WamS-Kommentarchef kritisiert BILD-Chef Diekmann
9. Mai 2007
Kai Diekmann, seines Zeichens Quasi-Chef von Deutschland Chefredakteur der BILD-Zeitung, veröffentlicht demnächst ein Buch. Titel: “Der große Selbstbetrug”. Hört sich interessant an, ich bin schon gespannt, wie ein Offizieller der BILD endlich einmal einräumt, wie oft sich die BILD-Redaktion selbst betrügt. Leeeider wird jedoch nichts daraus: Laut dem BILDblog geht es vielmehr um die 68er und dem ganzen linken Gespenst.
Er schreibt unter anderem:
Das Erbe der 68er hat uns in eine Sackgasse geführt. Es wird Zeit, endlich umzukehren.
Recht hat er, eigentlich.
Interessant hat darauf jedoch Alan Posener reagiert. Er ist Kommentarchef der WELT am Sonntag, die im gleichen Verlag wie die BILD erscheint.
Der nette Herr schreibt in seinem Kommentar, der auf WELT Online erschien:
Ah ja, klar. (…) Die 68er haben Kai Diekmann gezwungen, als Chefredakteur der BILD-Zeitung nach Auffassung des Berliner Landgerichts “bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung Anderer” zu ziehen. Die 68er zwingen ihn noch heute, täglich auf der Seite 1 eine Wichsvorlage abzudrucken, und überhaupt auf fast allen Seiten die niedrigsten Instinkte der BILD-Leser zu bedienen, gleichzeitig aber scheinheilig auf der Papst-Welle mitzuschwimmen.
Jetzt wird es interessant: Kritik vom Kommentarchef der WamS in Richtung BILD-Chefredakteur - wow, das muss man sich erst einmal trauen. Respekt! Inzwischen ist der Artikel leider wieder entfernt, hier endet die “innere Pressefreiheit”, wie onlinejournalismus.de treffend beschreibt. Da hat es im Axel Springer-Verlag wohl einiges an Ärger gegeben. Noch wird Posener aber als Mitarbeiter geführt.
Angeblich ist es nicht die erste Kritik von Posener in Richtung BILD-Zeitung. Genauso wie der law blog veröffentliche ich den Kommentar gerne auf diesem Weblog. Vorausgesetzt, die Axel Springer-IT hat den Text noch nicht von Poseners Festplatte gelöscht.
Papst kontra Mohammed
19. September 2006
Papa Razzi war bekanntlich kürzlich für einige Tage in Bayern. Dort sprach er über den Islam und den von den Muslimen verehrten Mohammed. Inzwischen eskalierte - bekanntlich - der unnötige Streit danach. Muslime drohten dem Papst, ihn zu töten. In islamischen Staaten wurden auch deutsche Fahnen verbrannt - immerhin ist der Papst Deutscher (gewesen).
Ich sah vor gut einer halben Stunde zusammen mit einigen deutschen und muslimischen Jugendlichen eine Aufzeichnung einer Phoenix-Dokumentation über 9/11. Kurz vor dem Ende sagte eine junge Muslimin, sie könne nicht mehr. Was gezeigt worden war, wäre ihr zu viel. Sie meinte, der Koran sagt nicht, dass man töten soll; die radikalen Muslime denken jedoch, man müsse die “Ungläubigen” vernichten.
Es ist eine Farce.
Papa Razzi in Bayern
9. September 2006
Papst Benedikt XVI. höchstpersönlich kommt in weniger als einer Stunde in München an - und bleibt sechs Tage in seiner Heimat, in Deutschland. Gut zu wissen. Störend erscheinen mir hingegen alle Informationen, die darüber hinaus gehen. Der Hype um den Papstbesuch wird mir langsam zu viel.