Kult an Silvester: Dinner for One
19. Dezember 2007
Es gehört fest zur deutschen Fernsehgeschichte und versammelt einmal im Jahr Millionen Zuschauer vor den Fernsehern: “Dinner for One”.
1963 vom NDR produziert, genießt “Dinner for One”, oder: “Der neunzigste Geburtstag”, im deutschsprachigen Raum Kultstatus. Über zehn Millionen Menschen verfolgten insgesamt den Film letztes Jahr in Deutschland.
Miss Sophie (May Warden) begeht ihren 90. Geburtstag. Sie lädt vier ihrer Freunde - Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom - ein, die allesamt aber längst, der letzte vor vielen Jahren, verstorben sind. Also muss Butler James (Freddie Frinton) die Rolle des Quartettes übernehmen. Er serviert nicht nur das Essen und die Getränke, sondern trinkt auch für die vier “anwesenden” Gäste mit - stets alkoholische Getränke: Champagner, Portwein, Sherry und Weißwein.
Legendär ist die Frage von James: “The same procedure as last year, Miss Sophie?”. Sie erwidert: “The same procedure as every year, James”, wobei die Betonung auf “every”, zu Deutsch: “jedes”, liegt. Diesen Dialog gibt es vor jedem Gang. Da James jedoch durch die Alkoholika schnell angetrunken ist, wird sein Englisch von Getränk zu Getränk schlechter, später nur noch nuschelnd zu verstehen. Außerdem fällt er über einen am Boden liegenden Tigerkopf. Unvergessen ist auch sein Rülpser und das “Skall!”.
Vor dem Beginn der eigentlichen Dialoge zwischen Miss Sophie und James gibt es eine erläuternde Einleitung, gesprochen von Heinz Piper. “Dinner for One” gefällt vor allem durch die vielen kleinen und versteckten Witze, die das Publikum, im Hintergrund zu hören, stets lachen lässt.
International verbreitet
“Dinner for One” gibt es in mehreren Fassungen. Das Schweizer Fernsehen hat eine kürzere Version (11 Minuten, anstatt 18 in Deutschland) gedreht. Ferner existiert noch eine dänische Fassung, wo alle vier Gäste noch leben. Kultstatus hat der Film auch in Norwegen, Schweden, Südafrika und Österreich. In England wurde “Dinner for One” bereits ausgestrahlt, ist allerdings nicht weit verbreitet. Da die deutsche Fassung englischsprachig ist, unterscheiden sich die Versionen in beiden Ländern nicht. Seinen Ursprung soll der Film in England haben: Lauri Wylie schrieb die Geschichte dazu bereits in den 20er Jahren. Ab 1945 soll der Film im englischen Varieté-Theater Winter Gardens aufgeführt worden sein. Im deutschen Fernsehen feierte “Dinner for One” am 9. Dezember 1961 seine Premiere.
Diesjährige Sendetermine
Im Folgenden dokumentiere ich alle Sendetermine am Montag, den 31. Dezember 2007. Darunter auch interessante Formate wie “Dinner for One auf Hessisch”. (Der orginale Film ist kursiv markiert.)
- 13:35 Uhr, Dinner for One - up Platt, NDR
- 14 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
- 14:05 Uhr, Dinner for One - das Dinner, NDR
- 16:05 Uhr, Dinner for One, NDR
- 16:30 Uhr, Dinner for Wan(ne), WDR
- 16:35 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, NDR
- 17:25 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR
- 17:55 Uhr, Dinner for One, NDR
- 18:50 Uhr, Dinner for One, WDR
- 19 Uhr, Dinner for One, BR
- 19 Uhr, Dinner for One, MDR
- 19:05 Uhr, Dinner for One, RBB
- 19:10 Uhr, Dinner for One, HR
- 19:30 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
- 19:40 Uhr, Dinner for One, NDR
- 22:35 Uhr, Dinner for One, HR
- 23:40 Uhr, Dinner for One, NDR
- 00:02 Uhr, Dinner for One, BR
- 00:50 Uhr, Dinner for One auf Hessisch, HR
- 04:15 Uhr, Dinner for One - up Platt, EinsLive
- 04:30 Uhr, Dinner for One - die Dokumentation, NDR
Dieser Artikel ist eine überarbeitete Version von einem Text aus 2005, den ich bei TVBlogger schrieb. Eine weitere Zusammenfassung gibt es auf der gleichen Seite von Daniel Richter.
Herman: Gefundenes Fressen für die Medien
10. Oktober 2007
Ich habe mir gestern, wie so oft, Johannes B. Kerner im ZDF angesehen. Seine Art ist zwar manchmal seltsam, aber meistens sind seine Sendungen sehenswert. Gestern Abend sah ich mich in diesem Eindruck bestätigt. Grund: Eva Herman war zu Besuch, die aufgrund einer (positiven) Aussage zum Dritten Reich hart kritisiert und vom NDR sogar entlassen wurde.
Kerner hatte gestern die Hoffnung, Herman würde ihre Aussagen zurückziehen - oder zumindest relativieren. Doch sie wiederholte lieber ihre Worte, meinte, wenn man nicht über die damalige Rolle der Frau reden könnte, dann doch auch nicht über die Autobahnen, gebaut von Nazi-Deutschland. Und sie beharrte darauf, die Presse verstehe sie falsch.
Als Senta Berger und Margarethe Schreinemakers aus ganzer Empörung wegen Herman gehen wollten, entschied sich Kerner lieber gegen die ehemalige “Tagesschau”-Sprecherin und bat sie, die Sendung zu verlassen.
Großes Tennis deutscher Fernsehgeschichte - und ein gefundenes Fressen für die Medien. Sie mag vielleicht in einigen Punkten meiner Meinung sein, aber ihr Auftreten und einige ihrer Thesen sind schlicht und einfach an der Realität vorbei. So braucht sich Frau Herman nicht zu wundern, erneut von den Kommentartoren kritisiert zu werden.
Keine Macht dem “Grand Prix”
13. Mai 2007
Roger Cicero ist zwar nicht der allerbeste Sänger - aber er gehörte zumindest zu den besten an diesem Abend. Trotzdem: Serbien bekam die meistens Stimmen aus ganz Europa und halb Asien. Cicero hingegen muss sich mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden geben.
Wenn man eines aus dem heutigen Abend gelernt hat, dann das: Beim “Grand Prix” mischen einfach zu viele Köche mit. Ehemalige Ostblock-Staaten geben sich gegenseitig Punkte, was am Ende aufgrund der Fülle an osteuropäischen Staaten in der Tabelle deutlich wird. Gut dabei war auch die Türkei: Zwölf Punkte gab es aus Deutschland. Wir bekamen natürlich von den Türken keinen, genauso wenig wie aus Frankreich.
Der NDR sollte sich entsprechend überlegen, ob ein vom Steuerzahler finanziertes Engagement zukünftig noch sinnvoll ist, oder man doch lieber dieser Farce endlich ein Ende bereitet. Eine Verbannung in das NDR-Abendprogramm abzüglich großer medialer Präsenz würde sich nett anhören.
Schüler demonstrieren gegen Schimmelpilz
21. Februar 2007
Zirka 1.000 Schüler der Graf-Friedrich-Schule (GFS) in Diepholz demonstrierten heute gegen zahlreiche Mängel ihrer Schule. Kritisiert wird unter anderem, dass viele Räume von Schimmelpilz betroffen sind. Obwohl der Landkreis kurzfristig versuchte, den Pilz zu entfernen, kommt er immer wieder. Ein weiterer Kritikpunkt ist fehlender Brandschutz.

Bild: Markus Stahmann
Die Schülerschaft, vor allem aber der Aktionskreis-GFS-Neubau fordert den Neubau der Schule. Das Argument der Organisation: Renovieren reicht nicht, da der Pilz immer wieder kommt - wie bereits schon x-mal geschehen. Der Landkreis hingegen scheut die hohen Kosten: Laut einer Rechnung, die heute nach der Demonstration präsentiert wurde, würde er zwischen 6,5 und 9,2 Millionen kosten; eine Sanierung beläuft sich auf 5,5 bis 8,4 Millionen Euro - je nach Szenario.

Bild: Markus Stahmann
Für die heutige Demo gab es zahlreiche Auflagen. So waren einige Polizisten anwesend, oder Ordner, denen gefolgt werden musste. Trotz alledem genehmigte der Landkreis Diepholz, dass die Schüler auf der Bundesstraße laufen durften. Anwesend waren außerdem diverse Medien, darunter Sat.1 Niedersachsen und der NDR.
Mehr bei Markus Stahmann im Weblog.
Viel Sport am Samstag
10. Februar 2007
Weniger als eine Woche nach der Handball-WM geht die deutsche Handball-Bundesliga wieder los. Bei einem spannenden Spiel stand es zwischen Tabellenführer THW Kiel und dem Hamburger SV am Ende 33:33-Unentschieden. Überzeugen konnten die zwei Nationalspieler Pascal Hens und Torsten Jansen (beide HSV), Dominik Klein (Kiel) enttäuschte - er vergab in der ersten Halbzeit gleich drei Chancen. Das Spiel wurde live im NDR übertragen. Heute Abend sind unsere Weltmeister übrigens Gast beim Aktuellen Sportstudio: Ab 23:15 Uhr im ZDF.
Derweil trennten sich die Fußball-Mannschaften Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen mit einem 2:2-Unentschieden. Die Mannschaft von Friedhelm Funkel war kurz vor einem Sieg: Erst in der ersten Nachspielzeit der zweiten Halbzeit glich Leverkusen aus. Insgesamt gab es zwei Rote Karten, für Butt (Leverkusen) und für Spycher (SGE). Schade, dass es die Mannschaft versäumt hat, wieder einmal zu gewinnen. Kurios: Meisterfavorit Werder Bremen unterlag klar und deutlich mit 1:4 und wird immer weiter von Schalke 04 distanziert, die mit 2:0 siegten.
Viel gefeiert wird wiederum im hessischen Willingen. Heute findet dort Skispringen statt. Nächstes Jahr möchte ich auch gerne mal diese Fete erleben.