Leider, leider - auch beim vierten Versuch wurde Österreich die Ausrichtung der Olympischen Spiele versagt. Tränen in Salzburg, und das trotz sympatischer Bewerbung der Stadt, sowie einem Auftritt von Bundeskanzler Gusenbauer in Trachtenkleidung. Niederlage auch für Pyeongchang, die kleine Wintersportstadt in Südkorea.

Große Freude dafür in Rußland: Sotschi wird die Olympischen Winterspiele 2014 ausrichten. Ein Auftritt von Putin und viele Versprechungen waren wohl der Ausschlag für Sotschi, die Stadt am Schwarzen Meer. Als großer Geldgeber soll das umstrittene, russische Unternehmen Gazprom argieren.

“Geld regiert die Welt”, war die Reaktion des Eurosport-Reporters. Dem kann ich nur beipflichten. Klar ist: Sotschi 2014 - nein, danke!

System mit Lücken

8. Juni 2007

Die Amerikaner (bzw. der Secret Service) haben versucht, ihre deutschen Kollegen zu testen, indem sie probierten, leichten Sprengstoff nach Heiligendamm zu schmuggeln - ohne Chance. Der Verfassungsschutz verbat vor dem G8-Gipfel einem Redakteur der taz eine Presseakkreditierung, musste allerdings aufgrund des öffentlichen Druckes klein beigeben: Felix Lee war in diesen Tagen dabei.

Nur eines, das bemerkte die deutsche Gründlichkeit nicht: Dass sich Konstantin Schukman als Pressevertreter für eine deutsch-russische Zeitung akkreditierte, die es gar nicht gibt.

Angela Merkel und Wladimir Putin
Putin: Eben noch bei der Bundeskanzlerin, später vor der Weltpresse in der Kritik
Foto: Bundesregierung/Bergmann

So war es für den jungen Mann kein Problem, heute Mittag auf der vor internationaler Presse abgelaufenen Pressekonferenz mit Wladimir Putin seinen Unmut kund zu tun. Lautstark sprang Schukman (ein Deutschrusse) während der PK auf und schmiss Protestblätter um sich. Andere (wirkliche) Journalisten schnappten sich schnell die Blätter, Putin demonstrierte Gelassenheit. Seine Leibwächter wollten einschreiten, doch Putin ist Polit-Profi genug um zu wissen, dass Ruhe jetzt angebrachter wäre.

Der russische Präsident sprach Deutsch: “Jetzt lassen Sie uns in Ruhe”, sagte er. “Geben Sie mir Zeit, das zu beantworten. Einverstanden? Ist das demokratisch? Setzen Sie sich hin!” Sichtlich aufgebracht, folgte der russische Oppositionelle Schukman dem Wunsch Putins. Der argumentierte, sein Land habe viele Schwierigkeiten gehabt und er verbiete sich, dass die “Demokratie” in Russland zerstört werden würde.

Konstantin Schukman hatte sein Ziel immerhin erreicht: Die Presse spricht über ihn. Berichte darüber unter anderem auf Focus Online oder sueddeutsche.de. Das Bundespresseamt darf sich derweil fragen, wie ein “Journalist” einer nicht-existierenden Zeitung bei den ach so wichtigen Sicherheitsvorkehrungen akkreditiert werden konnte. Putin spürte unterdessen etwas, das er aus seinem Land in dieser Nähe nicht kennt: Kritik an seiner Person. Insofern hatte der Auftritt von Herrn Schukman auch etwas Positives.

Eben habe ich eine neue Kategorie auf Spiegel Online entdeckt - Spam. Dahinter: Eine satirische Rubrik der Nachrichtenseite. Eine eigene Redaktion kümmert sich darum. Zum Start macht “Spam” mit einem Bild über Afghanistan auf, das Angela Merkel und Putin zeigt. Außerdem gibt es eine Fotostrecke mit sechs “entlastenden Schockfotos” von Bundeswehrsoldaten, sowie ein Video, das angeblich von einem Korrespondenten aus Kabul (Afghanistan) stammt. Ob man in den Bildern gestellte Soldaten mit Plastikgliedern zeigen muss, sei dahingestellt. “Spam” wird sich beweisen müssen. Die ersten Leserreaktionen reichen von “dämlich und geschmacklos” bis “weiter so!”.