“Sommermärchen” verspätet?
27. März 2008
Es ist auf einer gewissen Art und Weise amüsant, wie die Freude an der deutschen Mannschaft vor zwei Jahren zu einer nationalen Euphorie-Bewegung wurde. Trotz einem lediglich dritten Platz war Deutschland “Weltmeister der Herzen” und ein geglücktes “Sommermärchen” mündete in einem Empfang vor dem Brandenburger Tor, bei dem die Mannschaft rund einer Millionen Deutschen vor Ort und vielen weiteren an den Fernsehern “Danke” sagte.
In diesem Sommer ist es wieder soweit: Die Fähnchen können herausgeholt, Großbildleinwände aufgestellt und der Sommer herbeigesehnt werden. Österreich und die Schweiz sind Gastgeber, sodass es die Deutschen nicht sonderlich weit haben. Das spricht für volle Stadien voller “schwarz-rot-geil” (”Bild”-Zeitung). Naturgemäß sind die Gastgeberländer stets motiviert und man sollte die Alpenstaaten nicht unterschätzen. Trotz alledem hat unsere Mannschaft gezeigt, wer das Sagen auf dem Platz hat. Nach einem - zugegebenermaßen eher schlechten - 3:0 gegen die “Össis”, überzeugten Mario Gomez & Co. gestern Abend beim 4:0 in Basel gegen unsere Freunde aus der Schweiz.
Die deutsche Mannschaft wird es bei der diesjährigen Europameisterschaft vergleichsweise einfach haben. Dankenswerterweise spielen Frankreich, Italien und die Niederlande alle in der Gruppe C, aber nur zwei kommen weiter. Außerdem haben es die Engländer versäumt, sich zu qualifizieren. Wir Deutsche spielen hingegen lediglich gegen die Österreicher, Kroaten und die von der WM bekannten Polen (1:0 durch Neuville). Es sieht gut aus. Und die Euphorie könnte wieder rechtzeitig entfachen. Die Medien fangen bereits wieder an, Stimmung zu machen. In einem Ankündigungs-Video (Neudeutsch: Trailer) zum gestrigen Abend demonstrierte das ZDF die “Pizza-Boykott”-Mentalität von unseren Freunden des Boulevards. Es könnte uns ein heißer Sommer bevorstehen!
Olé, olé - die Polen-Wahl
22. Oktober 2007
“Aufwiedersehen“, Jaroslaw Kaczyński!
Das polnische Theater Kaczyński
21. Juni 2007
Jaroslaw “Quadratwurzel” Kaczyński nervt. Hätte Deutschland im Zweiten Weltkrieg, argumentiert er, nicht rund sechs Millionen Polen ermordet, gebe es heute rund 66 Millionen. Entsprechend fordert der polnische Premier, bei den Stimmrechten in der Europäischen Union 66 statt 38,5 Millionen Einwohner für Polen als Maß zu nehmen. Immer, wenn die Kaczyński-Brüder außenpolitisch alleine da stehen, fangen sie öfters damit an, historisch zu werden und zu argumentieren, die Deutschen seien ja die bösen Menschen und die Polen müssten fairer behandelt werden.
Ich habe in den Medien eine Forderung verfolgt, die besagt, dass Polen doch einfach aus der EU austreten solle, wenn ihr das System und ihr größtes Mitglied, Deutschland, nicht passt. Klingt gut! Oder wie es mein Lieblingspremier kürzlich sagte, der Luxemburger Jean-Claude Juncker: “Man wird nicht glücklich, wenn man nur in den Rückspiegel schaut. Man verliert die Fahrtrichtung.” Die Polen sollen aufhören, ständig nach hinten zu schauen. Relevant ist nämlich, was heute passiert.
Neue Formel für Bloggercharts
19. Juni 2007
Ausnahmsweise muss ich mich mal einem Vorschlag von Robert Basic anschließen: Eine Quadratwurzel-Behandlung bei den Deutschen Blogcharts wären doch etwas Feines. Gerechtigkeit für das Bloggervolk! Ein Dank für diese grandiose Idee geht an unsere Freunde, die Brüder Kaczyński aus Polen. Ha, ha!
Italiens Fußball in der Krise
19. April 2007
Mit dem italienischen Fußball geht es Berg ab. Nach dem - zweifelhaften - Sieg der Weltmeisterschaft 2006, geprägt vom Wettbewerbsskandal und zuletzt Gewalt in Stadien, und dem ein oder anderen schlechten Spiel, muss Italien eine weitere Niederlage verkraften. Gestern entschied die UEFA, die Europameisterschaft des Fußballs 2012 an Polen und Ukraine zu vergeben.
Bis zum gestrigen Tag fühlten sich die Südeuropäer jedoch noch als Favorit. Entsprechend die Reaktionen in Italien. Die Gazzetta dello Sport schreibt: “Italien wurde auf den Arm genommen.” Gewagt. Die Sportministerin Giovanna Melandri spricht von einer “politischen Entscheidung”. Große Enttäuschung im Land des Weltmeisters.
Vielleicht sollte man bei unseren Quasi-Nachbarn die Strategie grundsätzlich überdenken. Ich freue mich für Polen und Ukraine und darüber, dass Italien 2012 die EM nicht austragen darf. Es gibt andere Länder, die es eher verdient hätten. Zwei davon sind 2008 Gastgeber.
Handball-WM: Ein voller Erfolg, ein Wintermärchen
5. Februar 2007
Endlich. Es war überfällig. Die Gesellschaft ist beim Handball angekommen und feiert den Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Lauter Hupkonzerte, wenn auch noch deutlich unter dem Niveau nach Spielen bei der Fußball-WM. Und feiernde Fans vor dem Alten Rathaus in Köln. Werdet Handballer!, fordert uns Achim Achilles auf. “Es ist eine Mafia”, beklagt sich der französische Trainer Claude Onesta über uns. Derjenige Trainer, der schon sagte, Deutschland würde bevorzugt werden; derjenige, der nach der Niederlage Frankreichs gegen die Deutschen nicht zur Pressekonferenz kam. “Es gibt einen Weltmeister, viele Verlierer, auch schlechte”, kommentiert Spiegel Online, und meint den Onesta.
Bis zu 20 Millionen Menschen sahen das gestrige Finale gegen Polen. Einschaltquoten, wie man sie sich bei der ARD vor der Handball-WM nicht hätte erträumen lassen. Und die Handballer konnten auch nie davon träumen. Die Meisterschaft im eigenen Land schrieb TV-Rekorde.
Die Weltmeisterschaft endet so, wie ich es mir zu Beginn gewünscht habe: Mit einem Wintermärchen.
Gewiss: Dieser Blog kannte in den letzten Tagen viel Handball. Vielleicht auch zu viel. Die Zugriffsstatistiken hingegen sprechen eine andere Sprache: 224 waren es gestern, 156 vorgestern, heute schon 131 - im Januar lag der Durchschnitt bei 47.
Die Handball-WM war ein voller Erfolg. Für die Deutschen, aber auch für mich.
Deutschland ist Handball-Weltmeister!
4. Februar 2007
Kurz und schmerzlos: WIR SIND WELTMEISTER! Am Ende stand es 29:24 für uns gegen Polen. Dritter bei der WM wurde Dänemark.
Deutschland: Grandiose Vorstellung
24. Januar 2007
Es ist, als ob unsere Jungs die Niederlage gegen Polen wett machen wollten: Bei einem Handball-Fest besiegte die deutsche Nationalmannschaft die Slowenen mit 35:29. Unsere beiden Torhüter - Henning Fritz (Nr. 1) und Johannes Bitter (Nr. 2) - gaben sich nichts. Mit viel Kampfeinsatz hielten sie was zu halten war - und einiges mehr. Ein gutes Spiel machten auch Pascal Hens (”player of the match”) und Florian Kehrmann. Die Zuschauer im Gerry Weber Stadion feierten schon wie Weltmeister. Die Chancen, bei dieser Handball-WM weit zu kommen, sind gut.
Morgen gehts weiter gegen Tunesien (live im ZDF).
Blöde Polen besiegen Kehrmann & Co.
22. Januar 2007
Knapp daneben ist auch vorbei: Gegen eine sehr starke polnische Mannschaft verlor Deutschland mit 25:27. Zwei deutsche Spieler wurden zudem mit einer Roten Karte bestraft. Im Gegensatz zum Fußball bedeutet eine Rote Karte jedoch lediglich, dass der sanktionierte Spieler nicht mehr ins Spiel darf und die Mannschaft für zwei Minuten mit einem Spieler weniger auf dem Platz steht. Gut gespielt hat u.a. Florian Kehrmann. Nun geht es in der Hauptrunde am Mittwoch weiter mit der Handball-WM. Noch ist alles drinnen für uns.
Klarer Sieg gegen Argentinia
21. Januar 2007
Neues vom Handball-Fan Frederic: Im Gerry Weber Stadion gewann die deutsche Nationalmannschaft hochverdient mit zwölf Toren Vorsprung gegen Argentinien - am Ende stand es 32:20. Damit ist Deutschland in der Hauptrunde. Morgen gegen Polen (17:05 Uhr, ARD) geht es nur noch um den Gruppensieg. Eine gute Figur machte heute unter anderem die Nummer 2 im Tor, Johannes Bitter.