“Spiegel Online” baut seine Redaktion weiter aus
8. Oktober 2007
Deutschlands Leitmedium (Platz 7 insg. in Deutschland lt. IVW) für Nachrichten, SPIEGEL ONLINE, ist stetig dabei, seine Redaktion auszubauen. Um den Platz zu behaupten, kann “SpOn” dem Bürgerjournalismus-Trend länger nicht mehr entgehen.
Wie bereits berichtet, arbeitet die Redaktion an dem Projekt “einestages”. Mit Bildern, Texten und Videos wird Zeitgeschichte aufgeschrieben, sowohl von professionellen Autoren als auch von Ihnen, dem gemeinen Bürger. Mit dabei ist unter anderem Solveig Grothe, ehemalige Projektleiterin der “Readers Edition”. Die erste Betaversion ging heute am Samstag online.
Aber auch das Korrespondenten-Netz entwickelt sich stetig weiter. Statt, wie etwa stern.de, auf die Hilfe des großen Printmagazines zurück zu greifen, beschäftigt “SpOn” inzwischen drei Korrespondenten im Aus- und neun (acht Mal Berlin, einmal München) im Inland. Neu hinzu gekommen ist Gregor Peter Schmitz, der zukünftig aus Washington berichtet. Marc Pitzke aus New York und Ulrike Putz aus Beirut waren bereits in den letzten Wochen im Impressum als Korrespondenten aufgetreten.
Damit zeichnet sich ein neuer Trend ab, der als Erfolg des Online-Journalismus gewertet werden kann. Der erste deutsche Verlag investiert in ein umfangreiches Korrespondenten-Netz im In- und Ausland. Bislang profitierten lediglich große Redaktionen aus Agenturen, Fernsehen und Print von solcher Vielfältigkeit.
Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis “SpOn” sein Netz nach Asien und ggf. Westeuropa (Paris, Rom, Wien et cetera) ausweitet und die ersten Konkurrenz-Portale nachziehen. Das entsprechende Kapital dürfte bei “Focus Online” und “sueddeutsche.de” vorhanden sein. Und es ist nicht lange her, da kündigte der “Stern”-Verlag an, sein Online-Ableger zum führenden Nachrichten-Magazin im Web zu machen. Wenn auch solche Phrasen trotz 16,2 Prozent Besucheranstieg etwas verblassen, sollte doch ob solcher Ankündigungen das notwendige Kapital für ein weltweites Korrespondenten-Netz vorhanden sein - oder?
einestages: Spiegel Online startet neues Projekt
21. Juli 2007
Nun kann auch “Spiegel Online” nicht mehr auf ein eigenes Bürgerjoruanlismus-Projekt verzichten, nachdem Netzeitung (”Readers Edition”) und zuletzt stern.de mehr oder weniger erfolgreich gewesen sind. “einestages” soll jedoch im Gegensatz zu den Genannten von einer vollwertigen, derzeit dreiköpfigen Redaktion betreut werden.
Thema ist laut den Planungen ein Zeitgeschichten-Projekt: In Kooperation mit diversen Institutionen und den Lesern erzählt der Online-SPIEGEL Geschichten, aufbereitet durch journalistische Texte, Bilder und Videos.
Geplanter Start ist September. “einestages” ist der vorläufige Projektname. Mit dabei ist auch Solveig Grothe, ehemalige Projektleiterin der “Readers Edition”, die zuvor Politik-Redakteurin der Netzeitung gewesen ist.