte.

Deutlich besser spielten Mittelfeld und Sturm, denen eine Zeit lang ein flüssiges Spiel nach vorne gelang. Gegen Ende des Spieles machten die jungen Fußballer auf deutscher Seite einen hervorragend Eindruck, gebremst von den gestandenen Spielern, denen womöglich über 90 Minuten hinweg die Kraft fehlte. Hier hat das Trainer-Team noch viel zu tun.

Hervorheben muss man den 19-jährigen Marko Marin, der in Hälfte 2 eine Chance erhielt und selten vom Ball zu trennen war. Er zeigte das Potential der Mannschaft; Löw und seine Assistenten müssen dieses nun dringend abrufen. Am Samstag geht es gegen Serbien.