Klinsi solls richten
11. Januar 2008
Jürgen Klinsmann wird neuer Trainer bei den Bayern. Puh, was war ich eben überrascht, als ich diese “Eilmeldung” bei “Spiegel Online” las. Klinsi ist nun also wieder Trainer, dann noch in Deutschland - und bei den verhassten Bayern. Ich zweifel jedoch ehrlich gesagt, dass er langfristig erfolgreich sein wird. Es ist etwas anderes, punktuell mit einer Mannschaft Erfolg zu haben, wie während der WM vor zwei Jahren, als einen erfolgsverwöhnten Klub mit einem großen Budget zu trainieren.
Ergänzung, 12:30 Uhr: Ich lese gerade auf sport.ARD.de: “Das Erste bringt heute nach der Tagesschau eine Sondersendung zum Comeback von Jürgen Klinsmann in Deutschland.” Nunja, man kann es ja auch übertreiben.
Umstrittene AGB-Änderungen beim StudiVZ
14. Dezember 2007
Die neuen AGB vom StudiVZ stoßen auf viel Kritik. Bis zum 9. Januar müssen alle Mitglieder den neuen Bestimmungen zustimmen, andernfalls wird ihr Profil gesperrt. Größter Streitpunkt: De facto erlaubt der Nutzer der sozialen Gemeinschaft, Angaben im Profil, wenn auch anonym, für gezielte Werbung zu benutzen. Ein im Prinzip schlauer Schritt, in Anbetracht des Datenschutzes jedoch zweifelhaft.
Spiegel Online hat sich deshalb bei erfahrenen Juristen mit dem Schwerpunkt IT informiert, die die neuen AGB von StudiVZ zum Teil für unwirksam halten. “Die Weitergabe (der Profildaten) wäre in allen Fällen möglich – auch in solchen, die der Datenschutz nicht erlaubt”, sagt etwa der Kölner Rechtsanwalt Rolf Becker. “Denn im letzten Abschnitt (von einem Passus) steht ja, dass die Übermittlung an Dritte auch in den Fällen gestattet wird, die nicht sowieso schon durch Gesetze oder Urteile gedeckt ist.”
Die zwangsmäßige Zustimmung der neuen AGB wird ebenfalls angezweifelt. Arne Trautmann aus München: “Das widerspricht meiner Ansicht nach dem Telemediengesetz.” Dort heißt es im Paragraphen 12: “Der Diensteanbieter darf die Bereitstellung von Telemedien nicht von der Einwilligung des Nutzers in eine Verwendung seiner Daten für andere Zwecke abhängig machen, wenn dem Nutzer ein anderer Zugang zu diesen Telemedien nicht oder in nicht zumutbarer Weise möglich ist.”
Kurz: Das StudiVZ mag sich die Änderung der AGB einfach vorgestellt haben, doch es bleiben viele umstrittene Punkte, die dringend geändert werden sollten. Man ist gut beraten, auf die Zweifel der Juristen zu reagieren.
Kleber neuer “Spiegel”-Chef?
7. Dezember 2007
Laut diversen Medien-Meldungen hat der “Spiegel” einen neuen Chefredakteur gefunden: Claus Kleber, bisheriger Moderator und Redaktionsleiter vom “Heute Journal”. Sein Stellvertreter wird “Spiegel Online”-Chef Mathias Müller von Blumencron, der zuletzt schon heiß als potentieller Kandidat gehandelt wurde. Martin Doerrey bleibt derweil zweiter Stellvertreter. Joachim Preuß hatte aus Solidarität zu Stefan Aust bereits sein Ausscheiden bekannt gegeben.
Mit Kleber hat der “Spiegel” die bei den bisherigen Spekulationen denkbar beste Personalie getroffen. Kleber ist ein seriöser und gestandener Journalist mit viel Erfahrung. Blumencron erhält nicht die volle Macht als Stellvertreter, kann jedoch sein Können sinnvoll in das Blatt einbringen. Doerrey steht im Trio dabei für Kontinuität.
“Spiegel Online” baut seine Redaktion weiter aus
8. Oktober 2007
Deutschlands Leitmedium (Platz 7 insg. in Deutschland lt. IVW) für Nachrichten, SPIEGEL ONLINE, ist stetig dabei, seine Redaktion auszubauen. Um den Platz zu behaupten, kann “SpOn” dem Bürgerjournalismus-Trend länger nicht mehr entgehen.
Wie bereits berichtet, arbeitet die Redaktion an dem Projekt “einestages”. Mit Bildern, Texten und Videos wird Zeitgeschichte aufgeschrieben, sowohl von professionellen Autoren als auch von Ihnen, dem gemeinen Bürger. Mit dabei ist unter anderem Solveig Grothe, ehemalige Projektleiterin der “Readers Edition”. Die erste Betaversion ging heute am Samstag online.
Aber auch das Korrespondenten-Netz entwickelt sich stetig weiter. Statt, wie etwa stern.de, auf die Hilfe des großen Printmagazines zurück zu greifen, beschäftigt “SpOn” inzwischen drei Korrespondenten im Aus- und neun (acht Mal Berlin, einmal München) im Inland. Neu hinzu gekommen ist Gregor Peter Schmitz, der zukünftig aus Washington berichtet. Marc Pitzke aus New York und Ulrike Putz aus Beirut waren bereits in den letzten Wochen im Impressum als Korrespondenten aufgetreten.
Damit zeichnet sich ein neuer Trend ab, der als Erfolg des Online-Journalismus gewertet werden kann. Der erste deutsche Verlag investiert in ein umfangreiches Korrespondenten-Netz im In- und Ausland. Bislang profitierten lediglich große Redaktionen aus Agenturen, Fernsehen und Print von solcher Vielfältigkeit.
Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis “SpOn” sein Netz nach Asien und ggf. Westeuropa (Paris, Rom, Wien et cetera) ausweitet und die ersten Konkurrenz-Portale nachziehen. Das entsprechende Kapital dürfte bei “Focus Online” und “sueddeutsche.de” vorhanden sein. Und es ist nicht lange her, da kündigte der “Stern”-Verlag an, sein Online-Ableger zum führenden Nachrichten-Magazin im Web zu machen. Wenn auch solche Phrasen trotz 16,2 Prozent Besucheranstieg etwas verblassen, sollte doch ob solcher Ankündigungen das notwendige Kapital für ein weltweites Korrespondenten-Netz vorhanden sein - oder?
Birma, Burma, Myanmar - was denn nun?
26. September 2007
Mönche gehen in Birma auf die Straße, in Burma und in Myanmar - huch, was ist denn hier los? Proben die Mönche einen globalen Aufstand? Nein, ganz und gar nicht: Die Proteste finden in einem Land statt. Doch das ist unter drei Namen bekannt.
ARD-aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke erklärt nun, weshalb die “Tagesschau” von Birma spricht - genauso wie die “Süddeutsche” und “Welt” -, “Spiegel Online” von Myanmar (Aktualisierung, 22:10 Uhr: Inzwischen spricht “SpOn” ebenfalls von Burma), die “FAZ” und der “SPIEGEL” hingegen von Burma. Grund: Das Land hatte in den vergangenen Jahrzehnten einige Namensänderungen hinter sich, zuletzt 1989, als die Militärherrschaft es in Myanmar umbenannt hat.
Dagegen kann man nun protestieren und es weiterhin Birma (oder eben Burma) nennen; am Ende bleibt der Zuschauer verwirrt. Dr. Gniffke beruft sich auf eine Vereinbarung von Agenturen (dpa & Co.), die sich auf Birma geeinigt haben. Das Auswärtige Amt und die Vereinte Nationen führen den Staat hingegen unter seinem aktuellen Namen, Myanmar.
Schwer, eine einheitliche Lösung zu finden, doch würde ich das Land den Militärherrschern zum Trotz als Myanmar führen.
Viele Reaktionen auf Wills Debüt
17. September 2007
Gestern war es endlich soweit: Anne Wills Debüt als Polit-Talkerin. Über den Erfolg kann man streiten, ich war zumindest mit einigen Abzügen zufrieden. Das Thema war zwar leitlos, ich will nicht sagen langweilig, aber ich hätte mir zur Premiere ein “besseres” gewünscht. Beck und Rüttgers sorgten für die Wortgefechte.
Nichtsdestotrotz: Die Reaktionen sind enorm. Alleine 286 Kommentare zählt der “Premiere”-Beitrag im offiziellen Weblog zur Sendung. Die Reaktionen gehen erwartungsgemäß von sehr schlecht bis sehr gut. Die Redaktion zeigt sich überrascht von den vielen Beiträgen im Blog - vor allem, da jeder Beitrag, mitunter sehr lang, moderiert werden muss.
Reinhard Mohr von Spiegel Online sah “Schwester Anne” zwar gestern Abend einen “Volkstrauertag” zelebrieren, zeigte sich insgesamt jedoch zufrieden. In einer Umfrage auf spiegel.de bekam die Premierensendung immerhin einen Durchschnittswert von 3,21 (Schulnoten). Auch Michael Hanfeld von der FAZ freut sich auf weitere Sendungen und bemerkt, “am Rest kann man ja noch arbeiten, vielleicht ohne Beck und Rüttgers”. Hans-Jürgen Jakobs von sueddeutsche.de sieht hingegen noch Potential nach oben und meint, Will muss noch in die Rolle hineinwachsen. Seine Kritik fällt schlechter aus als das Votum seiner Leser, die der Umfrage zu urteilen zufrieden waren.
Mit einer guten Quote von insgesamt 5,03 Millionen Zuschauer ab drei Jahren dürfte sich die ARD aber zumindest derzeit keine großen Sorgen machen.
Rückschlag für von Gravenreuth
12. September 2007
Der für Abmahnungen bekannte Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth wurde von einem Berliner Gericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt - ohne Bewährung. Schwere Schlappe für den Juristen, der damit gegen die “taz” verlor, die ihn wegen versuchten Betruges anzeigte. Mehr dazu auf taz.de oder bei Spiegel Online.
SpOn kontra Wehrpflicht
30. August 2007
Mit negativen Schlagzeilen kämpft heute die Bundeswehr: In gleich zwei längeren Artikeln kritisiert Spiegel Online die Bundeswehr und ihre Wehrpflicht. “Bundeswehr will mein Geschäft schließen”, heißt es am heutigen Nachmittag. Vor wenigen Stunden titelte spiegel.de noch mit “Willkür statt Wehrpflicht” - inklusive sieben Beispielen von (skurrilen) Ausmusterungen. Erst kürzlich schlug die SPD vor, die Bundeswehr auf eine Quasi-Berufsarmee umzustellen.
einestages: Spiegel Online startet neues Projekt
21. Juli 2007
Nun kann auch “Spiegel Online” nicht mehr auf ein eigenes Bürgerjoruanlismus-Projekt verzichten, nachdem Netzeitung (”Readers Edition”) und zuletzt stern.de mehr oder weniger erfolgreich gewesen sind. “einestages” soll jedoch im Gegensatz zu den Genannten von einer vollwertigen, derzeit dreiköpfigen Redaktion betreut werden.
Thema ist laut den Planungen ein Zeitgeschichten-Projekt: In Kooperation mit diversen Institutionen und den Lesern erzählt der Online-SPIEGEL Geschichten, aufbereitet durch journalistische Texte, Bilder und Videos.
Geplanter Start ist September. “einestages” ist der vorläufige Projektname. Mit dabei ist auch Solveig Grothe, ehemalige Projektleiterin der “Readers Edition”, die zuvor Politik-Redakteurin der Netzeitung gewesen ist.
Wenn man keine Ahnung hat …
3. Juli 2007
Deutschland ist nicht mehr Vorsitz. Schade eigentlich, durfte Deutschland doch für sechs Monate einmal den Weltchef spielen, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel - der EU-Ratspräsidentschaft sei Dank. Ganz vorbei ist es allerdings mit dem “Jahr der Deutschen” noch nicht. Mitglieder der G7 plus Russland übernehmen stets für ein Jahr den Vorsitz, wobei nach dem Gipfel im vergangenen Monat dbzgl. nicht mehr viel erwartet werden kann. Auch die meisten Treffen auf Ressortebene sind längst erfolgreich beendet worden.
Nur Matthias Gebauer will davon nichts gehört haben. In einem heutigen Artikel auf Spiegel Online behauptet er gleich im ersten Satz doch kühl:
Die Bundesregierung hat weder den EU- noch den G8-Vorsitz mehr inne, auch der Gipfel der mächtigsten Staatschefs in Heiligendamm Anfang Juni scheint schon fast vergessen zu sein.
Aktualisiert, einen Tag später: Inzwischen wurde der Fehler behoben. Jetzt heißt es:
Der Gipfel der Staatschefs der G8 in Heiligendamm Anfang Juni scheint schon fast vergessen, einzig das Verteidigungsministerium muss sich weiter mit den Vorkommnissen rund um den Treff der Mächtigen beschäftigen.