Focus Online ist ein wenig spät dran, denn die Relaunch-Woche war vor zwei Wochen. Trotz alledem sollte die Veränderung auf einer der am stärksten frequentierten “GI”-Seite im Internet nicht untergehen. Neben einer übersichtlicheren und helleren Seite, spricht Chefredakteur und Jonet-Gründer Jochen Wegner von “Web 2.0″. Leider beschränkt sich das auf eine Pseudo-Community und der Möglichkeit, Artikel zu kommentieren - wobei letzteres zu seltsamen Meinungen (”Weitere Kommentare”, ganz unten) von Lesern führen kann, wie Stefan Niggemeier erkannte.

Fazit: Um einiges besser als das alte Focus Online. Allerdings auch kein großer Schritt. Als Nebenquelle bleibt focus.de für mich attraktiv.

Angeblich sollte das neue Welt.de bereits am vergangenen Freitag starten. Jetzt wurde Dienstag draus. Unter www.welt.de steht seit wenigen Minuten ein neuer Auftritt. Erstes Fazit: Aus dem abgrundtief hässlischen Layout wurde ein modernes, seriöses. Kurz: Toll gemacht! Auch funktionell gefällt mit die Seite (absofort “Welt Online”) gut.

Chefredakteur Christian Keese schreibt, dass der Inhalt der Seite in einem Newsroom von den Redakteuren der Print-WELT, der Welt Kompakt und von Welt Online gestaltet wird: “Bei der Welt-Gruppe ist jeder Journalist immer auch ein Onliner.” Und: “Dutzende von Beiträgen pro Tag werden exklusiv für Online produziert.” Das hört sich schon einmal gut an.

Dank der Mitarbeit von Peter Schink und Thomas Wanhoff gibt es zahlreiche Weblogs und viele Web 2.0-Funktionen. Darunter die Wortwolke (”Tag clouds”) in jedem Artikel, wie sie bereits auch Spiegel Online hat, oder wie bei mir im Einsatz. Wanhoff hat sich vor allem um den Videobereich gekümmert, schreibt er auf seinem Weblog.

Leider fehlen mir die sozialen Lesezeichen (”Social Bookmarks”), wie sie das Internet-Angebot des Sterns hat. Dafür gibt es endlich eine Auflistung aller Redakteure inklusive einer kleinen Biographie - super! Unter “zweite Meldung” werden zudem die Artikel von den Konkurrenzseiten eingeblendet, was ich sehr fair finde. Daran sollten sich auch andere Nachrichtenportale ein Vorbild nehmen. Bislang gab es lediglich das “News im Web” der Netzeitung, die hierbei eine Vorreiterrolle einnahm.

Ich bin gespannt, wie sich das neue Welt Online macht. Letztendlich zählt der Inhalt.

P.S.: Bitte, Timo! Ach: Und die Benachrichtung, die ich von Welt Online bekommen sollte, sobald der Relaunch vollzogen ist - ja, die kam noch nicht an.

Die Netzeitung blickt wieder auf die Blogosphäre. Zuletzt gab es ein solches Projekt unter Peter Schink, der inzwischen bei Welt Online arbeitet. Angelehnt ist der neue “Blogblick” an das für den Grimme Online Award 2003 nominierte Altpapier. Eine gute Entscheidung der neuen Chefredaktion, die anscheinend Bewährtes neu umsetzen möchte.

Interessanterweise wird im aktuellen “Blogblick” unter “Anhang” (im eigentlichen Text stehen leider fast nur bekannte Blogs) Kritik über den Rausschmiss der (ehemaligen) Readers Edition (RE)-Moderatoren erwähnt (siehe auch Beweisbild). Immerhin gehörte die RE einst zur Netzeitung. Im Blog der RE hingegen wurde bis heute nichts von der Kritik erwähnt - und in den Kommentaren sperrten sich die Verantwortlichen jedem negativen Wort.