Ich habe mir gestern, wie so oft, Johannes B. Kerner im ZDF angesehen. Seine Art ist zwar manchmal seltsam, aber meistens sind seine Sendungen sehenswert. Gestern Abend sah ich mich in diesem Eindruck bestätigt. Grund: Eva Herman war zu Besuch, die aufgrund einer (positiven) Aussage zum Dritten Reich hart kritisiert und vom NDR sogar entlassen wurde.

Kerner hatte gestern die Hoffnung, Herman würde ihre Aussagen zurückziehen - oder zumindest relativieren. Doch sie wiederholte lieber ihre Worte, meinte, wenn man nicht über die damalige Rolle der Frau reden könnte, dann doch auch nicht über die Autobahnen, gebaut von Nazi-Deutschland. Und sie beharrte darauf, die Presse verstehe sie falsch.

Als Senta Berger und Margarethe Schreinemakers aus ganzer Empörung wegen Herman gehen wollten, entschied sich Kerner lieber gegen die ehemalige “Tagesschau”-Sprecherin und bat sie, die Sendung zu verlassen.

Großes Tennis deutscher Fernsehgeschichte - und ein gefundenes Fressen für die Medien. Sie mag vielleicht in einigen Punkten meiner Meinung sein, aber ihr Auftreten und einige ihrer Thesen sind schlicht und einfach an der Realität vorbei. So braucht sich Frau Herman nicht zu wundern, erneut von den Kommentartoren kritisiert zu werden.