Vom Winde verweht: “Kyrill” macht Deutschland Sorgen. In den Fußgängerzonen ist es vergleichsweise leer, auf der Straße steht nichts mehr, und viele Schulen geben den Kindern und den Jugendliche frei. So war in meiner Schule um 13 Uhr Schluss für heute. Weitere Informationen über den Orkan in Hessen finden Sie auf hr-online.

Das spanische Paradies

6. September 2006

Mallorca ist out, Lanzarote ist in: Auf den Kanarischen Inseln erfreut sich Lanzarote einer immer größeren Beliebtheit. Lava und kulinarische Speisen laden am Atlantischen Ozean zum Ausruhen und Erkunden ein.

Unweit vom nordafrikanischen Festland entfernt, liegt die wunderschöne Insel Lanzarote. Nur einige Kilometer sind es vom Süden in den Norden. Willkommen auf den Kanarischen Inseln, willkommen auf Lanzarote. Spanisch ist hier genauso die Sprache wie Englisch oder Deutsch – oder Holländisch, Schwedisch. Die Haupteinnahmequelle der «Lanzarotenos» ist sodann auch der Tourismus – seit den siebziger Jahren. In den letzten Jahren hat sich diese Insel zu einem beliebten Reiseziel entwickelt. Drei Städte wurden aus dem Boden gestampft.

Playa Blanca, ein ehemaliges Fischerdorf, wächst trotz offiziellem Baustopp seit 2001 immer weiter. Es dehnt sich im Süden unvorstellbar aus und ist der Liebling der Deutschen.

Etwas mehr in der Mitte gelegen – Puerto del Carmen, der «favorit» der Briten. Eine englische Bar neben der anderen, mit Live Music und Sportübertragungen. Daneben die irischen Pubs. Trotzdem findet man hier auch den deutschen Bäcker oder die Bar «Hannover I». Eine lange Strandstraße lädt die Touristen Tag wie Nacht zum Bummeln ein und zum Verköstigen von Getränken und Speisen. Wenige Meter entfernt gibt sich der Atlantische Ozean rund um die Uhr ein Stelldichein - Ebbe und Flut. Genauso wie die Engländer, die fröhlich, meistens friedlich sich vergnügen, in den Bars mit Litern Bier und den Sonnenbrand auf dem Rücken.

Man ist nicht weit vom Flughafen entfernt, der sieben Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr die Menschen von und nach Europa bringt. Kürzlich eröffnete das zweite Terminal – die innerkanarischen Flüge haben ein eigenes Terminal bekommen; die Nation muss dem Internationalen weichen.

«Fluchtort» nicht nur für Europäer

Weiter im Norden stampfte Lanzarote-Visionär César Manrique (gestorben bei einem Autounfall 1994) vor wenigen Jahrzehnten einen weiteren Urlaubsort aus der Lavamasse – Costa Teguise. Hier ertranken in diesem Jahr – unbemerkt – afrikanische Flüchtlinge, die auf Lanzarote ihre Hoffnung sahen. 50 Meter vor dem rettenden Ufer kippte ihr Boot (eine Nussschale) um; keiner konnte schwimmen.

Es ist typisch für Lanzarote: Auf der einen Seite die Touristen, die hier zwei oder drei Wochen ihren Urlaub machen. Auf der anderen Seite die Einheimischen, die in den Augen der Europäischen Union in einer Art Dritten Welt leben. So fördert die EU den Ausbau der Straßen – die Lanzarotenos freut es.

Zu bieten haben die Spanier den Touristen vieles: Da Lanzarote, eine schwarze Einöde, von den letzten, schweren Vulkanausbrüchen (1730 bis 1736 und 1824) weiter gezeichnet ist, entstand ein Nationalpark («Parque National de Timanfaya»). In einer Busrundfahrt bieten die Verantwortlichen für einige Euros an, das Lavagebiet zu erkunden. Gezeigt werden Krater und ein simulierter Vulkanausbruch beeindruckt in einem Museum die Massen. Unterirdische Lavatunnel entstanden beim Ausbruch, sodass in «Cueva de los Verdes» wie in einem deutschen Bergwerk gewandert wird.

Schade, dass sich wenige Touristen einen Wagen mieten, um die vielen schönen Ecken zu erkunden. Auf dem Sonntagsmarkt in der ehemaligen Inselhauptstadt Teguise erkennt man die AllInklusive-Gäste an einem Bändchen – am Arm, wie Neugeborene. Gekommen sind sie mit einem Bus.

Typisch für Lanzarote, für die ganzen Kanaren: Die so genannten Mojo-Soßen. Gegessen werden sie entweder auf «Queso Faro Fresco» (Ziegenkäse) oder mit Runzelkartoffeln – «Papas Arrugadas» (auch «Kanarische Kartoffeln» genannt). Sie werden aber auch gerne zu Fisch angeboten. Leider ist das kanarische Fischangebot nicht sehr abwechslungsreich – neben der beliebten Seezunge ist nicht mehr viel im Angebot.

Karibik-Feeling

Für drei Euro Zoll wird der Eintritt in das Naturschutzgebiet «Papagayo» gewährt. Über ungeteerte Straßen führt der Weg zu den Karibik-ähnlichen Naturstränden. Hier herrscht die Ruhe – im Gegensatz zum (kostenfreien) Strand «Playa Honda»; dort fliegen nicht nur die Flugzeuge vorbei, Windsurfer haben hier ihre Heimat.

Lanzarote – es rentiert sich, hier einmal seinen Urlaub zu verbringen. Egal, ob im Sommer, oder im Winter; auf den Kanaren ist immer Saison. Den Charme dieser Urlaubsinsel hat längst auch der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero erkannt, der in diesem Jahr zum zweiten Mal auf der Insel seinen Sommerurlaub verbrachte.

Diesen Text habe ich zusammen mit meiner Schwester (14) verfasst. Er erscheint in nächster Zeit in der Schülerzeitung ihrer Schule und wird auf meinem Weblog vorab veröffentlicht.