Ja, das ZDF existiert - auch online. heute.de erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit und nicht erst seit der Farce um die Mount Everest-Berichterstattung wird für die Nachrichten-Seite des Zweiten Deutschen Fernsehens auch exklusiv produziert. Doch im Gegensatz zum Angebot der ARD - tagesschau.de - tut sich das ZDF, zumindest bei mir, online noch etwas schwer.

Erst zögerlich und eigentlich zuerst am heutigen Tage habe ich das ZDF-Weblog zur US-Wahl entdeckt. Dort schreiben Korrespondenten aus Washington D. C. von ihren Eindrücken beim Kampf um den Einzug in das Weiße Haus. Sogar das so genannte Video-Bloggen hat das Studio in der US-Hauptstadt entdeckt - Klaus Peter Siegloch höchstpersönlich kommentierte kürzlich die Vorwahl in Pennsylvania.

Ein Grund, in Zukunft öfters auf heute.de vorbeizuschauen.

Deutschlands Leitmedium (Platz 7 insg. in Deutschland lt. IVW) für Nachrichten, SPIEGEL ONLINE, ist stetig dabei, seine Redaktion auszubauen. Um den Platz zu behaupten, kann “SpOn” dem Bürgerjournalismus-Trend länger nicht mehr entgehen.

Wie bereits berichtet, arbeitet die Redaktion an dem Projekt “einestages”. Mit Bildern, Texten und Videos wird Zeitgeschichte aufgeschrieben, sowohl von professionellen Autoren als auch von Ihnen, dem gemeinen Bürger. Mit dabei ist unter anderem Solveig Grothe, ehemalige Projektleiterin der “Readers Edition”. Die erste Betaversion ging heute am Samstag online.

Aber auch das Korrespondenten-Netz entwickelt sich stetig weiter. Statt, wie etwa stern.de, auf die Hilfe des großen Printmagazines zurück zu greifen, beschäftigt “SpOn” inzwischen drei Korrespondenten im Aus- und neun (acht Mal Berlin, einmal München) im Inland. Neu hinzu gekommen ist Gregor Peter Schmitz, der zukünftig aus Washington berichtet. Marc Pitzke aus New York und Ulrike Putz aus Beirut waren bereits in den letzten Wochen im Impressum als Korrespondenten aufgetreten.

Damit zeichnet sich ein neuer Trend ab, der als Erfolg des Online-Journalismus gewertet werden kann. Der erste deutsche Verlag investiert in ein umfangreiches Korrespondenten-Netz im In- und Ausland. Bislang profitierten lediglich große Redaktionen aus Agenturen, Fernsehen und Print von solcher Vielfältigkeit.

Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis “SpOn” sein Netz nach Asien und ggf. Westeuropa (Paris, Rom, Wien et cetera) ausweitet und die ersten Konkurrenz-Portale nachziehen. Das entsprechende Kapital dürfte bei “Focus Online” und “sueddeutsche.de” vorhanden sein. Und es ist nicht lange her, da kündigte der “Stern”-Verlag an, sein Online-Ableger zum führenden Nachrichten-Magazin im Web zu machen. Wenn auch solche Phrasen trotz 16,2 Prozent Besucheranstieg etwas verblassen, sollte doch ob solcher Ankündigungen das notwendige Kapital für ein weltweites Korrespondenten-Netz vorhanden sein - oder?

Der Chef der Weltbank, Paul Wolfowitz, tritt zurück. Das meldeten als Eilmeldungen AP um 00:15 Uhr, AFP etwa genauso, die dpa war ein Tick schneller - laut focus.de gab es bereits um 00:10 Uhr eine entsprechende Kurzmeldung.

Nur kurze Zeit später machte eine “Nachtschwester” (mit dem Kürzel “van”, wer das ist - niemand weiß es) bei Spiegel Online eine Eilmeldung daraus. Welt Online aktualisierte seine Meldung von heute Nachmittag. tagesschau.de (mit 24 Std., sieben Tage/Woche Redaktion) ist ebenfalls mit einer Eilmeldung dabei. So gehört sich das.

Nichts steht hingegen bei der Netzeitung (okay, das Budget für Schichtdienst fehlt), bei stern.de (wollten das dt. Leitmedium im Internet werden), n-tv.de, bei faz.net, sueddeutsche.de und bei zeit.de. Focus Online hat immerhin einen 24-Stunden-Ticker prominent auf der Startseite implementiert - dpa-Meldungen werden unredigiert veröffentlicht. Einen redaktionellen Text gibt es jedoch nicht.

Da müssen die deutschsprachigen Online-Medien wohl noch nach ziehen. Besser informiert ist man nämlich im Fernsehen: Sowohl der ARD-Teletext als auch N24 und n-tv im Nachrichten-Laufband berichten über den Rücktritt.

Im Übrigen berichtet im Moment auch die Tagesschau darüber. Live.

Nachtrag, 01:01 Uhr: Inzwischen gibt es bei Focus Online einen redaktionellen Artikel. Da scheint wohl doch jemand zu arbeiten. Nur larm ist er. Die Tagesschau bringt in dieser Minute eine Live-Schalte nach Washington.

Nachtrag, 01:19 Uhr: Beim ZDF (sowohl TV als auch online) fehlt immer noch eine Meldung. Bei Spiegel Online steht inzwischen ein langer Text mit Foto; neben “van” hat nun auch “plö” (Textchef) am Artikel mitgearbeitet. So soll das sein: Noch nachts bestens informiert. tagesschau.de macht das ebenfalls gut. Allerdings ist die Bildunterschrift unverändert aus früheren Artikel kopiert worden.

Nachtrag, 01:26 Uhr: Marc Pitzke kommentiert auf Spiegel Online den Rücktritt. Respekt. Liest sich allerdings wie vorbereitet.

Nachtrag, 01:29 Uhr: Focus Online bringt ein Porträt über Wolfowitz, formuliert von Reuters.

Der SPIEGEL plant seine beiden Ressorts “Deutsche Politik” und “Deutschland” (Bundesländer) zu einem zusammen zu fassen. Das berichtet die “Süddeutsche Zeitung” (SZ) heute in ihrer Print-Ausgabe. Ressortleiter des neuen Ressorts sollen Dirk Kurbjuweit, bislang Autor im Hauptstadtbüro des SPIEGEL, und Georg Mascolo, bislang Washington-Korrespondent, werden. Laut SZ wurde diese Personalie vom Verlag bestätigt. Ziel der Zusammenlegung ist ein effizienteres Arbeiten, heißt es. Beide Ressorts hätten bis heute miteinander konkurriert.

Dadurch wird ein neues, starkes Ressort im SPIEGEL entstehen. Vorläufiger Nachfolger von Mascolo in den Staaten wird Klaus Brinkbäumer, der bisher Reporter im Ressort Gesellschaft war. Der aktuelle Hauptstadtbüro-Leiter Gabor Steingart möchte wie berichtet ebenfalls nach Washington wechseln. Dadurch wird Washington das mit Abstand einflussreichste Korrespondentenbüro. Steingart wurde in den letzten Monaten als potentieller Nachfolger von SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust gehandelt.

Die “Süddeutsche” spekuliert, Kurbjuweit und Mascolo hätten Interesse an der Nachfolge von Joachim Preuß, der zurzeit mit Dr. Martin Doerry stellvertretender Chefredakteur ist.

Die vierte DSDS-Staffel ist vorrüber; trotzdem ist die Interesse daran weiterhin unbeschreiblich. Die User interessiert vor allem die Frage mit dem “Knebelvertrag”. Sowohl generell als auch auf Max Buskohl bezogen. Außerdem betont die BILD-Zeitung ja stets, dass Sieger Mark Medlock schwul sei. Dauerbrenner ist die Band Silvashado (wann kommt eine CD?), bei der DSDS-Kandidatin Francisca Urio singen soll. Achja: Wo kommt überhaupt Lisa Bund her?

Themawechsel. Sagen Sie mir bitte, wie oft Stefan Kretzschmar in der ARD gewesen ist. Interessant ist auch der Aspekt, was die Al-Qaida mit einer “sozialen Bewegung” zu tun haben soll. Apropos Al-Qaida: Es gab schon seit längerem kein Anschlag mehr auf die USA (Gott sei Dank). Aber Gabor Steingart wäre möglicherweise demnächst mitten drinnen: Wechselt er doch im Sommer seinen Arbeitsplatz nach Washington D.C.

Orientierung ist nicht jedermanns Sache, oder warum fragen sich einige, wie man zum HSV-Handball kommt? Was ist überhaupt mit Lukas Podolski los? Einst erzielte er gegen San Marino vier Tore. Und heute? Kein Super-Poldi mehr.

Top-Thema von heute: Wer wird neuer französischer Präsident. Die Franzosen entscheiden am heutigen Sonntag in der Stichwahl: Gewinnt Royal oder Sarkozy? Einige beschäftigen sich noch mit dem Fernsehduell am Mittwoch, zu dem es auch einen Stream gab.

Zu guter Letzt wollte jemand vom WDR wissen, wie Lanzarote im Juli ist. Na, hat da etwa jemand statt gearbeitet seinen Sommerurlaub geplant?

Was das hier alles soll? Mehr bei Timo Heuer.

Mein “Lieblings”-Hauptstadtchef Gabor Steingart vom SPIEGEL wechselt nach Washington D.C., wo er zuerst eine Teilzeitstelle übernimmt. Ab 2009 löst er dann Georg Mascolo (ein brillianter Journalist) ab; wohin Mascolo in anderthalb Jahren geht, ist offen. Das berichtet die Netzeitung. Was mit der freigewordenen Stelle im Berliner Hauptstadtbüro des SPIEGEL wird, ist unklar. Möglicherweise wird der Platz als Büroleiter intern besetzt.