Verdienter Sieg mit Makeln
31. Mai 2008
Am Ende hat es doch noch gereicht. In der Generalprobe gegen Serbien siegte die deutsche Nationalmannschaft mit 2:1 vor rund 54.000 Zuschauern. Eine euphorische Bundeskanzlerin Angela Merkel sah in Gelsenkirchen “auf Schalke” eine über die gesamten 90. Spielminuten hinweg klar überlegene deutsche Mannschaft, das Spiel fand fast ausschließlich auf der serbischen Hälfte statt. Doch fehlte es dem Team an Abgezocktheit, der Ball wollte als nicht in das Tor.
Ein Grund dafür war jedoch auch die auf Defensive eingestellte serbische Mannschaft, die hervorragend stand. Die wenigen offensiven Chancen, Serbien nutzte sie: Ein Stellungsfehler von Christoph Metzelder brachte die Osteuropäer in Führung.
Es dauerte lange, bis der Ausgleich fiel. Der kurz zuvor eingewechselte Oliver Neuville stand in der Mitte und musste den Ball nach einem schnellen Spiel und einer Hereingabe von Marcell Jansen nur noch in des generischen Tores hereinschieben. Kapitän Michael Ballack, der zuvor zweimal mit Kopfbällen scheiterte, gelang kurz vor Schluss sogar noch das 2:1 für sein Team - direkt via eines Standards, lange Zeit eine deutsche Stärke, die zuletzt nicht zum Tragen kam.
Die Abwehr stand heute viel besser, auch Jens Lehmann machte keine relevanten Fehler mehr - beim Gegentreffer war er chancenlos. Trotz alledem fehlt noch der Drang; das schnelle Spiel, was die Deutschen stark macht, muss öfters stattfinden. Dann sollte es auch mit dem EM-Titel klappen.
Nationalmannschaft blamiert sich gegen Weißrussen
27. Mai 2008
2:2 - was gegen eine Mannschaft wie Frankreich ein gutes Ergebnis wäre, ist gegen die Weißrussen eine Blamage. Vor einem gut gelaunten Publikum in Kaiserslautern zeigte die deutsche Defensive noch viele Probleme auf, die Trainer Joachim Löw unbedingt noch abstellen muss. Unsicherheit zeigte auch Torwart Lehmann, der zwar auch gute Szenen hatte, in seiner besten Form den zweiten Treffer der Weißrussen aber gehalten hätte.
Deutlich besser spielten Mittelfeld und Sturm, denen eine Zeit lang ein flüssiges Spiel nach vorne gelang. Gegen Ende des Spieles machten die jungen Fußballer auf deutscher Seite einen hervorragend Eindruck, gebremst von den gestandenen Spielern, denen womöglich über 90 Minuten hinweg die Kraft fehlte. Hier hat das Trainer-Team noch viel zu tun.
Hervorheben muss man den 19-jährigen Marko Marin, der in Hälfte 2 eine Chance erhielt und selten vom Ball zu trennen war. Er zeigte das Potential der Mannschaft; Löw und seine Assistenten müssen dieses nun dringend abrufen. Am Samstag geht es gegen Serbien.
Serbischer Siegessong geklaut - von den Albanern?
14. Mai 2007
Ärger zwischen Albanern und Serben: Angeblich ist der Singersong des geteilten Serbien beim “Grand Prix”, “Molitva” (deutsch: “Gebet”), geklaut - er soll 2006 bereits in ähnlicher Weise auf Albanisch veröffentlicht worden sein. Der albanische Song heißt übersetzt “Trennung”, einst interpretiert von der Sängerin “Soni Malaj”. Die Sängerin nahm im letzten Jahr bei einem Gesangswettbewerb im Kosovo teil. In einem YouTube-Video werden beide Lieder gegenüber gestellt. Am Ende des Kurzfilmes heißt es “Shame on you”.
Keine Macht dem “Grand Prix”
13. Mai 2007
Roger Cicero ist zwar nicht der allerbeste Sänger - aber er gehörte zumindest zu den besten an diesem Abend. Trotzdem: Serbien bekam die meistens Stimmen aus ganz Europa und halb Asien. Cicero hingegen muss sich mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden geben.
Wenn man eines aus dem heutigen Abend gelernt hat, dann das: Beim “Grand Prix” mischen einfach zu viele Köche mit. Ehemalige Ostblock-Staaten geben sich gegenseitig Punkte, was am Ende aufgrund der Fülle an osteuropäischen Staaten in der Tabelle deutlich wird. Gut dabei war auch die Türkei: Zwölf Punkte gab es aus Deutschland. Wir bekamen natürlich von den Türken keinen, genauso wenig wie aus Frankreich.
Der NDR sollte sich entsprechend überlegen, ob ein vom Steuerzahler finanziertes Engagement zukünftig noch sinnvoll ist, oder man doch lieber dieser Farce endlich ein Ende bereitet. Eine Verbannung in das NDR-Abendprogramm abzüglich großer medialer Präsenz würde sich nett anhören.