Der ORF und Herr Hans-Peter Martin
4. Oktober 2006
Ach, war des en scheenes Wochenende - in Österreich! Von Freitag bis zum Brückentag am vergangene Montag war ich im Kurzurlaub im schönen Alpenland, in der Ramsau zum Wandern. Zu meiner großen Freude war parallel die Nationalratswahl, bei dieser die ÖVP der SPÖ unterlag, beide Volksparteien jedoch voraussichtlich in eine Große Koalition gehen, wie bei uns Deutschen die CDU mit der SPD - nur das bei unseren Nachbarn nicht die Christdemokraten, sondern die Sozialdemokraten die Wahl gewonnen haben.
Angetreten war auch ein Herr Hans-Peter Martin (Artikel in DER ZEIT, 31. August). 1957 in Bregenz geboren, war der promovierte Jurist Korrespondent für das deutsche Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Später kanidierte Martin für die SPÖ bei der Europawahl (1999) als Spitzenkandidat; seit dem ist er Mitglied des Europaparlaments. Den Sozialdemokraten trat er jedoch nie bei.
Bei der diesjährigen Nationalratswahl in “Austria” versuchte er sich mit einer eigenen “Partei”, der so genannten “Liste Dr. Martin”. 2004 hatte er bereits Erfolg mit ihr: 13,98 Prozentpunkte der Stimmen sicherten ihm einen weiteren Platz ohne die SPÖ im Europaparlament. Bei den diesjährigen Wahlen jedoch unterlag er - deutlich. Nur 2,83 Prozentpunkte verwehren seiner Liste den Einzug nach Wien.
Und wer ist schuld an dieser Niederlage? Ja, natürlich - der ORF ist schuld! Man habe ihm nicht die Möglichkeit gegeben, die Wähler zu erreichen. Und, vor allem: Zehn Millionen Euro hat er auch nicht. Zehn Millionen! Die braucht man, um in den Nationalrat einzuziehen, so Herr Dr. Martin am Sonntagnachmittag im ORF 2-Interview, kurz nach den ersten Wahlergebnissen. Die ORF-Moderatorin, schier verzweifelt, hätte am liebsten das Gespräch wegen den Vorwürfen gegen den ORF beendet, musste versuchen, den Demokraten zu bändigen. Sie überlebte das Gespräch. Die Vorwürfe bleiben.
Ob Herr Martin bei der nächsten Wahl noch einmal Glück hat? Oder wird der böse, böse ORF (Öffentlich-Rechtlich) entlarft, dass er der Liste keine Stimme gegeben hat? Mh…?
Koch muss nicht in den “Knast”
11. Juli 2006
“Muss Roland Koch in den Knast?”, fragt Spiegel Online in einem Interview. Der Frankfurter Jurist Erhard Denninger, 74, verneint. Einmal abgesehen davon, dass ich auch gegen Studiengebühren bin: Alleine der Gedanke ist abwegig - der hessische Ministerpräsident soll wegen eines Gesetzes in das Gefängnis gehen? Blödsinn!