Umstrittene AGB-Änderungen beim StudiVZ
14. Dezember 2007
Die neuen AGB vom StudiVZ stoßen auf viel Kritik. Bis zum 9. Januar müssen alle Mitglieder den neuen Bestimmungen zustimmen, andernfalls wird ihr Profil gesperrt. Größter Streitpunkt: De facto erlaubt der Nutzer der sozialen Gemeinschaft, Angaben im Profil, wenn auch anonym, für gezielte Werbung zu benutzen. Ein im Prinzip schlauer Schritt, in Anbetracht des Datenschutzes jedoch zweifelhaft.
Spiegel Online hat sich deshalb bei erfahrenen Juristen mit dem Schwerpunkt IT informiert, die die neuen AGB von StudiVZ zum Teil für unwirksam halten. “Die Weitergabe (der Profildaten) wäre in allen Fällen möglich – auch in solchen, die der Datenschutz nicht erlaubt”, sagt etwa der Kölner Rechtsanwalt Rolf Becker. “Denn im letzten Abschnitt (von einem Passus) steht ja, dass die Übermittlung an Dritte auch in den Fällen gestattet wird, die nicht sowieso schon durch Gesetze oder Urteile gedeckt ist.”
Die zwangsmäßige Zustimmung der neuen AGB wird ebenfalls angezweifelt. Arne Trautmann aus München: “Das widerspricht meiner Ansicht nach dem Telemediengesetz.” Dort heißt es im Paragraphen 12: “Der Diensteanbieter darf die Bereitstellung von Telemedien nicht von der Einwilligung des Nutzers in eine Verwendung seiner Daten für andere Zwecke abhängig machen, wenn dem Nutzer ein anderer Zugang zu diesen Telemedien nicht oder in nicht zumutbarer Weise möglich ist.”
Kurz: Das StudiVZ mag sich die Änderung der AGB einfach vorgestellt haben, doch es bleiben viele umstrittene Punkte, die dringend geändert werden sollten. Man ist gut beraten, auf die Zweifel der Juristen zu reagieren.
SchülerVZ: Zweifelhafte Jimi Blue-Werbung
10. November 2007
Das SchülerVZ geht unter die Internetseiten, die im großen Maße Geld durch Online-Werbung verdienen wollen - und damit vor allem auf spezielle Werbeformen setzen. Zwar hat das Team vorab die User informiert, demnächst Werbung schalten zu wollen und eine extra Gruppe dafür eröffnet. Textanzeigen oder Skyscraper werden auch brav als “Anzeige” betitelt.
Doch seit heute wird auf der Startseite unter “Schaufenster” der Punkt “Heiß auf ein Treffen mit Jimi Blue?” beworben. Ist auf der Index immerhin noch “Anzeige” darüber geschrieben, fehlt der Hinweis auf der großen Unterseite. Dort wird Jimi Blue in höchsten Tonen gelobt und es ist möglich sein erstes Lied “I’m lovin (L. R. H. P.)” zu hören. Ziel ist es, ein “bad girl” zu finden, das den 15-jährigen Jimi treffen darf - welch Ehre. Junge Mädchen werden aufgefordert, etwas für Jimi zu tun. “Immerhin” werden die Mädchen davon abgehalten, für ihn zu strippen: Das würde er schon kennen, wie man im Video ja sehen könne.
Der Plattenfirma dürfte es gefallen, denn nirgends anders in Deutschland ist es möglich, höhere “Treffer” (im Werbesinn) mit der jungen, zunehmend weiblichen Zielgruppe zu zählen.
Screenshot von schuelervz.net: Das große “Jimi Blue”-Spezial
Das Comeback von Schulz wird zur Farce
25. November 2006
Es sollte das große Comeback werden: Axel Schulz zurück im Boxring. Mit großem Tam-tam zelebrierte RTL heute Abend den Kampf im “Gerry Weber Stadion” - und den nervigen Werbeunterbrechungen zwischen jeder Runde. Aber schon in Runde vier war Schulz fertig, in der sechsten gab er auf - sein Gegner Brian Minto war zu stark, obwohl der nicht einmal nur Weltelite gehört. Tja, das war wohl nix!
ZEIT-Leser erheben sich gegen Werbung
12. November 2006
Zahlreiche Leser von ZEIT Online haben sich in dieser Woche wegen einer neuen Werbeform beschwert: Eine Vorschaltseite. Bevor der User also die eigentliche Seite sehen darf, muss er seine volle Aufmerksamkeit auf ein einzelnes Unternehmen (hier: O2) richten. Nach 15 Sekunden soll er weitergeleitet werden, oder er klickt (manuell) auf einen Link, der ihn weiterführt. Solche Werbeformen sind mir ansonsten nur von Spieleseiten bekannt - auf einer renomierten Seite wie ZEIT Online aber eher fehlplatziert.
Im “Meckerblog” von ZEIT Online diskutieren seitdem einige Leser der Internetseite. Eingeschaltet haben sich auch Chefredakteur Gero von Randow und der ZEIT-Geschäftsführer. Diverse ZEIT-Abonnenten kündigten an, die Online-Ausgabe nicht mehr zu besuchen. Verständlich.
Heute ist übrigens keine Vorschaltseite geschaltet.